Radfahren in Regensburg: Spaß oder Stress? Aufruf zum Fahrradklima-Test 2020

Macht Fahrradfahren in Regensburg Spaß oder ist es Stress? Das will der ADFC heruasfinden und ruft ab 1.9. wieder alle Radfahrer/innen auf, an der Umfrage im Rahmen des Fahrradklima-Tests teilzunehmen.

Von Claudia Böhm

In Regensburg gehören Radfahrer genauso zum Stadtbild wie der Dom und die Donau. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer: „Das Rad ist als Alltagsverkehrsmittel nicht wegzudenken. Gerade auch in Zeiten von Corona nutzen immer mehr Menschen das Fahrrad im Alltag, um von A nach B zu gelangen. Um sie dabei zu unterstützen, haben wir in den vergangenen eineinhalb Jahren einiges getan. Neben zahlreichen kleineren Maßnahmen wie Schutzstreifen wurden entlang der Grünthaler Straße ein neuer Geh- und Radweg gebaut, das Instrument der Fahrradstraße eingeführt, Gefahrenpunkte – etwa an der Kreuzung Kumpfmühler-Straße / Fritz-Fend-Straße durch eine eigene Grünphase für Radfahrer – entschärft, neue Abstellplätze am Goethegymnasium aufgebaut und die Forderungen des Radentscheids angenommen.“

Neue Fahrradstraßen in Regensburg

Im Sommer 2019 wurden die Holzländestraße und die Hemauerstraße die ersten Fahrradstraßen in Regensburg. Im Juli 2020 kamen die Blumenstraße und der Bienenheimweg hinzu. Nach den positiven Erfahrungen der letzten zwölf Monate weitet die Stadt das Fahrradstraßen-Netz nun aus (s. Kasten).
Bereits zum neunten Mal wird der Fahrradklima-Test durchgeführt.

Gefragt sind Alltagsexperten, also Menschen, die aus eigener Erfahrung die Situation bewerten können – keine Wissenschaftler, Behördenvertreter oder Planerbüros. Die von der TU Dresden ausgewerteten Ergebnisse geben Aufschluss, wie die aktuelle Situation für und von Radfahrenden wahrgenommen wird. Durch die Umfragen wird deutlich, ob und wie sich die gefühlte Situation für Radfahrer verändert hat. In der Befragung 2018 landete Regensburg im Ranking der Städte mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern auf Platz 13 von 41 und hat sich damit im Vergleich zum Test in 2016 leicht verschlechtert (Platz 10).

Erfreulich: Beim letzten ADFC-Fahrradklimatest vor zwei Jahren nahmen insgesamt 1.247 Personen aus Regensburg teil – ein überdurchschnittlicher Wert. Im Schnitt beteiligten sich pro Kommune aus derselben Ortsgrößengruppe wie Regensburg nur etwa 440 Personen.

Oberbürgermeisterin ruft zu Beteiligung auf

Die Umfrage läuft von 1.09. bis 30.11. auf www.fahrradklima-test.de. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2021 präsentiert. „Ich rufe alle Radlerinnen und Radler dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen“, appelliert Maltz-Schwarzfischer.

Sechs neue Fahrradstraßen ab Herbst

Auf Fahrradstraßen gilt als zulässige Höchstgeschwindigkeit 30 km/h, aber die Radler/innen bestimmen das Tempo. Autos dürfen sie weder bedrängen oder gar zu dicht überholen. Fahrräder dürfen nebeneinander fahren. Zwar sind echte Fahrradstraßen dem Grunde nach eigentlich dem Radverkehr vorbehalten, durch Zusatzbeschilderung können jedoch Kfz zugelassen werden. Das ist der Regelfall und er gilt auch in allen Regensburger Fahrradstraßen. Zum Teil wird der Kfz-Verkehr jedoch auf den Anliegerverkehr begrenzt.

  • Ostengasse: Seit die Durchfahrt am Museum der Bayerischen Geschichte für Kfz nicht mehr möglich ist, hat die Ostengasse für den Kfz-Verkehr nur noch eine untergeordnete Bedeutung – nicht jedoch für den Radverkehr.
  • Prebrunnstraße / Am Prebrunntor: Hier wird die Fahrradstraße in der Holzländestraße nach Westen bis zur Gumpelzhaimerstraße verlängert, sodass eine Lücke zwischen Hochweg und Donau bzw. nördlicher Altstadt geschlossen wird.
  • Am Europakanal: Schon heute ist der Straßenzug zwischen Pfaffensteiner Brücke/Wehr und Regentalradweg bei Radlern sehr beliebt: wenige Autos, keine Ampeln, schöne Aussicht. Der Straßenzug soll auch Teil einer Hauptradroute werden.
  • Weichser Damm: Die kurze Straße liegt zwischen dem Reinhausener Damm und dem Schwabelweiser Weg. Zwar führt der Donauradweg heute noch in Weichs über die Johannisstraße, doch am Ostende der Straße Weichser Damm soll der schmale Weg in der kleinen Grünfläche verbreitert und asphaltiert werden. So können Radler zukünftig auf einer längeren Strecke den Blick auf die Donau genießen und müssen sich nicht den Raum mit Kfz teilen.
  • Andreasstraße: Die Straße in Stadtamhof ist eine sehr wichtige Verbindung, um vom Stadtnorden oder Lappersdorf über die Protzenweiherbrücke und den Grieser Steg in die Stadt zu kommen bzw. die wichtigen Ziele im Stadtsüden (Hochschul-Campus, Tech-Campus, FOS/BOS) oder den Hauptbahnhof zu erreichen. Laut Verkehrszahlen macht der Kfz-Anteil nur 25 Prozent aus, drei Viertel sind Radler.
  • Karthauser Straße: Viele Studierende wohnen in Königswiesen und radeln täglich zum Hochschul-Campus über die Route Erzbischof-Buchberger-Allee, Nibelungenstraße, Karthauser Straße, Ludwig-Thoma-Straße. In dem Abschnitt zwischen Theodor-Storm-Straße und Ludwig-Thoma-Straße geht es besonders eng zu. In der Wohnstraße führen durchfahrende Kfz immer wieder zu Konflikten. Schleichverkehr zu den Hochschulen und zum Bezirksklinikum soll zukünftig durch eine Anlieger-frei-Regelung auf das Hauptstraßennetz verlagert werden.

Claudia Böhm

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