RVV führt das 365-Euro-Ticket ein Trotz Corona: Ab dem 1. August fahren Schüler und Azubis vergünstigt in Bus und Bahn

 

Regensburg – Viele Busse und Bahnen fahren nur noch halb leer – auch dem öffentlichen Personennahverkehr hat die Corona-Pandemie sehr zugesetzt. Trotzdem kommt das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende. Dank der Unterstützung des Freistaats.

Von Mario Hahn

Bayerns Verkehrsbetriebe ist es schon mal besser gegangen. Finanziell macht niemand mehr Freudensprünge. Auch der RVV nicht. Das hat mit Corona zu tun. Natürlich.

RVV-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein. Foto: RVV

Kai Müller-Eberstein, der Geschäftsführer des RVV, erklärt: „Die Erlöse sind deutlich spürbar zurückgegangen.“ Der April war der „dunkelste Monat“. Allein bei den Einzelfahrkarten seien die Einnahmen um bis zu 90 Prozent eingebrochen.
In einem „normalen“ April würde der RVV mit den sog. Gelegenheitskunden, also denen, die sich nur ein Einzelticket kaufen, 800.000 Euro einnehmen. „In diesem April waren es 100.000 Euro“, sagt Müller-Eberstein. Im Mai seien die Einnahmen leicht gestiegen. „Aber wir sind noch lange nicht da, wo wir vor der Krise waren.“
Trotz der klammen finanziellen Situation führt der Regensburger Verkehrsverbund zum 1. August das 365-Euro-Ticket für Schüler/innen und Auszubildende ein. Zwei Drittel der Mindereinnahmen übernimmt der Freistaat Bayern, der den ÖPNV stärken will. Langfristig soll sogar das 365-Euro-Ticket für Jedermann kommen. „Das kostet aber richtig viel Geld“, weiß Müller-Eberstein.

Bis dahin fahren nur Schüler und Azubis für umgerechnet einen Euro pro Tag. Weckt das günstige Ticket auch Begehrlichkeiten, zum Beispiel bei Studenten oder Rentnern? „Studenten der OTH oder Universität fahren bereits mit dem Semesterticket günstig. Ansonsten gab es noch keine Kundenanfragen“, so der RVV-Geschäftsführer.
Das 365-Euro-Ticket sei aber nur ein Baustein von vielen, um den ÖPNV attraktiver und somit stärker zu machen. „Angebot, Angebot, Angebot“, erklärt Müller-Eberstein, sei das Wichtigste. Eine bessere Taktung, mehr Strecken und mehr Busspuren sowie neue Haltepunkte seien (mit-)entscheidend, die Menschen mehr für Bus und Bahn zu begeistern.
Das Vorbild für das 365-Euro-Ticket ist Wien. In der Hauptstadt Österreichs gibt es das günstige Ticket seit vielen Jahren. Aber erst nachdem der ÖPNV verbessert wurde, ist das 365-Euro-Ticket zum Erfolg geworden. Angebot ist eben das A und O.

Das 365-Euro-Ticket

  • Mit dem 365-Euro-Ticket können Auszubildende und Schüler/innen für umgerechnet einen Euro pro Tag im gesamten Gebiet des Regensburger Verkehrsverbundes mit Bussen und Bahnen unterwegs sein.
  • Für Schüler bis einschließlich der 9. Jahrgangsstufe, die bereits heute ein kostenfreies Schüler-Monats-Ticket erhalten, wird das neue Ticket wie bisher über die Schulen ausgegeben: Diese Tickets sind mit Beginn des neuen Schuljahres, ab 1. September, gültig.
  • Auszubildende und Schüler/innen ab der 10. Jahrgangsstufe bzw. Schüler/innen, die aktuell kein kostenfreies Schüler-Monats-Ticket erhalten, können das vergünstigte Jahres-Ticket zum 1. August per Online-Formular auf der RVV-Webseite bestellen. Nach Upload eines Lichtbildes sowie Übergabe der Bescheinigung des Ausbildungsbetriebes bzw. der Schule an den RVV wird das Ticket im RVV-Kundenzentrum (Hemauer Straße 1) innerhalb weniger Minuten erstellt. Ein RVV-Kundenpass wird bei der Bestellung nicht benötigt.

Claudia Böhm

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