Regensburg nach dem Lockdown Endlich kehrt das Leben zurück in die Domstadt

In den Gassen der Regensburger Altstadt tut sich seit dieser Woche wieder was. Auch wenn manche Passanten wirken, als müssten sie sich erst wieder an „draußen“ gewöhnen, genießen sie sichtlich die Abwechslung. Ladeninhaber, die seit Montag (27. April) wieder geöffnet haben dürfen, freuen sich über ihre maskierten Kunden. Die meisten verhalten sich sehr diszipliniert und geduldig, so der einhellige Tenor.

Blizz hat sich mit einigen „Rückkehrern“ unterhalten.

Seit Montag, 27. April 2020, haben viele Geschäfte in der Altstadt wieder geöffnet. Die Kunden freuen sich über ein Stück „Freiheit“Ihnen wäre beinahe der Lesestoff ausgegangen, doch statt bei Amazon kaufen Laura und Lukas lieber im lokalen Buchhandel. „Es ist doch viel schöner, vor dem Bücherregal zu stehen, zu schmökern und die Bücher in die Hand nehmen zu können.“ – Stimmt!Die Maskenpflicht gilt seit 27.4. für Personen ab sechs Jahren beim Einkaufen sowie bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Der kleine Timo muss noch keine Maske tragen, da er unter sechs Jahren alt ist. Seine Eltern David und Tina sind froh, jetzt nicht mehr so abgeschottet zu sein. Die Familie hat zwar einen Balkon, aber mit Kleinkind und Hund kann es recht eng werden.Genießt die Mittagspause: Buchhändlerin Stephanie hat vor allem soziale Kontakte vermisst und freut sich jetzt umso mehr über Erfolgserlebnisse an ihrem Arbeitsplatz. „Die Leute sind sehr verständnisvoll“, stellt sie fest, „auch wenn es mit Maske noch ungewohnt ist.“Ladenbetreiber müssen dafür sorgen, dass Schutz- und Hygienekonzepte erstellt werden. Christoph Wacht  (li.), Inhaber von Farben Eckert am Kohlenmarkt, hat für sein Team extra in neue Arbeitskleidung investiert, die täglich gewaschen wird. „Noch am Samstag haben wir hier die Regale verschoben, um den Mindestabstand einhalten zu können“, so Wacht. Jeder Kunde muss sich beim Betreten des Ladens die Hände desinfizieren. Alle seien „sehr vernünftig“. Während der Zeit der Ladenschließung haben Chef und Lehrling zusammen Bestellungen ausgefahren. „Ab 20 Euro Einkaufswert beliefern wir im Stadtgebiet auch weiterhin die Kunden, die nicht rausgehen möchten.“Sophie ist mit ihrer Mutter Petra in der Tändlergasse unterwegs zum Bummeln und für Besorgungen. Beide genießen es, wieder in der Stadt unterwegs zu sein. „Wir haben das vermisst.“Wie „ein Stück Normalität“ fühlt es sich für Susanne Borst an, endlich wieder richtig arbeiten zu können. Die Filialleiterin von Bücher Pustet in der Gesandtenstraße hatte während des Lockdown jeden Tag mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. „Wir haben von heute auf morgen auf Versandhandel umgestellt“, erklärt sie und hat dafür einen Fahrradkurier engagiert. „Es ist viel gelesen worden. Eine der wenigen Vergnügungen in dieser Zeit.“Frau Duwe (li.) und Elisabeth Schwarzbauer (re.) vom Spargelstand auf dem Neupfarrplatz hielten auch während des Lockdowns die Stellung. „Jetzt ist insgesamt wieder mehr Bewegung auf dem Platz“, sind sich die beiden Damen einig.Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss seit Montag auch das Personal von Geschäften tragen. Susann Schierle von Blume No. 9 in der Wahlenstraße freut sich, - trotz Maske - wieder Kunden beraten zu können. „Unsere Kunden sind treu. Alle sind diszipliniert und warten geduldig, weil nur maximal ein Kunde rein darf“. Zwar sei der Kundenstrom noch etwas verhalten, aber am 10. Mai ist Muttertag und Blumen gehen immer!In der Gesandtenstraße vertreibt sich Anna die Zeit, bis ihr Essen-to-go fertig ist. Auch sie stellt fest, dass in der Altstadt insgesamt wieder mehr los ist. Als Brillenträgerin findet sie die Maske besonders unpraktisch, „aber wenn es sein muss ...“.Lockdown Blick auf das Alte Rathaus

Blizz-Leser für Öffnung

Wie eine >> Umfrage unter Blizz-Lesern ergab, befürwortet die Mehrheit die Wiedereröffnung der Geschäfte (42 Prozent), 33 Prozent halten eine schrittweise Öffnung für sinnvoll. Ein Viertel der Teilnehmenden hätte bevorzugt, dass der Lockdown bestehen bleibt.

Claudia Böhm

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