Regensburger Domspatzen kehrten unter Applaus in den Dom zurück Nach sechs Monaten Auftrittspause war die Freude groß

Mit großem Applaus wurden die Regensburger Domspatzen am vergangenen Sonntag zurück im Dom willkommen geheißen. Nach sechs Monaten Auftrittspause infolge der Corona-Beschränkungen war die Freude groß, endlich wieder die Klänge der Domspatzen in der Kathedrale hören zu können. Domkapellmeister Christian Heiß musizierte mit 34 Männerstimmen eine Messkomposition von Michael Haller. Bei einigen Gottesdienstbesuchern kullerten sogar Freudentränen.

Mitte März mussten die Domspatzen wie alle anderen Chöre den Proben- und Auftrittsbetrieb von heute auf morgen komplett einstellen. Online-Proben wurden zwar sofort eingeführt, waren aber nicht annähernd ein adäquater Ersatz. Seit Juni darf wieder in kleineren festen Gruppen geprobt werden. Noch vor den Sommerferien, Ende Juli, testete Domkapellmeister Christian Heiß im Regensburger Dom mit seinen Domspatzen, mit welchen Chorformationen unter Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln ein Singen während der Messe wieder möglich ist. Allein diese kurze „Testprobe“ war für Buben und Eltern bereits ein emotionales und motivierendes Ereignis.

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Seit Sonntag erklingen die Stimmen der Domspatzen nun wieder in der gotischen Kathedrale St. Peter

Spontaner Applaus brandete auf, als Dompropst Dr. Franz Frühmorgen die Regensburger Domspatzen mit herzlichen Worten zu Beginn des Kapitelamtes willkommen hieß. „Unsere DNA besteht aus Singen und Musizieren im Chor, ich bin sehr glücklich. Es war ein wunderbares Gefühl, wieder an unserem angestammten Platz musizieren zu können, ich bin so stolz auf die Jungs“, sagt Christian Heiß. Auch für die Buben und jungen Männer sei die Zeit des Wartens eine ganz harte gewesen. „Die Jungs kommen zu uns, weil sie Freude am Singen und an der Musik haben, im Dom und in Konzerten“, sagt Heiß. Wer einmal das tolle Gefühl eines gemeinsamen Auftritts erlebt habe, komme davon nicht mehr los. Selbstverständlich sei man weiter vorsichtig und habe die Gesundheit aller Sänger und Chorleiter im Blick. „Wir halten uns an sämtliche Vorgaben des Staates und der Kirche“, so Heiß.

Zwei Meter Abstand zwischen den einzelnen Sängern, Mundschutz beim Umkleiden, beim Auf- und Abtritt, gute Hygiene – das sind die Regeln, an die sich der Domchor halten muss und hält. „Wir nutzen den verfügbaren Raum so gut wie möglich und reizen alles aus“, sagt Christian Heiß. Unter Wahrung des gebotenen Abstands haben demnach etwa 40 Sänger und ein Dirigent Platz. Das Singen mit Abstand sei zwar für alle eine große Herausforderung, das Ergebnis aber mache Mut, so Heiß. „Die Männer haben das sehr gut gemacht“, ergänzt er. An den kommenden Sonntagen werden wieder Formationen der Domspatzen die Heiligen Messen im Dom musikalisch gestalten; bis auf Weiteres aber in kleinerer Chorstärke als gewohnt.

„Herzlichen Glückwunsch! Wie hab‘ ich diesen Klang vermisst.“

Das war einer der zahlreichen Kommentare von Gottesdienstbesuchern und in den sozialen Medien. Auch die Eltern der Domspatzen schienen nach der Messe glücklich und warteten bereits im Domgarten mit Applaus auf die Sänger. „Das Herz der Domspatzen schlägt wieder schneller“, war von manchen zu hören, vor Freude, Erleichterung und Zuversicht.

Zusatz-Info: Die Regensburger Domspatzen sind der Domchor im Bistum Regensburg. Ihre erste Aufgabe ist die musikalische Gestaltung der Liturgie im Dom. 975 als Domschule von Bischof Wolfgang gegründet, blicken sie auf eine über 1000-jährige Tradition zurück. Die Domspatzen gehören zu den ältesten Knabenchören weltweit. Informationen zu Chor, Schule und Internat der Domspatzen unter www.domspatzen.de.

 

Martina Niedermeier

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