Bayerns Sonderweg im Corona-Exit Söder: „Wir bekommen das Virus langsam unter Kontrolle“

Mit Spannung erwartet wurde am Mittwoch der Auftritt von Kanzlerin Merkel. In einer Pressekonferenz gab sie die nächsten Schritte in der Corona-Krise bekannt. Warum Gärtnereien jetzt aufatmen, Fußballfans weiter geduldig sein müssen und welchen Sonderweg Markus Söder in Bayern geht.

„Zum Glück steht Bayern gut da“, zeigt sich Ministerpräsident Söder erleichtert. Die relativ positive Entwicklung, die in Bayern bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu beobachten ist, bezeichnet er als „zartes Pflänzchen“, das man keinesfalls durch eine „unkontrollierte Exit-Strategie“ gefährden dürfe.

Da Bayern von dem Virus besonders betroffen ist, gibt es hier strengere Maßnahmen als in anderen Bundesländern. Besonders empfohlen wird von der Regierung nun das Tragen eines Nasen-Mund-Schutzes, vor allem in der Öffentlichkeit, in Bus und Bahn sowie beim Einkaufen. Sollten sich die Menschen nicht an die Empfehlung halten, droht laut Söder eine Maskenpflicht.

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Hier gibt es Lockerungen

Die Ausgangsbeschränkung wird zwar bis einschließlich 03.05. verlängert, aber es gibt eine kleine Lockerung:

Ab 20.04. sind Sport und Bewegung an der frischen Luft nicht nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts zulässig, sondern zusätzlich mit einer haushaltsfremden Person.

Besonders Geschäftsleute dürften sich darüber freuen, dass die meisten von ihnen im April wieder öffnen können. Ladeninhaber sollen aber dafür sorgen, dass der Mindestabstand eingehalten wird – durch Einlasskontrollen, verpflichtende Hygiene- und Parkplatzkonzepte sowie ein Mundschutzgebot. Rechnerisch ist ein Kunde pro 20 qm erlaubt:

  • Ab 20.04. dürfen Bau- und Gartenmärkte sowie Gärtnereien wieder öffnen.
  • Ab 27.04. dürfen Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen wieder öffnen – egal welche Größe
  • Ab 27.04. dürfen Geschäfte bis zu einer maximalen Verkaufsfläche von 800 qm öffnen. Maximal zulässig sind 40 Kunden pro Laden.
  • Friseure sollen ab 04.05. wieder öffnen dürfen. Die finale Entscheidung wird rechtzeitig vorher erfolgen

Schule startet stufenweise

Im Bereich Schule und Kita gilt „Ältere vor Jüngere“. Basierend darauf wird eine schrittweise Wiederaufnahme des Unterrichts angestrebt. Im Vorfeld muss aber noch geklärt werden, unter welchen Bedingungen Unterricht im Klassenzimmer abgehalten werden kann (Hygiene, Abstandsregeln, Klassengröße)

  • Ab 27.04. erfolgt die Wiederaufnahme des Unterrichts zur Prüfungsvorbereitung für Abschluss- und Meisterklassen.
    Für alle übrigen Jahrgangsstufen wird das Angebot „Lernen zuhause“ weitergeführt
  • Ab 11.05. können weitere Jahrgangsstufen einbezogen werden. Vor allem die Anschlussklassen, deren Schulabschluss im nächsten Jahr ansteht, sollen wieder unterrichtet werden.
  • Die bisherige Notbetreuung wird beibehalten und ab 27.04. ausgeweitet. Zukünftig kann die Notbetreuung für Kinder in Anspruch genommen werden, wenn ein Elternteil in systemrelevanten Branchen arbeitet.
  • Für Studierende startet der Vorlesungsbetrieb zwar am 20.04., allerdings findet das Sommersemester vorerst digital statt, die Abnahme von Prüfungen ist im Präsenzbetrieb möglich.
  • Bibliotheken können ab dem 27.04. unter Auflagen zur Hygiene, Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen geöffnet werden.

Das gilt auch weiterhin

  • Für den Bereich Gastronomie und Hotellerie bestehen die bisherigen Regelungen fort. Nur die Mitnahme von Essen ist erlaubt und nur unaufschiebbare berufliche Übernachtungen.
  • Bei den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen bleiben die derzeit gültigen Regelungen bezüglich Öffnung und Zugang bestehen. Sterbende können durch die engsten Familienangehörigen begleitet werden – eine kleine, aber wichtige Lockerung.
  • Für Veranstaltungen und Versammlungen, darunter fallen auch Fußballspiele, bestehen die bisherigen Regelungen fort. Großveranstaltungen bleiben mindestens bis 31.08. untersagt.
  • Auch Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen sowie religiöse Feierlichkeiten und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sollen zunächst weiter nicht stattfinden.

Claudia Böhm

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