Corona-Ausbruch in Regensburg Alarmierend! Wir sind deutscher Hotspot!

Regensburg – Die Domstadt hat mal wieder bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Doch anders als zuvor waren sie dieses Mal negativ. Auf vielen deutschen Titelseiten war zu lesen: „Corona-Hotspot Regensburg“.

Von Mario Hahn

Dass die Pandemie noch lange nicht vorbei ist – auch wenn das viele glauben – bewies einmal mehr der enorme Virus-Ausbruch in Flüchtlingsunterkünften in Regensburg. Allein in der Gemeinschaftsunterkunft Dieselstraße sowie im ANKER Dependance Pionierkaserne (die ehemalige Prinz-Leopold-Kaserne in der Zeißstraße) wurden 100 Menschen positiv auf CoVid-19 getestet.
Der Ausbruch verursachte die negativen Schlagzeilen. Denn mit 72 Neuinfektionen (Stand Montag) pro 100.000 Einwohnern („7-Tages-Inzidenz“) landete Regensburg bundesweit auf dem ersten Platz. Der vom Robert-Koch-Institut festgelegte Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro Woche wurde in der Stadt bei weitem übertroffen. Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner lag am Donnerstag nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sogar etwas höher, und zwar bei 74. Somit sind weitere CoVid-19-Infizierte hinzugekommen.

Risikopatienten lehnten getrennte Unterbringung ab

Laut Regierung der Oberpfalz wurden bereits Ende März durch den kurativen Arztbereich der ANKER-Einrichtung vulnerable Risikopatienten (für einen potentiell schweren Krankheitsverlauf bei einer SARS-CoV-2-Infektion) identifiziert und nochmals körperlich untersucht, im Detail über Corona und das Risiko einer Infektion (mit Übersetzer) aufgeklärt, Pneumokokkenimpfungen angeboten, ein Arztbrief mit Angabe der Vorerkrankungen ausgestellt sowie etwaige Medikamentenpläne und Facharztbriefe mitgegeben.

Des Weiteren ließ die Regierung verlauten, dass allen eine Unterbringung in einem geschützten Bereich der ANKER-Einrichtung inklusive separatem Freibereich (Zugang nur mit separatem Schlüssel) oder in einer separaten Unterkunft außerhalb Regensburgs angeboten wurde (inklusive Catering für das Essen und regelmäßiger ärztlicher Visiten). Es hätten aber nur sehr wenige dieses Angebot in Anspruch genommen und selbst diese wenigen hätten nach wenigen Tagen die „freiwillige Selbstisolation“ wieder aufgegeben und sich für eine reguläre Unterbringung in der ANKER-Einrichtung entschieden.

(Bisher) keine allgemeinen Beschränkungen geplant

Da der „Warnwert“ massiv überschritten wurde, müssten eigentlich Maßnahmen wie z. B. eine Beschränkung der Lockerungen durchgeführt werden. Doch bei einem „lokalisierten und klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen – in diesem Fall ist das Infektionsgeschehen auf Asylbewerberunterkünfte in der Pionierkaserne und der Gemeinschaftsunterkunft Dieselstraße beschränkt – müssen keine allgemeinen Beschränkungen in der Stadt Regensburg eingeführt werden“, erklärte die Regierung der Oberpfalz. Die Bürger müssen also zuerst einmal keine Beschränkungen fürchten.

Grüne fordern dezentrale Unterbringung in Hotels

Da es bayernweit in Flüchtlingsunterkünften CoVid-19-Infizierte gibt, ist eine Diskussion um die Unterbringung von Flüchtlingen entbrannt. „Daran, dass Regensburg mit hohen Pandemie-Zahlen negative Schlagzeilen schreibt, ist die zentrale Unterbringung der Bayerischen Staatsregierung für Schutzsuchende schuld“, meint Grünen-Fraktionsvorsitzende Maria Simon. Durch die beengten Verhältnisse und die mangelnden Möglichkeiten der physischen Distanzierung sei das Infektionsrisiko in den Gemeinschaftsunterkünften drastisch erhöht. Die Regensburger Grünen fordern daher eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge, etwa in Hotels und Ferienwohnungen.

Weitere Corona-Fälle

  • Voraussichtlich bis 7. Juni geben die Regensburger Tafeln keine Lebensmittel mehr aus. Mitarbeiter sollen Kontakt zu möglichen Corona-Infizierten aus den Flüchtlingsunterkünften gehabt haben.
  • Nach einem positiven Befund an der St.-Wolfgang-Mittelschule meldete jetzt auch die Realschule am Judenstein einen Corona-Fall. Sämtliche Schüler und Lehrer der betroffenen Klassen stehen unter Quarantäne.

Claudia Böhm

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