Corona: Ein großer Schritt zurück zur Normalität Antikörper-Test und Exit-Plan für Bayern

Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es Hoffnungsschimmer. Die Neuinfektionen sind rückläufig und die Forschung macht Fortschritte. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein vorsichtiges Öffnen. Die Erfolge sind eindeutig”, so Ministerpräsident Markus Söder.

Von Mario Hahn

Der Roche-Standort im bayerischen Penzberg am vergangenen Montag. Stolz tritt Ministerpräsident Markus Söder vor die Kameras und verkündet: „Das ist heute kein regionales Ereignis, das ist ein internationaler Schritt.“
Dem Pharmariesen ist es gelungen, einen Test zum Nachweis von Corona-Antikörpern zu entwickeln. Normalerweise dauert die Entwicklung eines präzisen Antikörpertests Jahre – die Roche-Forscher haben es in nur wenigen Monaten geschafft.

Antikörpertests als Schlüssel?

Experten wissen: Zuverlässige Antikörpertests gelten als Schlüsselelement zur Lockerung der strikten Coronavirus-Auflagen. Wer Antikörper hat, gilt zumindest vorübergehend als immun gegen das Virus und könnte ohne Gefahr für sich und andere wieder am öffentlichen Leben teilnehmen.

Nur zwei Tage später tritt Söder nach einer Kabinettssitzung in München erneut vor die Kameras und kündigt weitgehende Lockerungen im Kampf gegen das Coronavirus SARS-CoV 2 an. Darauf hat die Bevölkerung seit Mitte März gewartet.

Der Exit-Plan im Überblick

  • Seit Mittwoch sind die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Es ist wieder erlaubt, eine Person außerhalb des eigenen Hausstands und auch enge Familienangehörige zu treffen oder auch zu besuchen. Kontaktbeschränkungen (Kontakte minimieren, 1,5 Meter Abstand halten) und ein Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum bleiben aber bestehen.
  • Gute Nachrichten für Eltern: Alle Spielplätze in Bayern sind wieder freigegeben.
  • Alten- und Pflegeheime: Der Besuch – von einer festen Kontaktperson unter strikten Hygiene- und Schutzmaßnahmen – ist ab sofort wieder erlaubt.
  • Gastronomie und Hotels: Nach wochenlanger Zwangspause dürfen in Bayern Gaststätten und Hotels schrittweise wieder öffnen: die Außenbereiche am 18. Mai, Speiselokale im Innenbereich am 25. Mai, Hotels am 30. Mai.
  • Da freut sich der Einzelhandel. Ab Montag, 11. Mai, dürfen wieder alle Geschäfte öffnen. Auch die mit über 800 Quadratmetern Verkaufsfläche.
  • Ab Montag öffnen die Schulen schrittweise. Zuerst dürfen die Jahrgänge zurück, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, sowie die Viertklässler an den Grundschulen. Ab 18. Mai soll der Präsenzunterricht für folgende Klassen wieder aufgenommen werden: Grundschule: 1. Klasse; Mittelschule: 5. Klasse; Realschule: 5. und 6. Klasse; Gymnasium: 5. und 6. Klasse. Erst nach den Pfingstferien Mitte Juni soll es wieder Präsenzunterricht für alle Schüler und alle Altersklassen geben. Abschlussklassen dürfen seit Ende April wieder die Schule besuchen.
  • Wann wieder alles in Kindergärten und Kitas normal läuft, ließ der Ministerpräsident offen. Das ist sicher: Ab Montag dürfen bestimmte Kinderbetreuungseinrichtungen öffnen, u. a. Waldkindergärten und Tagespflegeeinrichtungen mit bis zu fünf Kindern. Auch wird wechselseitige private Kinderbetreuung in festen Kleingruppen von bis zu drei Familien erlaubt.
  • Zoos und kulturelle Einrichtungen: Ab Montag dürfen Zoos, botanische Gärten, Museen, Bibliotheken, Galerien, Ausstellungen und Gedenkstätten wieder öffnen.

Weitere Infos über die Corona-Epidemie in unserer Rubrik >> CORONA-UPDATE


Oberpfalz: 143 Mio. Euro Soforthilfe

Corona stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Deshalb können Betriebe und Freiberufler, deren Existenz bedroht ist, seit Mitte März Soforthilfe beantragen.

Die Regierung der Oberpfalz, die im Regierungsbezirk das Soforthilfeprogramm des Bayerischen Wirtschaftsministeriums abwickelt, teilte mit, dass bisher über 22.000 Anträge entschieden worden sind. Rund 17.000 Unternehmen haben die Soforthilfe bereits erhalten. Bis dato wurden über 143 Mio. Euro ausgezahlt.
In den letzten Wochen gab es immer wieder Fälle, in denen „Kosten“ angegeben wurden, die fragwürdig erschienen. „In solchen und ähnlich gelagerten Fällen schauen wir genau hin und fragen gezielt nach“, betont Regierungspräsident Axel Bartelt: „Auch wenn über 95 Prozent der Anträge einer Corona-bedingten finanziellen Notlage entspringen, gibt es unter den Antragstellern leider vereinzelt schwarze Schafe oder Trittbrettfahrer. Diese gilt es konsequent herauszufiltern. Wir wollen nicht, dass sich Betrüger an den für die Unternehmen dringend notwendigen finanziellen Hilfen bereichern.“

Claudia Böhm

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