Corona-Exit in kleinen Schritten Was jetzt gelockert wird - und was nicht

Heiß erwartet war der Auftritt von Kanzlerin Merkel gestern bei vielen Bürgern/innen. Nachdem sie sich am Nachmittag in einer Telefonkonferenz zusammen mit den Ministern/innen der Länder beraten hatte, gab sie am frühen Abend die nächsten Schritte in der Corona-Krise bekannt. Was jetzt gelockert wird – und was nicht.

  • Die derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen werden vorerst beibehalten, mindestens einschließlich dem 3. Mai.
  • Der Mindestabstand (1,5 Meter) muss in der Öffentlichkeit weiter eingehalten werden. Verstöße werden weiterhin geahndet.

  • Es wird empfohlen, in der Öffentlichkeit bzw. im Supermarkt und im ÖPNV eine Schutzmaske zu tragen. Eine Maskenpflicht gibt es nicht.

  • Ab kommenden Montag (20.04.) dürfen Geschäfte mit einer Größe von maximal 800 Quadratmetern wieder öffnen. Es gelten jedoch strenge Auflagen: Hygienevorschriften müssen eingehalten werden, es kann Einschränkungen geben, wie viele Kunden sich zeitgleich in einem Geschäft aufhalten dürfen. Warteschlangen sollen aber vermieden werden.

  • Öffnen dürfen auch alle Auto- oder Fahrradhändler sowie Buchhandlungen – egal wie groß ihre Ladenfläche ist. Auch für sie gelten die Hygienevorschriften und Abstandsregelungen.

  • Friseurbetriebe könnten ab dem 4. Mai wieder geöffnet werden. Für sie werden ebenfalls strenge Hygienevorschriften gelten und die Friseure/innen sollen Schutzkleidung tragen.

  • Restaurants, Kneipen, Bars, Clubs, Diskotheken sowie Theater, Opern und Konzerthäuser bleiben weiterhin geschlossen

  • Gastronomie-Betriebe dürfen ihren regulären Betrieb ebenfalls noch nicht wieder aufnehmen, Lieferservices und “to go”-Angebote sind aber weiterhin erlaubt.

  • Firmen und Betriebe sollen weiterhin auf Heimarbeit/Homeoffice setzen. Unternehmen mit laufendem Betrieb sollen Hygienemaßnahmen einhalten,  d.h. nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden vermeiden und die Infektionsrisiken bei erforderlichen Kontakten durch besondere Hygiene- und Schutzmaßnahmen minimieren.

  • Ab Montag, den 4. Mai, sollen Abschlussklassen bzw. die Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und die obersten Grundschulklassen, wieder zum Unterricht gehen. Anstehende Prüfungen, wie etwa das Abitur, sollen bereits vor dem 4. Mai abgelegt werden können. Alle anderen Schüler/innen bleiben bis auf Weiteres zu Hause.

  • Kitas bleiben bis mindestens 4. Mai geschlossen. Die Notbetreuung, die Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen wahrnehmen können, soll auf weitere Berufsgruppen erweitert werden.

  • Besonders gefährdete Bewohner von Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen sollen weiterhin geschützt werden, ohne sie vollständig zu isolieren. Mithilfe externer Berater sollen Konzepte dazu erarbeitet werden.

  • Großveranstaltungen bleiben bundesweit bis voraussichtlich zum 31. August untersagt. Dabei liegt die Entscheidung, ab welcher Größe Veranstaltungen verboten sind, bei den einzelnen Bundesländern. Auch Fußballspiele können in den kommenden Monaten nicht stattfinden.

  • Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen sowie religiöse Feierlichkeiten und Veranstaltungen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sollen vorerst weiterhin nicht stattfinden. Kirchen sollten stattdessen weiter auf “mediale” Möglichkeiten setzen.

  • Auf private Reisen sollten Bundesbürger/innen vorerst verzichten. Dazu zählen auch Besuche von Verwandten oder Tagesausflüge. Übernachtungen innerhalb Deutschlands sind nach wie vor nur zu notwendigen Zwecken erlaubt, nicht wenn es Urlaubsaufenthalte sind. Zudem gilt weiterhin die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Konkrete Beschlüsse für Bayern folgen am Mittag

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird heute Vormittag in einer Kabinettssitzung beschließen, was für sein Bundesland umgesetzt werden soll. In einer Pressekonferenz um 12.30 Uhr wird er dazu informieren.

Claudia Böhm

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