Corona: Krankenhäuser haben alles im Griff Krankenhäuser der Region geben Auskunft über die aktuelle Situation

Regensburg – Szenen aus Frankreich, Italien oder den USA erschütterten die ganze Welt. Säckeweise wurden Tote aus Krankenhäusern abtransportiert. Die Corona-Pandemie stellt viele vor schwere Herausforderungen. Auch in Bayern, nur ist man hier immer noch Herr der Lage. Wir haben uns in den Einrichtungen der Region umgehört.

Von Mario Hahn

SARS-CoV-2 breitet sich weiter weltweit aus; aktuell sind 2,5 Mio. Menschen infiziert. Mehr als 170.000 sind verstorben. Deutschland hat 150.000 bestätigte Fälle, bayernweit sind 40.000 Menschen an COVID-19 erkrankt. In der Oberpfalz und in Niederbayern sind 8.000 Infizierte gemeldet. Die meisten Corona-Infizierten befinden sich in häuslicher Quarantäne, nur die schweren Fälle werden stationär behandelt.

Während die Lage in vielen Krankenhäusern in weiten Teilen der Welt – meist wegen geringer Standards – schlecht ist, scheint es bei uns so gut wie keine Probleme zu geben. Ist das wirklich so? Wir wollten es genau wissen und haben in den Krankenhäusern der Region nach der Situation gefragt. Die Antworten machen Hoffnung.

Barmherzige Brüder

Die Barmherzigen Brüder in Regensburg stemmen die Pandemie „sehr gut“. Momentan behandle man ca. 30 COVID-19-Patienten. „Weil wir für den Fall einer großen Zahl von Corona-Patienten alle verschiebbaren OPs und Eingriffe verlegt haben, halten wir derzeit noch viele freie Betten vor“, so Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler.

Kreisklinik Wörth a. d. Donau

Noch kein Verstorbener, dafür mehr als zehn als genesen Entlassene – auch die Kreisklinik Wörth an der Donau kämpft wacker gegen Corona. Als zertifiziertes Beatmungszentrum besitzt die Einrichtung die notwendige Expertise und entsprechende Strukturen wie z. B. spezielle Stationen für COVID-19-Erkrankte. Direktor Martin Rederer: „Die Anzahl der Patienten auf der Normalstation liegt im oberen einstelligen Bereich, die auf der Intensivstation im unteren einstelligen Bereich.“

Goldberg Klinik

„Entspannt“ sei die Corona-Lage in der Kelheimer Goldberg Klinik. „Der Großteil der aktuell bei uns behandelten Patienten (19) ist auf dem Weg der Besserung, Neuerkrankungen sind weniger geworden. Langsam kann daran gedacht werden, wieder Kapazitäten für aufgeschobene Behandlungen frei zu machen“, informiert der Pandemiebeauftragte Michael Reng.

Donau-Isar-Kliniken

In den Donau-Isar-Kliniken in Deggendorf, Dingolfing und Landau gestaltet sich die Corona-Lage positiv. „Derzeit sind unsere Behandlungskapazitäten nicht komplett ausgelastet“, so Sprecher Jürgen Stern. Knapp 40 Patienten warten derzeit auf ihre Genesung.

Klinik Bogen

Die Klinik Bogen ist das COVID-19-Zentrum für Straubing-Bogen. Aktuell werden bis zu 50 Patienten versorgt. Die aktuelle Beatmungskapazität beträgt acht Plätze, die innerhalb von 24 Stunden auf zwölf Plätze erweiterbar sind. Am Dienstag befanden sich an der Klinik Bogen 39 bestätigte und neun Verdachtsfälle. In intensivmedizinischer Behandlung waren es zu dieser Zeit vier COVID-Patienten, drei davon beatmet. Die Beatmungsdauer ist insgesamt vergleichsweise lang. Die meisten Beatmeten müssen täglich für viele Stunden auf dem Bauch liegen, was einen pflegerischen und ärztlichen Mehraufwand bedeutet.

Universitätsklinikum

Momentan pendelt die Zahl von COVID-19-Patienten, die im Universitätsklinikum Regensburg (UKR) versorgt werden, zwischen 36 und 40. Die meisten davon werden intensivmedizinisch betreut. Da die Zahlen seit einigen Tagen nicht weiter steigen, kann man zum jetzigen Zeitpunkt vorsichtig von einer sich stabilisierenden Lage sprechen, ohne den Ernst und die Schwere der Erkrankung der Patienten mit dieser Aussage zu bewerten. Das UKR hält als COVID-19-Schwerpunktkrankenhaus dennoch wie bisher ausreichend Betten im Intensivbereich und auf Allgemeinstationen bereit, sodass jederzeit auch wieder mehr Patienten versorgt werden können. Damit verbleibt das UKR im stationären wie auch im ambulanten Bereich im so genannten „erweiterten Notfallbetrieb“.

Zu guter Letzt

Trotz der Krise gibt es auch Positives zu berichten. So seien Zusammenhalt und Teamgeist weiter gestiegen. Auch gab es viel Solidarität von außen. Am UKR z. B. helfen 400 Studenten mit. Bei den Barmherzigen Brüdern hat die Belegschaft zuletzt Spenden von Osternestern, Pizzen bis hin zu Schutzmaterialien erhalten. Ähnliches lässt sich von allen Krankenhäusern berichten.

Claudia Böhm

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