Corona-Maßnahmen: Politik zieht die Daumenschrauben fester Lockdown bis 31. Januar verlängert / Weitere Maßnahmen beschlossen

Aktualisiert vor 1 Woche von Nadja Pohr

Regensburg – Neues Jahr, altes Lied. Da die Infektionszahlen unverändert hoch sind, beschloss die Regierung die Verlängerung des Lockdowns bis 31.Januar. Das hat auch massive Auswirkungen auf die Schulen.

Von Mario Hahn

Corona-Deutschland kommt nicht zur Ruhe. Obwohl nach Biontech/Pfizer nun auch der Impfstoff vom US-Pharmariesen Moderna die EU-Zulassung erhielt, verharren die Neuinfektionszahlen auf hohem Niveau.

Aus diesem Grund einigten sich Kanzlerin Merkel und die Länderchefs auf eine Verlängerung der ursprünglich bis 10. Januar vereinbarten Lockdown-Regeln bis mindestens Monatsende sowie auf noch strengere Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich.

Folgende Regeln gelten in Bayern ab dem 11. Januar

■ Die Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr bleibt bestehen.
■ Geschäfte und Dienstleistungen außerhalb des täglichen Bedarfs sowie Gastronomie und Hotels bleiben geschlossen
■ Kantinen bleiben geschlossen und dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten.
■ Schärfere Kontaktbeschränkungen: Künftig ist nur noch das Treffen einer weiteren Person möglich. Die Personen des eigenen Hausstandes sind davon ausgenommen.
■ Für Eltern gibt es zusätzliche 10 Krankentage für Kinderbetreuung – Alleinerziehende erhalten 20 Tage.
■ In Hotspots über einer Inzidenz von 200 wird der Bewegungsradius auf 15 Kilometer zum eigenen Wohnort begrenzt. Das gilt nur für touristische Tagesausflüge. Einkaufen, Beruf und Familie sind ausgeschlossen. Zur Info: Laut Robert-Koch-Institut liegt der Inzidenzwert der Stadt Regensburg bei 74,5 und der des Landkreises Regensburg bei 68,0. Beide Werte stammen vom 7. Januar.
■ Bei der Einreise aus einem Risikogebiet gelten ab sofort eine Testpflicht und die zehntägige Quarantäne. Ab dem 5. Tag kann die Quarantäne mit einem negativen Corona-Test beendet werden.
Auswirkungen auf Schulen

Wer gedacht bzw. gehofft hatte, seine Kinder nach den Winterferien ab kommendem Montag wieder in die Schule zu schicken, wurde bitter enttäuscht. „Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen müssen die Schulen weiter geschlossen bleiben“, erklärte Ministerpräsident Söder. So wurde bis zum 31. Januar der Distanzunterricht in allen Schulen und Jahrgangsstufen angeordnet. Für Kindertagesstätten, Schüler der Stufen 1 bis 6, Förderschüler und Kinder mit Behinderungen soll eine Notbetreuung eingerichtet werden. Zudem soll es die Möglichkeit geben, Kinder privat zu betreuen – allerdings nur in einer festen anderen Kontaktfamilie.

„Sobald es das Infektionsgeschehen nach dem 31. Januar 2021 zulässt, wird eine Rückkehr zum Präsenzunterricht – nach Jahrgangsstufen gestaffelt – angestrebt“, so Söder.
In Bayern fallen auch die Faschingsferien aus. Die eigentlich vom 15. bis 19. Februar geplante Ferienwoche werde es nicht geben, in der Zeit könne Unterricht nachgeholt werden, der wegen der Pandemie ausgefallen sei, sagte Söder.

Kritik an Schul-Lockdown

Laut dem Sozialverband VdK trifft der verlängerten Lockdown besonders arme Familien. VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Die Belastungsgrenze vieler Eltern ist erreicht. Die Kultusminister versäumen es seit Monaten, schlüssige Konzepte für die Schulkinder vorzulegen und lagern die Probleme in die Familien aus. Viele Familien verfügen über schlechtere Möglichkeiten, um ihre Kinder zuhause zu beschulen. Es fehlen weiterhin digitale Geräte, schnelle Internetverbindungen und Ressourcen in den Familien, die Kinder zu betreuen.“

Bentele unterstrich: „Gerade in wichtigen, aber schlecht bezahlten Berufen müssen oft beide Eltern zur Arbeit – auch im Lockdown. Damit ist für ihre Kinder keine Betreuung gesichert. Auch die Notbetreuung greift häufig nicht. Dazu kommt der Wegfall des kostenlosen Schulessens, wodurch die Familien zusätzliche Kosten stemmen müssen. Solange die Schulen geschlossen bleiben, brauchen wir endlich eine vernünftige Lohnersatzleistung, die es Eltern erlaubt, ihre Kinder angemessen, ohne finanzielle Sorgen zu Hause zu versorgen. Für arme Familien muss es unbürokratische Hilfe geben, um Zusatzkosten für Essen und digitales Lernen aufzubringen.“

Der VdK fordert deshalb einen pauschalen Corona-Mehrbedarf von 100 Euro monatlich an Menschen auszuzahlen, die auf Grundsicherung angewiesen sind.

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Nadja Pohr

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