Regensburg ist in Kurzarbeit MdB Peter Aumer informiert sich über Auswirkungen der Coronakrise

Aktualisiert vor 5 Monaten von Mario Hahn

Regensburg – Wie geht es den Menschen in der Domstadt während der Coronakrise? Darüber diskutierten Peter Aumer, der direkt gewählte Bundestagabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg, und Johann Beck, Leiter der Agentur für Arbeit Regensburg. Dabei wird deutlich: Die Auswirkungen des Virus haben den Arbeitsmarkt im Agenturbezirk fest im Griff. Rund jeder fünfte Beschäftigte war von Kurzarbeit betroffen.

Von Claudia Böhm

Die Zahlen sprechen ein deutliches Bild: Über 6.000 Anzeigen von Firmen auf Kurz-arbeit sind seit März 2020 eingegangen. Allein im Mai haben über 5.000 Firmen Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen, wobei über 50.000 Menschen in Kurzarbeit waren. Kurzarbeit hat damit rund jeden fünften sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk betroffen. Anders als in der Finanzkrise sind aus fast allen Wirtschaftszweigen Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Besonders stark betroffen sind der Handel, die Gastronomie und das verarbeitende Gewerbe. Zudem stammen 60 Prozent der Anzeigen von Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten.

Weiter zu wenige Fachkräfte
Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Verlängerung und Erhöhung von Kurzarbeitergeld kommt damit der Region besonders zugute. Beck betont zudem, dass in der Region nach wie vor ein Fachkräftemangel besteht. Dies zeigt sich unter anderem am robusten Ausbildungsmarkt mit 1,6 Stellenangeboten je Auszubildendem. Aumer kündigt an: „Damit sich die Corona-Krise nicht negativ auf den Ausbildungsmarkt auswirkt, werden wir in Berlin Ausbildungsprämien auf den Weg bringen.“ Aus seiner Sicht ist das Kurzarbeitergeld für die Region besonders wichtig, um einerseits Arbeitslosigkeit für die Arbeitnehmer zu verhindern und andererseits die Fachkräftesicherung für die Arbeitgeber zu gewährleisten. Mit Blick auf die von Aumer angesprochenen Lockerungsmaßnahmen verweist der Leiter der Arbeitsagentur auf bereits im Juni wieder sinkende Antragszahlen zur Kurzarbeit. Wie schnell die Wirtschaft in der Region wieder hochfahren kann, hängt aber auch von der Annahme des Konjunkturpakets der Bundesregierung durch die Bevölkerung ab.

Es wird kaum eingestellt
Bei der Arbeitslosigkeit gibt es zwar einen spürbaren Anstieg, dieser ist aber darauf zurückzuführen, dass momentan aufgrund der vielen Unsicherheiten kaum Einstellungen erfolgen, während die Arbeitslosenmeldungen mit den Vorjahren vergleichbar sind.
Grundsätzlich offenbart die Corona-Krise, dass der Arbeitsmarkt Regensburg stark vom Strukturwandel in der Automobilindustrie beeinflusst wird. Aumer setzt sich daher in Berlin dafür ein, Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter in den Betrieben zu stärken und die Pilotprojekte der Arbeitsagentur nach dem Ansatz „Work first“ – trotz der zunehmend klammeren Kassen bei der Bundesagentur – zu erhalten.

Regensburg ist abhängig vom Weltgeschehen
Aumer: „Die Corona-Krise offenbart uns die Abhängigkeiten des Regensburger Arbeitsmarktes vom Weltgeschehen. Um langfristig weiter zu den Erfolgsregionen in Deutschland zu gehören, braucht es mehr Prävention, Inklusion und Förderung auf dem Arbeitsmarkt und eine spürbare Erholung der Binnennachfrage.“

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

Eine Antwort auf “Regensburg ist in Kurzarbeit MdB Peter Aumer informiert sich über Auswirkungen der Coronakrise

  1. Wir sind auch in Kurzarbeit wie auch so viele. Arbeitsmäßig ist aber genauso viel zu tun wie davor , ebenso genauso viele Aufträge wie vor der “Krise” auch von vielen Kunden höre ich das selbe.
    Meiner Meinung nutzen viele Firmen dies nur aus um an Geld vom Staat zu kommen mehr nicht.

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