Söders neuer Corona-Plan für Bayern Grundschul- & Kita-Öffnungen ab 22.2. / Grenzkontrollen nach Tschechien wahrscheinlich

Aktualisiert vor 3 Wochen von Nadja Pohr

München/Berlin – Klar ist, der deutschlandweite Lockdown wurde bis 7. März verlängert. Doch wie geht es in Bayern weiter? Nach dem Gipfel-Treffen in Berlin trat Ministerpräsident Markus Söder am Donnerstag vor die Presse, um die Bevölkerung über die neue Strategie in der Corona-Krise zu informieren. Hier die Ergebnisse.

In Bayern sollen Grundschulklassen ab Montag, 22. Februar, an die Schulen zurückkehren – aber nur im Wechselunterricht und nur in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von weniger als 100. Auch Kitas sollen am 22.2. wieder im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen. Zudem sollen nach den Abschlussjahrgängen an Gymnasien und beruflichen Schulen dann auch die Abschlussklassen an Real- und Mittelschulen wieder Präsenzunterricht bekommen. Wann auch für alle anderen Schüler/innen an weiterführenden Schulen wieder Wechselunterricht beginnen könnte, bleibt weiter offen.

Ausgangssperre läuft aus

Darüber hinaus hat das Bayerische Kabinett beschlossen, dass die landesweite nächtliche Ausgangssperre im Freistaat am Sonntag ausläuft. Lediglich in Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100 soll es weiterhin nächtliche Ausgangssperren geben – also nur noch regional. Außerdem soll die Regelung dann erst ab 22 Uhr gelten. Bislang dürfen die Menschen in ganz Bayern ab 21 Uhr ohne einen triftigen Grund nicht mehr auf die Straße.

Stationäre Grenzkontrollen

Die Nachbargebiete Bayerns in Tschechien sowie das österreichische Bundesland Tirol sollen nach Auffassung von Söder im Kampf gegen das Corona-Virus zu Mutationsgebieten erklärt werden. Dies könnte dann stationäre Grenzkontrollen nach sich ziehen. Einreisen nach Bayern seien dann ausnahmslos nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich, der nicht mehr in Bayern nachgeholt werden dürfe, sagte Söder. Die Gespräche mit dem Bund liefen, es sei „sehr wahrscheinlich“, dass es so komme. „Dies kann unsere Sicherheit deutlich verbessern“, sagte Söder.
Bayern befürchtet, dass über Einpendler aus dem stark von Corona-Infektionen betroffenen Tschechien mutierte Coronaviren eingeschleppt werden. Alle bayerischen Hotspots lägen entlang der Grenze zu Tschechien. Teilweise habe dort bereits die mutierte britische Variante des Virus die Oberhand gewonnen. Söder forderte die südlichen Nachbarn im österreichischen Bundesland Tirol auf, die Entwicklung ernst zu nehmen. „Dort hat man schon einmal eine Entwicklung nicht ernst genommen“, sagte er mit Blick auf den Skiort Ischgl, der einer der Hotspots in der ersten Corona-Welle im vergangenen Winter war.

Lockdown bis zum 7. März

Trotz sinkender Infektionszahlen fahren Bund und Länder weiter einen vorsichtigen Kurs in der Corona-Pandemie. Sie einigten sich darauf, die geltenden Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen sowie die Schließung von Gastronomiebetrieben und Hotels grundsätzlich bis zum 7. März zu verlängern.
Einen nächsten Öffnungsschritt könnte es geben, wenn die Zahl der Neuinfektionen weiter sinkt. Sollte die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz der Neuinfektionen bis zum 7. März stabil unter 35 gesunken sein, sollen die Beschränkungen von den Ländern danach schrittweise gelockert werden können. Dann sollten der Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen unter konkreten Auflagen wieder aufmachen können, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern.
Momentan liegt die Zahl pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bundesweit im Schnitt bei 68 bestätigten Neuinfektionen täglich. Der Wert von 35 sei durchaus in Sichtweite, betonte Söder: „Es ist kein Vertagen auf den Sankt-Nimmerleinstag.“

Eine Ausnahme soll es zuvor für Friseure geben. Sie sollen unter strikten Hygiene-Auflagen bereits Anfang März wieder öffnen dürfen. „Eine ganze Branche atmet auf, endlich haben wir eine Perspektive und Planungssicherheit“, hieß es vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. (dpa)

Tirol verschärft Regeln – Grenzkontrollen zu Tschechien?

Nadja Pohr

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