Voderholzer für Lockerung der Ausgangsbeschränkungen Regensburgs Bischof: "Kirche lebt von der Versammlung"

Aktualisiert vor 7 Monaten von Claudia Böhm

In der Diskussion um eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen hat der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer auf die Bedeutung der christlichen Gottesdienste nicht nur für den Heilsauftrag der Kirche, sondern auch für den Zusammenhalt und die gesellschaftliche Orientierung in dieser Krise hingewiesen. „Wir haben bisher aus Überzeugung und in Übereinkunft mit den staatlichen Regelungen große Opfer gebracht und zuletzt an Ostern schmerzhaft auf vieles verzichtet. Jetzt braucht es mit den allgemeinen Lockerungen auch ein behutsames und schrittweises Öffnen der Gottesdienste für die Teilnahme von Gläubigen, die das Ganze bisher mit Geduld und Verständnis mitgetragen haben.“

BibelVoderholzer verweist dabei auf die Möglichkeit, zunächst kleine Gruppen zuzulassen, vergleichbar mit der diskutierten Nutzung von Geschäften und Schulen, abhängig von der Größe des jeweiligen Kirchengebäudes und unter Wahrung strenger Hygienevorschriften wie Masken und Abstandswahrung. „Kirche lebt von der Versammlung zum Hören von Gottes Wort und zum Empfang der Sakramente. Daher ist es für die Kirche existenziell, dass sie sich wenigstens in kleinen Gruppen zum Gottesdienst versammeln kann.“

Bischof Voderholzer will dieses Anliegen mit seinen bayerischen Mitbischöfen und dem Katholischen Büro in München sowie auch mit Vertretern der evangelisch-lutherischen Landeskirche besprechen und an die zuständigen staatlichen Stellen herantragen.

Reaktion aus der Politik

Tobias Gotthardt
Der Regensburger Landtagsabgeordnete und Europaausschussvorsitzende Tobias Gotthardt. Foto: Philipp Seitz
Presseerklärung des Regensburger Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt zur Forderung von Bischof Rudolf Voderholzer zur schrittweisen Öffnung der Gottesdienste für Gläubige:

„Mit seiner Forderung, die Gottesdienste jetzt behutsam und schrittweise wieder für die Teilnahme von Gläubigen zu öffnen, rennt Bischof Voderholzer bei uns FREIEN WÄHLERN eindeutig offene Kirchentüren ein. Diese Position ist Teil unseres heute veröffentlichten Corona-Fahrplans. Die Menschen haben nun lange genug auf etwas verzichtet, das vielen noch immer als eine Art Grundversorgung gilt. Gerade in diesen schwierigen, herausfordernden Zeiten brauchen die Gläubigen wieder den spürbaren, gelebten Rückhalt ihrer Gemeinde. Ihre „communio“ ist existenziell – für Gläubige und für die Kirche. Unser Vorschlag ist, gemeinsam mit der evangelischen Landeskirche und den Freisinger Bischofskonferenz einen Maßnahmenkatalog strenger Hygienekriterien zu vereinbaren, unter dem das Feiern kleinerer Gottesdienste und Andachten wieder möglich wird – auch in Vorgriff auf den in Kürze beginnenden Marienmonat Mai und – vorausschauend – das Pfingstfest.“

Claudia Böhm

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