Wann kommt die Corona-Impfung? Die wichtigsten Antworten rund um Zulassung und Sicherheit

Regensburg – Die Allgemeinverfügung, die Regensburg eine Woche lang verschärfte Corona-Beschränkungen beschert hat, ist abgelaufen. Der Signalwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern ist nicht mehr erreicht worden. Trotzdem bleibt die Lage angespannt. An mehreren Schulen und Kindertageseinrichtungen in der Region befinden sich Gruppen und Klassen in Quarantäne. Wie sich die Situation in den Herbst hinein entwickelt, kann niemand sagen. Klar ist aber: Ein Impfstoff muss her.

Von Claudia Böhm

An Impfstoffen gegen Covid-19 wird weltweit intensiv geforscht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden aktuell 26 mögliche Impfstoffkandidaten getestet, 143 weitere Kandidaten sind in der vorklinischen Entwicklung. Die Rahmenbedingungen sind gut: Die Forschung fängt nicht bei null an. Andere Coronaviren wie MERS und SARS sind bereits bekannt.

Mitte nächsten Jahres könnte es soweit sein

Wann ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird, hängt vom Verlauf der aktuellen Impfstudien und Zulassungsverfahren ab. In Deutschland kann ein Impfstoff nur nach erfolgreichem Abschluss des umfangreichen Erprobungs-Verfahrens, nach allen drei klinischen Testphasen, zugelassen werden. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek rechnet damit, dass Mitte des nächsten Jahres breite Teile der Bevölkerung geimpft werden können.

Die Phasen der Impfstoffentwicklung

Bei der Impfstoffentwicklung muss zunächst das Virus genau untersucht werden. In der sogenannten präklinischen Phase wird festgelegt, welche Bestandteile des Virus und welche Zusatzstoffe im Impfstoff berücksichtigt werden. Der Impfstoff wird zunächst an Tieren erprobt. Anschließend wird er in einem dreistufigen Verfahren an Freiwilligen getestet.

Phase I: Die Verträglichkeit eines Impfstoffs und seine Fähigkeit, eine Immunabwehrreaktion hervorzurufen, wird erstmals am Menschen getestet. Jedoch nur an maximal 100 gesunden Freiwilligen.
Phase II: Die richtige Dosis, die Verträglichkeit und die Immunabwehrreaktion werden an einer größeren Anzahl von Freiwilligen erprobt.
Phase III: Mehrere tausend bis mehrere zehntausend Freiwillige erhalten den Impfstoff. Im Alltag soll erprobt werden, ob er wirklich schützt und sicher ist. Seltene Nebenwirkungen werden erkennbar.

Verlaufen diese Prüfungen erfolgreich, kann ein Zulassungsverfahren beginnen. Ist dieses erfolgreich abgeschlossen, kann der Impfstoff eingesetzt werden.

Da sich derzeit verschiedene Impfstoffkandidaten in der letzten Prüfphase befinden, ist es gut möglich, dass mehrere Impfstoffe zugelassen werden. Nach der Zulassung muss der Impfstoff in ausreichender Menge produziert und verteilt werden, bevor er für die ganze Bevölkerung zur Verfügung steht.

Claudia Böhm

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