AfD wählt Boehringer im Freistaat zum Spitzenkandidaten 10% der Bayern würden derzeit AfD wählen

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Greding (dpa/lby) – Bayerns AfD hat den Bundestagsabgeordneten Peter Boehringer auf Platz eins ihrer Landesliste für die Bundestagswahl am 26. September gewählt. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag war am Samstag im mittelfränkischen Greding (Landkreis Roth) einziger Bewerber für die Spitzenkandidatur. Auf Platz zwei setzte sich die bayerische AfD-Chefin Corinna Miazga in einem Duell zweier Landesvorstandsmitglieder durch.

Sowohl Boehringer als auch Miazga kritisierten in ihren Reden vor allem die Corona-Politik der Bundesregierung. Man befinde sich immer noch in einer «Schlacht um unsere Grundrechte», sagte Boehringer, der 94 Prozent aller abgegebenen Delegiertenstimmen erhielt. Sein Ergebnis zeige, dass es in der Partei trotz aller Strömungen doch einen großen Kernbestand an gemeinsamen Werten gebe. Der 52-Jährige wolle die AfD nun als «Mann der Parteimitte» in den Wahlkampf führen.

Umfragen zufolge würden sich bei der Bundestagswahl zehn Prozent der Bayern derzeit für die AfD entscheiden. 2017 hatten 12,4 Prozent der Wähler im Freistaat der Partei ihre Stimme gegeben. «Mein Ziel wäre schon, dass wir das Ergebnis halten», sagte Boehringer.

Auf Listenplatz zwei wählten die rund 300 Delegierten die Landesvorsitzende Corinna Miazga, die sich in einer Stichwahl gegen Vize Hansjörg Müller behauptete. «Ich bin wieder da», hatte Miazga mit den Tränen kämpfend bei ihrer Bewerbungsrede gesagt. Für die 38-Jährige war es einer der ersten großen öffentlichen Auftritte nach der Bekanntgabe ihrer Krebserkrankung Ende 2020.

Ihr Sieg über Müller gilt gleichzeitig als Sieg des gemäßigteren AfD-Lagers, dem Miazga angehört. Müller hingegen war in der Vergangenheit immer wieder durch provokante Reden aufgefallen und hatte dem Vernehmen nach viele Unterstützer im offiziell aufgelösten «Flügel».

Die Wahl in Greding bestimmt, in welcher Reihenfolge die Partei Abgeordnete aus Bayern in den nächsten Bundestag entsendet. Die übrigen Plätze sollten am Samstag und den darauffolgenden sechs Terminen, die sich bis Mitte Juni ziehen können, vergeben werden.

Aufgrund der Pandemie findet der Listenparteitag nicht als Mitglieder- sondern als Delegiertenversammlung statt. Laut Versammlungsleiter waren Samstag knapp über 300 Delegierte anwesend.

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