Ein Pieks gegen Krebs und Genitalwarzen HPV-Impfung kann vor verschiedenen Krebsarten schützen

Regensburg – Fast alle Männer und Frauen infizieren sich im Lauf ihres Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV). Die Ansteckung mit dem Virus läuft unbemerkt ab, doch eine Infektion kann noch Jahre oder Jahrzehnte später Gebärmutterhalskrebs, eine lebensbedrohliche Frauenkrankheit, und andere Krankheiten auslösen. Wirksamen Schutz bietet eine Impfung, die die Krankenkassen für Jungen und Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren bezahlen. Eine wichtige Entscheidung, bei der die Gesundheitsregionplus Regensburg und Blizz Eltern helfen wollen. Mit Unterstützung von Dr. Franz Audebert und weiteren Experten klären wir über HPV auf.

Von Claudia Böhm

Sexuell übertragbare Krankheiten? Darüber spricht niemand gerne. Aber es muss sein, denn die Gefahr, sich zu infizieren, ist erheblich. Daher hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege eine Kampagne zu sexuell übertragbaren Krankheiten aufgelegt. Die Gesundheitsregionplus Regensburg möchte zusammen mit dem Regensburger Ärztenetz, dem Infektiologen Dr. Franz Audebert und dem Gesundheitsamt im Rahmen der Aktionswoche vor allem auf die Prävention von HPV-Infektionen hinweisen.

Um einer Infektion mit Humanen Papillomviren vorzubeugen, hilft eine Schutzimpfung. Mädchen und Jungen sollten sie im Alter zwischen 9 und 14 Jahren – am besten vor der ersten großen Liebe – erhalten. Die Kosten dafür trägt die gesetzliche Krankenkasse.


HPV-Hotline am 15.01.

Tel.: 0941/56 959 696 – Sprechen Sie mit einem Arzt und mit Ihrem Kind über eine HPV-Impfung oder nutzen Sie unsere Blizz-Hotline:

Am Mittwoch, 15. Januar, zwischen 9 und 18 Uhr nehmen Experten Ihren Anruf unter Tel. 0941/56 959 696 entgegen und beantworten Fragen rund um das Thema HPV-Impfung unverbindlich und kostenfrei


Warum impfen?
Dr. Franz Audebert, Internist und Infektiologe im Praxiszentrum Alte Mälzerei, empfiehlt Eltern, ihre Kinder gegen HPV impfen zu lassen. Foto: Praxiszentrum Alte Mälzerei

Dr. Franz Audebert, Internist und Infektiologe in Regensburg, kennt die Auswirkungen, die HPV auf Menschen haben kann: „Eine HPV-Infektion kann zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, aber auch Analkarzinome verursachen und desweiteren auch Genitalwarzen.“ Auf die Frage, welche Behandlungsmöglichkeiten gegen HPV es gibt, stellt Dr. Audebert klar: „HPV selbst kann man nicht direkt behandeln, es gibt kein ,Virus-Medikament‘. Letztlich kann man nur noch die Folgeschäden behandeln, wie zum Beispiel das Zervixkarzinom oder auch Genitalwarzen.“

Um sich und andere davor zu schützen, empfiehlt der Infektiologe die Impfung. Dann ist man einerseits selbst geschützt, andererseits auch kein Überträger mehr, der andere gefährdet.

„HPV selbst kann man nicht direkt behandeln.” – Dr. Franz Audebert, Infektiologe

Bei Kindern, die sich vor dem 15. Geburtstag für eine HPV-Impfung entscheiden, genügen zwei kleine Piekser in den Oberarm für einen wirksamen Schutz. Wenn erst später mit der Impfung gegen HPV begonnen wird, sind drei Impfdosen nötig.

Wer herausfinden möchte, ob er bereits Träger des Virus ist, kann das über einen Abstrich testen lassen. Dieser ist allerdings keine Kassenleistung und nicht hundertprozentig verlässlich. „Wer geimpft ist, für den ist diese Untersuchung aber nicht notwendig,“ ergänzt Dr. Audebert. Sollte allerdings eine HPV-Infektion vorliegen, kann der konsequente Gebrauch von Kondomen vor einer Ansteckung der Partner, auch vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen, schützen.

Interview mit Dr. Franz Audebert

Experten-Hotline am 15.01.

Fragen über HPV beantworten alle Hausärzte, aber auch Kinderärzte, Gynäkologen und Urologen. Zudem führen sie die Impfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfohlen wird, durch.

Um darüber hinaus offene Fragen zu klären und mögliche Unsicherheiten auszuräumen, gibt es am 15. Januar einen HPV-Aktionstag, bei dem Experten Rede und Antwort stehen.

Alle Blizz-Leser/innen sind herzlich dazu eingeladen, sich am Mittwoch, den 15. Januar mit ihren Fragen telefonisch unter der Nummer 0941/56959696 an folgende Ärzte zu wenden:

  • von 9 bis 12 Uhr: Dr. Benedikt Lampl, Gesundheitsamt Regensburg, Sachgebiet Infektionsschutz
  • von 12 bis 15 Uhr: Dr. Jens Kohlmeyer, Hausarzt, Regensburger Ärztenetz
  • von 15 bis 18 Uhr: Dr. Maximilian Mögele, Frauenarzt, Regensburger Ärztenetz

Weitere Infos unter www.gesundheitsregionplus-regensburg.de und www.stmgp.bayern.de.


HPV – kurz & knapp

  • Humane Papillomviren (HPV) werden von Mensch zu Mensch übertragen, über Haut- und Schleimhautkontakt
  • 70 bis 80 Prozent aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV
  • HPV kann Krebs im Genital-, Anal- und im Kopf-Hals-Bereich sowie Genitalwarzen verursachen
  • Gesetzliche Krankenkassen zahlen die Impfung für Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 17 Jahren
Foto: VadimGuzhva/AdobeStock

Claudia Böhm

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