Gesundheitssektor bietet beste Chancen für Berufseinsteiger und Umsteiger Neue Ausbildung für Multitalente in der Gesundheit

Welche zentrale Rolle das Gesundheitswesen in einer Gesellschaft spielt, ist spätestens während der Corona-Pandemie jedem klar geworden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2020 zum Jahr der Pflegekräfte und Hebammen erklärt. Mitarbeiter in diesem Bereich sind weiterhin dringend gesucht. Welche Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten es gibt und was für Quereinsteiger gilt.

Der Gesundheitssektor in Deutschland boomt seit Jahren. Aktuell bekommen Beschäftigte in diesem Bereich ganz besondere Anerkennung. So sind zum Beispiel in Bayern über 50.000 Anträge auf Corona-Pflegebonus bewilligt und ausbezahlt worden. Für Kinder von Eltern in „systemrelevanten Berufen“ ist eine Notbetreuung sichergestellt.

Chancen für Quereinsteiger

Jenseits der klassischen Schulmedizin haben sich viele neue Bereiche aufgetan, aber auch die klassischen Gesundheitsberufe scheinen oft ein Garant für einen Arbeitsplatz. Ob Ernährungsberatung, Hygienefachkraft, Physiotherapie oder Zahnarztassistenz – die Umschulungsmöglichkeiten für Quereinsteiger sind mannigfaltig.
Berufseinsteigern, die sich früher zwischen den Ausbildungsberufen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege entscheiden mussten, nimmt das neue Pflegeberufegesetz seit 1. Januar 2020 die Entscheidung ab.

Generalistische Pflegeausbildung

Statt der bisher drei Pflegefachberufe soll die neue Ausbildung zur „Pflegefachfrau“ oder zum „Pflegefachmann“ die notwendigen Kompetenzen zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen und den flexiblen Einsatz in allen Versorgungsbereichen ermöglichen. Die Flexibilität der neuen Pflegeausbildung ist ein großes Plus. Wenn einen das Fernweh packt, kann man auch in Italien, Frankreich oder Schweden als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann arbeiten, denn der generalistische Abschluss wird in der ganzen Europäischen Union anerkannt. Auch die Hebammenausbildung wurde reformiert. Ein duales Studium verbindet nun ein wissenschaftliches Studium mit einer beruflichen Ausbildung.

Ausbildung oder Studium?

Über eine Akademisierung von Pflege- und Gesundheitsberufen wurde länger diskutiert. Mittlerweile werden von einer Reihe von Hochschulen entsprechende Studiengänge angeboten. An der Hochschule Fresenius (mit Standort u. a. in München) kann man beispielsweise den Bachelor in Gesundheitsinformatik, Logopädie, Management im Gesundheitswesen, Osteopathie oder Physiotherapie erwerben.
Auf www.bundesgesund heitsministerium.de (Suche: „Gesundheitsberufe“) gibt es eine Übersicht über alle Gesundheitsberufe. Das Portal www.gesundheitsberufe.de bietet weiterführende Informationen für alle Einsteiger, Umsteiger und Aufsteiger im Gesundheitssektor.

Foto: PHotoGRAPHEE.Eu/ADoBEStoCK

Altenpfleger/innen ​dringend gesucht

Die demografische Entwicklung, wie auch der medizinische Fortschritt haben dazu geführt, dass der Bedarf an Pflegepersonal in der Kranken- und Altenpflege gestiegen ist. Bereits jetzt herrscht ein bundesweiter Fachkräftemangel. Im 10-Jahres-Vergleich hat sich die Zahl gemeldeter Stellen für Pflegekräfte mehr als verdoppelt.
Vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in Krankenhäusern (zum Beispiel Gesundheits- und Krankenpfleger/innen) verdienten im Jahr 2019 im Durchschnitt 3.502 Euro brutto im Monat. Fachkräfte in Altenheimen (zum Beispiel Altenpfleger/innen) kamen auf 3.116 Euro.

Claudia Böhm

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