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Gesundheit & Fitness

Kopfschmerzen – das Leiden der Deutschen Die Volkskrankheit Nummer 1

Kopfschmerzen ist die Volkskrankheit Nummer Eins in Deutschland

Regensburg – Langsam oder plötzlich beginnend, dumpf oder stechend, heftig oder kaum zu spüren – jeder hat irgendwann einmal mit Kopfschmerzen zu tun. In Deutschland leiden ca. 54 Millionen Menschen – also 70 Prozent der Bevölkerung – unter vorübergehenden oder anhaltenden Kopfschmerzen.

Von Mario Hahn

Dr. Christoph Lassen, Mitarbeiter für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Regensburg (UKR)
Foto: UKR / Klaus Völcker

Blizz: Wo liegen die Ursachen für Kopfschmerzen?
Dr. Christoph Lassen: Je nach vorliegender Kopfschmerzform können sehr unterschiedliche Ursachen für Kopfschmerzen vorliegen. Grundsätzlich unterscheidet man sog. primäre von sekundären Kopfschmerzen. Die primären Kopfschmerzen, wie z.B. Kopfschmerzen vom Spannungstyp und Migräne, sind eigenständige Erkrankungen. Sekundäre Kopfschmerzen treten als Symptome bei anderen Erkrankungen auf. Primäre Kopfschmerzen sind wesentlich häufiger als sekundäre Kopfschmerzen.
Primäre Kopfschmerzen haben auch verschiedene Ursachen. Grob gesagt bestehen sowohl genetische als auch sog. Umweltfaktoren, die primäre Kopfschmerzen entstehen lassen. Häufige Umweltfaktoren sind Stress, unregelmäßige Tagesabläufe und mangelnde körperliche Bewegung.
Für sekundäre Kopfschmerzen gibt es viele verschiedene Ursachen. Verschiedene Erkrankungen können zu Kopfschmerzen führen. Hierzu gehören unter anderem Infektionen, Verletzungen aber auch Tumorerkrankungen.

Was unterscheidet normale Kopfschmerzen und Migräne?
Normale Kopfschmerzen werden in der Regel dem Kopfschmerztyp des Kopfschmerzes vom Spannungstyp zugeordnet. Diese Kopfschmerzform ist die häufigste Art von Kopfschmerzen. Sie äußert sich in typischerweise mittelstarken Schmerzen, die über mehrere Stunden bis Tage anhalten können. Sie sind meist beidseitig, dumpf. In der Regel sind sie nicht von Übelkeit und/oder Erbrechen begleitet.
Migränekopfschmerzen sind typischerweise einseitig, pochend. Sie halten unbehandelt vier bis 72 Stunden an und treten in Attackenform auf. Migränekopfschmerzen werden in der Regel von Übelkeit mit/ohne Erbrechen begleitet, es besteht Licht- und Lärmempfindlichkeit. Die Schmerzen sind stark und führen dazu, dass Alltagsaktivitäten unterbrochen werden müssen.

Wie bekämpft man normale Kopfschmerzen?
Normale Kopfschmerzen, also Kopfschmerzen vom Spannungstyp, werden abhängig davon behandelt, wie häufig sie auftreten. Bei gelegentlichem Auftreten (circa einmal pro Woche) können Kopfschmerzmedikamente eingenommen werden. Hierbei werden am ehesten Paracetamol oder Ibuprofen empfohlen, bei seltener Einnahme können auch Kombinationspräparate mit Koffein eingenommen werden.
Bei häufigerem Auftreten sollte jedoch auf die Einnahme von Medikamenten verzichtet werden. Bei der Einnahme von Medikamenten an mehr als zehn Tagen im Monat besteht die Gefahr der Entwicklung eines Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch („Medikamentenkopfschmerz“). Hier sollte eher eine nicht-medikamentöse Therapie erfolgen. Diese beruht auf einer Analyse der individuellen Einflussfaktoren, häufig muss auf einen geregelten Tagesablauf und eine Stressreduktion geachtet werden.
Patienten mit häufig auftretenden Kopfschmerzen sollten sich immer bei einem Arzt oder einer Einrichtung vorstellen, die in der Behandlung von Kopfschmerzen erfahren sind.

Was hilft bei Migräne?
Je nachdem, wie häufig die Migräne auftritt, wird sie unterschiedlich behandelt. Bei sehr seltenem Auftreten, kann es ausreichen eine rein medikamentöse Therapie der Kopfschmerzattacken vorzunehmen. Hierfür können „normale“ Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol genommen werden. Es existieren aber auch migränespezifische Attackenmedikamente, die sogenannten Triptane. Bei guter Wirksamkeit und Verträglichkeit kann eine reine Attackentherapie ausreichen.
Bei häufigeren Attacken oder nicht ausreichender Attackentherapie wird eine vorbeugende Therapie („Migräneprophylaxe“) empfohlen. Diese Prophylaxe besteht aus nicht-medikamentöser und medikamentöser Therapie. Die nicht-medikamentöse Therapie besteht aus einer Anpassung des Lebensstils mit Stressreduktion, geregeltem Tagesablauf, evtl. Änderung der Ernährung und ausreichender Bewegung. Diese Anpassung kann sehr umfangreich sein und sollte auch ärztlich begleitet sein. Eine medikamentöse Prophylaxe besteht aus der dauerhaften Einnahme eines Medikamentes. Hierfür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Seit letztem Jahr sind hier neue Medikamente verfügbar, sogenannte CGRP-Rezeptor-Antikörper. Diese Medikamente können aktuell aber erst nach Versagen anderer Prophylaxemedikamente zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben werden.

Wie beugt man Kopfschmerzen und Migräne vor?
Wie oben beschrieben durch eine Anpassung des Lebensstils. Hierzu gehören ausreichende Bewegung, Stressreduktion und ein geregelter Tagesablauf. Zusammengefasst kann auf die „10 goldenen Regeln bei Migräne“ verwiesen werden, die teilweise auch bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp angewendet werden können (siehe www.migraeneliga.de/10-goldene-regeln/).

10 Goldene Regeln bei Kopfschmerzen
  1. Geben Sie bei der Medikamenteneinnahme Acht!
  2. Erkennen und meiden Sie Schmerzauslöser!
  3. Achten Sie auf Ihr Ess- und Trinkverhalten!
  4. Gewöhnen Sie sich regelmäßige Schlafzeiten an!
  5. Bewegen und entspannen Sie sich regelmäßig!
  6. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!
  7. Überfordern Sie sich nicht!
  8. Gönnen Sie sich öfter mal etwas Gutes!
  9. Haben Sie Geduld mit sich!
  10. Nehmen Sie nicht alles zu ernst im Leben!
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