Sommer, Sonne, Sonnencreme Mikroplastik-Experte erklärt, was Menschen schützt und dem Meer nicht schadet

Berlin – Der Sommer ist da, die Sonne brennt. Es zieht uns ins kühle Nass und unsere Haut ist zwingend auf Sonnenschutz angewiesen. Doch beim Kauf von Sonnencremes sollte nicht wahllos zugegriffen werden: Viele Cremes enthalten Mikroplastik, weitere synthetische Polymere oder andere schädliche Stoffe, die beim Baden ins Wasser gelangen und dort verbleiben – mit langfristigen Folgen.

Von Claudia Böhm

Rolf Buschmann, Mikroplastik-Experte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Chemische Sonnenschutzmittel dringen in die Haut ein und wandeln UV-Strahlung in Wärme um. Einige Zusatzstoffe stehen unter Verdacht, Allergien auszulösen oder im menschlichen Körper hormonell zu wirken.“ Nicht nur wir Menschen, sondern auch Meeresbewohner leiden unter den Stoffen, wenn sie beim Baden von der Haut ins Wasser gelangen. Besonders Korallenriffe sind von der Verunreinigung durch chemische Sonnenschutzmittel betroffen.

Mineralische Sonnenschutzmittel nutzen oft Zinkoxid oder Titandioxid als optische Barriere zwischen Haut und Sonnenstrahlung. Diese Stoffe wirken wie ein Spiegel und reflektieren das Sonnenlicht auf der Haut. Sie sind ökologisch vertretbar und für Allergiker/innen häufig die bessere Wahl. Oft hinterlassen sie einen weißen Film auf der Haut. Buschmann: „Lange wurde mineralischer Sonnenschutz als ökologische Alternative angepriesen, doch auch er ist keineswegs unproblematisch, vor allem, wenn er Nanopartikel enthält. Diese entstehen, wenn die mineralischen Partikel in der Herstellung verkleinert werden, damit die Cremes auf der Haut transparent werden.“

Auch Mikroplastik kann in Sonnenschutzmitteln enthalten sein. In erster Linie Kunststoffverbindungen, die in den Cremes in gelöster oder flüssiger Form vorliegen, zum Beispiel als Bindemittel, Füllmittel oder Filmbildner. Diese gelangen ungefiltert in die Umwelt und Gewässer, wo sie nur schwer oder gar nicht abgebaut werden.

Einen ökologisch sinnvollen Sonnenschutz bieten nur zwei altbewährte Methoden: Bekleidung und Vermeidung. „Der BUND empfiehlt, die starke Sonneneinstrahlung in der Mittagshitze zu meiden und den Strandbesuch auf die Morgen- oder späten Nachmittagsstunden zu verlagern. Auch das Tragen langer Bekleidung ist ein wirksamer Sonnenschutz.“ Das Tragen von Kleidungsstücken aus Naturfasern ist der ökologisch wirksamste Schutz von Haut und Meeren.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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