Welt-Alzheimertag: Wir müssen reden! Deutsche Alzheimer Gesellschaft hilft Betroffenen und Angehörigen

Durch eine demenzielle Erkrankung verschlechtert sich zunehmend die geistige Leistungsfähigkeit, das heißt Gedächtnis, Denkvermögen, Orientierung, Auffassungsgabe, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen im Sinne der Fähigkeit zur Entscheidung lassen nach. Demenzerkrankungen sind bisher nicht heilbar. Der heutige Welt-Alzheimertag will das Thema an die Öffentlichkeit bringen.

Immer noch glauben zu viele Menschen, dass Demenz ein normaler Teil des Alterns sei. Trotz einer steigenden Zahl von Menschen mit Demenz fehlt es in Deutschland an ausreichenden Unterstützungskonzepten für sie und ihre Familien. Und noch immer trauen sich viele Menschen nicht, darüber zu sprechen, dass sie oder ein naher Angehöriger eine Demenzdiagnose erhalten haben, weil sie – berechtigte – Sorge haben, deswegen ausgegrenzt und diskriminiert zu werden.
Seit 1994 finden am 21. September vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen.

1,6 Millionen Demenzkranke in Deutschland

In Deutschland leben heute etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Etwa zwei Drittel davon werden in der häuslichen Umgebung von Angehörigen betreut und gepflegt. Jährlich erkranken rund 300.000 Menschen neu. Rund zwei Drittel davon haben eine Demenz vom Typ Alzheimer.

Bei der Alzheimer-Demenz kommt es durch das Absterben von Nervenzellen zu Gedächtnisstörungen und Beeinträchtigungen der Sprache sowie der Orientierung. Die Alzheimer-Demenz lässt sich in drei Stadien einteilen.

  • Leichtgradige Demenz: überwiegend nur Gedächtnisstörungen
  • Mittelschwere Demenz: massive Gedächtnis-, Denk- und Orientierungsstörungen, deutliche Verhaltensveränderungen, Selbstständigkeit im Alltag hochgradig eingeschränkt
  • Schwere Demenz: starker geistiger, oft auch körperlicher Abbau; Unterstützungsbedarf bei allen Tätigkeiten des Alltags

Die Vaskuläre Demenz ist Folge von Durchblutungsstörungen der hirnversorgenden Gefäße. Ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko, an dieser Form der Demenz zu erkranken.

Bei der Lewy-Körperchen-Demenz haben viele Betroffene optische Sinnestäuschungen. Auch Bewegungsstörungen können auftreten.

Die Frontotemporale Demenz ruft je nach betroffener Hirnregion ausgeprägte Veränderungen der Persönlichkeit und des zwischenmenschlichen Verhaltens hervor.

Hilfe durch professionelle Beratung

Mit Demenzerkrankten zu kommunizieren, ist oft nicht leicht. Das Umfeld sollte daher viel Geduld und Verständnis aufbringen und behutsam auf die Verhaltensänderungen reagieren. Anerkennende und beruhigende Worte wirken dabei stressmindernd und geben Menschen mit Demenz Sicherheit. Konfrontation und Ungeduld bewirken das Gegenteil und verstärken Ängste und Aggressionen.

Bundesweite Hilfe durch professionelle Beratung – für Angehörige, Betroffene und alle Interessierten bietet das Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft unter der Nummer 030/259 37 95 14. Montag bis Donnerstag 9 – 18 Uhr und Freitag 9 – 15 Uhr.

Claudia Böhm

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