Auf Suche nach guten Partnern – aus der häuslichen Quarantäne Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer für politische Stabilität

Regensburg – Am Dienstag stand sie noch den Reportern Rede und Antwort und freute sich über ihren glücklichen Sieg in der Stichwahl, seit Donnerstag nun befindet sich die frischgebackene Oberbürgermeisterin in freiwilliger häuslicher Quarantäne. „Eine Person aus dem näheren Umfeld von Gertrud Maltz-Schwarzfischer wurde positiv auf Covid-19 getestet“, meldete die Pressestelle der Stadt. Die SPD-Politikerin sei aktuell beschwerdefrei und es wurde bereits Kontakt zum Gesundheitsamt aufgenommen.*

Von Mario Hahn

Als letzte bayerische Stadt gab Regensburg das Ergebnis der Kommunalwahl 2020 bekannt. Die Verspätung war intensiven Infektionsschutzmaßnahmen geschuldet. Der Corona-Krise wegen gab es dieses Mal nur ein Zehntel so viele Auszähler wie normal.

Am Dienstag um 15.22 Uhr verkündete die Verwaltung per Mail das Ergebnis der OB-Wahl. Es war ein für Regensburg einmaliges Kopf-an-Kopf-Rennen, das Gertrud Maltz-Schwarzfischer (60) mit einer hauchdünnen Mehrheit von 946 Stimmen vor ihrer Kontrahentin Astrid Freudenstein (46) gewann.
So erhielt die SPD-Kandidatin 50,74 Prozent (32.471 Stimmen) aller Wählerstimmen. Die CSU-Kontrahentin kam auf 49,26 Prozent (31.525 Stimmen). Maltz-Schwarzfischer: „Das Ergebnis ist knapp, aber eindeutig.“

Für eine stabile Zukunft

Für die neue Oberbürgermeisterin war das Finale „ein unglaublicher Nervenkitzel“. Sogleich schaltete sie aber wieder in den Vorwärtsgang. „Ich werde mein Bestes geben, dass Regensburg auch in den kommenden Jahren stabil in die Zukunft geht!“

Zu den vielen Gratulanten zählte auch Astrid Freudenstein. Sie dankte ihrer Mitbewerberin für den fairen Wahlkampf. „Ich bin sicher, dass Frau Maltz-Schwarzfischer alles geben wird, um Regensburg in eine gute Zukunft zu führen. Dafür wünsche ich ihr alles Gute und Gottes Segen“, so Freudenstein.

Maltz-Schwarzfischer, die bereits drei Jahre die Geschicke der Stadt kommissarisch für den suspendierten OB Wolbergs leitete, muss nun in den kommenden Tagen für stabile politische Verhältnisse im Stadtrat sorgen, ehe sie ihr neues Amt am 1. Mai antreten wird. Bündnisse seien mit allen Parteien außer der AfD im Stadtrat möglich.

Die Oberbürgermeisterin im Interview

Ihre Ziele für die kommenden sechs Jahre hat Gertrud Maltz-Schwarzfischer bereits am 25. Januar im Blizz preisgegeben. „Als Oberbürgermeisterin will ich beim Verkehr, dem Bau bezahlbarer Wohnungen und der Entwicklung hin zur digitalen, sozialen, sicheren, wirtschaftlich starken und klimagerechten Stadt neue Wege gehen“, befand die studierte Archäologin.

 

*Update: Die Pressestelle der Stadt teilte am Freitag, 03.04.2020 mit: “Beim Test von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer auf das Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden: Das Testergebnis ist negativ. Die häusliche Quarantäne wird bis Anfang nächster Woche dauern. Zu diesem Zeitpunkt endet die Inkubationszeit, die beim Coronavirus bis zu 14 Tage beträgt.”


Zur Person

  • Geboren wurde Maltz-Schwarzfischer 1960 in Münchberg in Oberfranken. In Selb besuchte sie die Volksschule, 1970 zog die Familie nach Regensburg. Sie besuchte das Von-Müller-Gymnasium und studierte nach dem Abitur an der hiesigen Uni Vor- und Frühgeschichte und Klassische Archäologie mit Abschluss Magister Artium. Nach Mitarbeit bei verschiedenen Museums- und Denkmalpflegeprojekten, Familienpause und langjähriger Arbeit bei Firmen für archäologische Ausgrabungen und Computerdokumentationen war sie als freiberufliche Archäologin tätig.
  • Seit 1995 ist sie Mitglied der SPD. Seither hatte sie zahlreiche Parteiämter inne, derzeit ist sie im Vorstand des SPD-Ortsvereins Innerer Westen, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen AsF Regensburg und stellvertretende Landesvorsitzende der AsF.

Claudia Böhm

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