Für Geschlossenheit im Landkreis Amtsinhaberin Tanja Schweiger will weitere sechs Jahre Landrätin sein

Regensburg – Tanja Schweiger war sechs Jahre lang Mitglied des Bayerischen Landtags, bevor sie 2014 Landrätin in Regensburg wurde. Seit 2018 ist sie Bezirksrätin des Bezirkstags der Oberpfalz. Die naturverbundene Diplom-Kauffrau hat zwei Söhne. Am 15. März steht die 41-Jährige für eine weitere Amtszeit zur Wahl.

Blizz: Sie sind seit 2014 Landrätin des Landkreises Regensburg. Über welche Erfolge freuen Sie sich besonders?
Tanja Schweiger: Für das Krankenhaus in Wörth a. d. Donau konnten wir Erweiterungsflächen kaufen, um mehr Platz für Patienten zu haben. Mit elf weiteren Landkreisen und kreisfreien Städten haben wir mit Hilfe des Freistaats ab 2022 eine bessere Taktung auf der Schiene erreicht, weil wir gemeinsam und geschlossen aufgetreten sind. Über mehr Sozialwohnungen freue ich mich besonders. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern sind 300 neue Sozialwohnungen entstanden. Das sind immerhin gut 30 Prozent. Wir haben jetzt endlich – nach vorheriger zweimaliger Ablehnung – eine Fachakademie für Sozialpädagogik, um Erzieherinnen und Erzieher auszubilden, die wir dringend brauchen. Unsere Vereinsschule, unsere Anstrengungen im Klimaschutz und auch das Landkulturforum genießen überregionale Anerkennung.
Bei den Schulbauten hatten wir sehr gute Planungen, die exakt eingehalten wurden – insbesondere hinsichtlich der Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs, des Kostenrahmens und der Energieeffizienz. Auch die Sanierung des Altbaus im Landratsamt ist gut gelungen. Und für unser Straßenbauprojekt R30 neu ist die Realisierung in greifbare Nähe gerückt.
Dass wir alle Maßnahmen nahezu einstimmig auf den Weg bringen konnten, zeigt die große Geschlossenheit, die natürlich auch zur Stabilität beiträgt.

Nun treten Sie wieder an, was ist Ihnen ein besonderes Anliegen für die nächsten sechs Jahre?
Dass wir die Projekte, die wir angestoßen haben, fortführen können: zum Beispiel die nächsten Schulen nachhaltig sanieren, die Digitalisierung voranbringen, das Angebot des RVV hinsichtlich Taktung und Tarife weiter verbessern und im Herbst mit dem 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende starten. Mehr Energie selbst in der Region erzeugen und unsere Vorreiterrolle im Bereich „Klimaschutz“ weiter ausbauen. Gemeinsam mit dem Freistaat erstellen wir gerade für die Region Regensburg ein neues Verkehrskonzept, das erstmalig nicht nur eine Straßenverkehrsplanung beinhaltet, sondern die gesamte Mobilität verbessern soll. Das gerade gestartete gemeinsame Entwicklungskonzept von Stadt und Landkreis Regensburg wird uns hoffentlich eine gute Grundlage für eine weiterhin positive Entwicklung der ganzen Region geben.

Beunruhigt Sie auch etwas?
Was mir eine gewisse Sorge bereitet, ist der Beginn der gesellschaftlichen Spaltung: Stadt gegen Land, Jung gegen Alt, „Öko“ gegen „Konventionell“. Minderheiten, die die Deutungshoheit bekommen gegen die vernünftige Mehrheit, die nicht gehört wird. Veröffentlichte Meinung, die nicht mehr der öffentlichen Meinung entspricht. Je mehr Ideologen Raum bekommen, umso mehr verhärten sich die Fronten. Ganzheitliche Politik und eine Herangehensweise, die alle mitnimmt und nicht ausschließt oder spaltet, die die Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt stellt, sehe ich als die größte Herausforderung und Verantwortung, der ich mich verpflichtet fühle.

Was ist Ihr wichtigster Grundsatz, um gute Politik für die Menschen im Landkreis machen zu können?
Ehrlichkeit, Dinge reell einschätzen und das auch so kommunizieren. Keine Luftschlösser bauen. Visionen sind wichtig, aber man muss sie auch mit der Realität abgleichen. Nur so ist Politik auch verlässlich!

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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