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Blizz Leserreporter, Kultur & Freizeit

Blizz Leserreporter Der letzte Funken

  • Foto: Anja Weigert

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Tradition.

Was bedeutet in der heutigen Zeit noch das Wörtchen Tradition?
Der festlich geschmückte, mit Geschenken überladende Weihnachtsbaum am 24. Dezember. Das Maibaumaufstellen am 01. Mai, mit vorherigem gegenseitigem Stehlen um mit gewaltigen Mengen Bier als Auslöse das nächste Fest vorauszuplanen? Ja durchaus. Doch zwischen der “Staden Zeit” und der Hormon überschwappenden Euphorie der Frühlingsgefühle gab es bis zu diesem Jahre eine Gruppe von Freunden, geselligen Menschen, stimmungsvollen Musikern und guten Bekannten die eine eigene Tradition pflegten.

Den Funken, das Funkenfeuer ist ein alter Feuerbrauch, der heute noch im schwäbisch-alemannischen Raum (Vorarlberg, Liechtenstein, Schweiz, Schwarzwald, Allgäu, Oberschwaben sowie im Tiroler Oberland und Vinschgau), aber auch in Ostfrankreich und bis in die Gegend von Aachen sowie bei den Sathmarer Schwaben in Rumänien verbreitet ist. Jedes Jahr am Funkensonntag, oder wie bei uns auf der Tremmelhauserhöhe bei der Gaststätte Höhwirt “Huf” , am Samstag, werden die sogenannten Funken abgebrannt.

Mit Funkensonntag bezeichnet man den ersten Sonntag nach Aschermittwoch, also den ersten Fastensonntag. Der Funken ist meist ein Strohhaufen oder aufgeschichteter Holzturm, der nach Einbruch der Abenddämmerung unter den Augen der Dorfbevölkerung, oder einer Gruppe Freunde, angezündet wird.

Im Jahr 2010 wurde der Funkenbrauch im österreichischen Bundesland Vorarlberg in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Bei uns in Bayern, in Regensburg auf der Tremmelhauserhöhe, begann man vor genau 40 Jahren, mit einem Fakelzug Richtung Schauplatz zu maschieren, um nach einer Ansprache des Bewusstwerdens, den Winter, die Kälte überstanden zu haben, das große, lodernde Feuer zu entfachen.

Gekrönt mit der “Geisteraustreibung” in Form einer dämonenähnlichen Puppe, die inmitten der Paletten, Brettern und Holzbohlen drapiert war, gespickt mit was das Feuerwerkssortiment hergab. Mit bunten Lichtern, Gehäul oder knisternder Sternenwerfern versank sie in das lodernde Feuerinferno. Nun war man nach tosendem Applaus bereit, den leckeren Schweinebraten, gut bürgerlich der Wirtsleute Huf zu genießen und die Feier bei Tanz, Lachen und Bier zu beenden.

Bis in die frühen Morgenstunden spielten die rockigen “River Rats” stimmungsvoll auf. Es dauerte nicht lange, da mussten die ersten Tische und Stühle weichen um der tanzenden Menge Platz zu schaffen. Eine gelungen Veranstaltung. Wieder. Leider zum 40. und letzten Mal. Schön war´s. Die langjährige Tradition. Beim Heimmarsch erinnert nur noch die heiße Glut an das Spektakel.

Der Funken erlosch, leider bei uns für immer.

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