Corona zeigt eine neue Perspektive in der Musikwelt auf Digitale Musikpädagogik an der Universität Regensburg / Dozenten erkennen auch Vorteile in der neuen Form

Regensburg – Für einige Lehrbeauftragen an der Universität Regensburg kam die Nachricht zu Semesterbeginn schon etwas überraschend, den Unterricht in den Praxisfächern, d. h. in Gesang und den zahlreichen Instrumentalangeboten aufgrund der Corona-Pandemie online durchführen zu müssen. Diese Umstellung ist für die Praxisfächer, die an der Universität Regensburg am Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik (Prof. Dr. Magnus Gaul) gelehrt werden, eine wahrhaft neue Perspektive. Denn im Gegensatz zu den weit geläufigeren Seminar-, Übungs- und Vorlesungsformaten bilden die musikbezogenen Praxisveranstaltungen eine besondere Herausforderung. Mittlerweile haben sich jedoch alle Dozenten auf das neue Format eingestellt und erkennen bisweilen auch Vorteile in der digitalen Form des Unterrichtens.

Da die Studierenden aufgrund des aktuell geltenden Betretungsverbotes an der Universität Regensburg trotzdem mit individuell gestalteten Unterrichtsstunden versorgt werden sollten, haben Dozenten wie Pianist Lukas Klotz den Präsenzunterricht auf voll-digitalen Modus umgestellt. Mit Laptop inklusive Webcam, Highend-Studiokopfhörer, Zusatz-Webcam für den Tastenblick von der Seite und extra Mikrofon für optimale Tonübertragung läuft nun der Klavierunterricht über eine auf den Instrumentalunterricht spezialisierte Unterrichtssoftware. Die Studierenden sitzen an ihren Instrumenten zu Hause oder in ihren Wohnheimen und werden so auf Distanz in ihrer regulären Unterrichtszeit vollumfänglich pädagogisch über das universitäre Deutsche-Forschungsnetz versorgt.

Zusätzlich zur normalen face-to-face Bildübertragung können aus unterschiedlichen Blickwinkeln z. B. die Handhaltung am Klavier/ Körperhaltung/Spielbewegungen nahezu in Echtzeit durch den Lehrenden kontrolliert und optimiert werden. Video-Aufnahmen zur dokumentierenden Nachkontrolle oder Unterrichtsmaterialien der aktuell gespielten Werke können über das Portal zeitnah innerhalb der Unterrichtssession sehr einfach übermittelt werden. Mit Zusatztools, wie Metronom oder Pegelanpassungen, kann der Lehrende auf dem Gerät des Studierenden fernsteuern und so die Unterrichtssituation hocheffizient und störungsfrei gestalten. So gleicht der Unterrichtsraum mit Steinway-Flügel am Lehrstuhl für Musikpädagogik derzeit optisch einem Aufnahmestudio.

Die neuartige Unterrichtsform stößt bisweilen auch auf Seiten der Studierenden auf begeisterte Umsetzung. Hochmotiviert nutzen sie die ihnen zur Verfügung stehenden technischen Geräte, um die bestmögliche Übertragung zu gewährleisten. Die Lehrenden haben so die Möglichkeit, die Studierenden trotz Corona-Krise pädagogisch auf diesem digitalen Weg umfassend pädagogisch weiterzubilden.  Der Pianist Lukas Klotz bekennt, dass „er trotz Corona die Prüfungsvorbereitungen und Lehrveranstaltungen für die Studierenden fast nahtlos weiterführen“ kann. Lehrstuhlinhaber Prof. Magnus Gaul zeigt sich angetan von der Tatsache, dass alle 60 Lehrbeauftragen mit allen Lehrstuhlmitarbeitern die Herausforderungen zur digitalen Lehre ohne Ausnahme angenommen haben. Und eine Studierende fügt hinzu: „Ohne diese Umstellung auf digital wären wir wahrscheinlich in der Online-Lehre nie so weit gekommen!“ Ein Zeichen für die Zukunft, in der einige internationale Kontakte auch unter Einbeziehung eines digitalen Weges leichter gepflegt werden können.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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