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Kultur & Freizeit, Regensburg & Landkreis

Das 38. Bayerische Jazzweekend zieht wieder Spitzenmusiker nach Regensburg Vier Tage Swing, Soul und Rhythm`n`Blues

Schon im letzten Jahr konnten die Jazzmusiker, Combos, Big Bands und Orchester mit ihren Auftritten und Sessions das Publikum entflammen. Dieses Wochenende wollen sie noch mehr Menschen für den Jazz mit seinen vielen Facetten begeistern. Foto: Veranstalter

Regensburg – Das Bürgerfest, das erst vor drei Wochen in den Straßen und auf den Plätzen der Regensburger Altstadt tobte, ist kaum verdaut, da steht schon die nächste Top-Veranstaltung auf dem Plan: Das 38. Bayerische Jazzweekend (18.–21.7.) bietet wie immer qualitativ hochwertige Livemusik von Bands und Künstlern aus aller Welt, die ihre Flügel, Klaviere und Drumsets an den Spielorten in der ganzen Stadt platzieren.

Von Claudia Böhm

Trio Satori. Foto: Josephine Davies

Fest steht: Jazzmusik ist nicht jedermanns Sache. Das ist aber auch nicht ihr Anspruch. Den Auftakt des Bayerischen Jazzweekends gestalteten am Donnerstag auf der Piazza des Gewerbeparks drei grundverschiedene Formationen. „Fainschmitz“, die sich in Wien gefunden haben, der aus Brasilien stammende Komponist und Multi-Instrumentalist Emiliano Sampaio mit seinem Orchester und „The Sazerac Swingers“, deren beschwingende Klänge das Publikum zum Tanzen bringt.

Diesjähriges Motto: „Respekt!“

An vier Tagen bietet das Jazzweekend insgesamt 97 Veranstaltungen – 90 Konzerte, zwei musikalische Lesungen und fünf Sessions.
Insgesamt zwölf Spielorte gehören zur ausgefeilten Gesamtkomposition des Jazzweekend. Die meisten Bühnen befinden sich in der Regensburger Altstadt, nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Amore, Vino & Amici (Hinter der Grieb 8), Bismarckplatz, Brauhaus am Schloss (Waffnergasse 6), Degginger (Wahlenstraße 17), Haidplatz, Heimat (Am Römling 9), Kohlenmarkt, Leerer Beutel (Restaurant und Saal), Oswaldkirche und Thon-Dittmer-Hof (hier zeichnet der Bayerische Rundfunk alle Konzerte auf).

86 Bands repräsentieren die Wandlungsfähigkeit des Jazz, mal im Duo, mal in Big-Band-Stärke. Ob es Swing ist, der das Tanzbein anregt, ob es komplexer Modern Jazz ist, der die Gehirnwindungen stimuliert oder Experimentelles, das die Hörer auf einen emotionsgeladenen Ritt durch unbekannte Klangwelten mitnimmt – mit Herzblut sind alle Musiker dabei.

Jazz für alle

Fainschmitz. Foto: Arno Dejaco

Alle Programmpunkte sind kostenlos. Damit will die Stadt Regensburg den Jazz als Musikrichtung der breiten Masse näherbringen. Die Stadt feiert in diesem Jahr ihre 50-jährigen Städtepartnerschaften mit Clermont-Ferrand und Brixen. Natürlich dürfen da auch musikalische Vertreter beim Bayerischen Jazzweekend nicht fehlen. Am Samstagabend wird Yannick Chambre als Solist am Flügel des Degginger zu hören sein. Im Saal des Leeren Beutels geben bei „Wild Brush“ Sonntagabend zwei waschechte Brixener den Ton an. Jazz verbindet, besonders wenn ein kreativer Kulturaustausch stattfindet.

„Lebendig wie selten“

Das Besondere am Bayerischen Jazzweekend, das sich als „Fest, nicht Festival“ versteht, ist seine ungeheure Anziehungskraft. Sybille Merbold vom Bayerischen Jazzinstitut äußert sich beinahe überschwänglich über die positive Resonanz, die sie und ihre Kollegen bekommen. „Der Jazz ist lebendig wie selten“, zieht sie ein Fazit aus vielen unterschiedlichen Einreichungen für die diesjährige Veranstaltung.

The Dixie Dogs. Foto: Veranstalter

Dass so viele – und vor allem hochkarätige – Musiker in Regensburg auftreten möchten, liegt nicht an den mangelnden Anforderungen der Intendanz. „Wer sich nicht bewirbt, ist nicht dabei“, betont Sybille Merbold, „da kann einer noch so bekannt sein.“ Auch an der Gage für den Auftritt kann es nicht liegen, gibt es doch nur 100 Euro pro Musiker und Auftritt. Nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass davon Anreise und Unterkunft bezahlt werden müssen … Es sind das Gesamtkonzept und der Enthusiasmus, mit dem sich Jazzbegeisterte wie Merbold in das Jazzfest stürzen. Ganze 21 Jurysitzungen wurden abgehalten, um die herausragendsten Künstler und die beste Mischung aus den verschiedenen Musikstilen zu bekommen.

Die ganze Bandbreite: von gediegen bis experimentell

Mehr als ein Drittel des Programms sind neue Bands. Rechnet man die frischen Projekte bekannter Formationen ein, bieten mehr als die Hälfte der Konzerte beim Bayerischen Jazzweekend bisher Ungehörtes. Natürlich dürfen auch liebgewonnene „Evergreens“ wie der Landshuter Dixieland Stammtisch nicht fehlen. So ist es gelungen, ein kostenloses, dennoch künstlerisch wertvolles Live-Musik-Programm zu kreieren, mit dem der Musikstil Jazz vielleicht den ein oder anderen Skeptiker für sich gewinnen kann.

Das Gesamtprogramm nach Spielorten und Stilen gibt es unter:  www.bayerisches-jazz weekend.de.

Spielten schon 2018 und sind auch dieses Wochenende wieder zu hören: Au Bord Du Bleu. Foto: Veranstalter

 

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