Osterbräuche mal anders: Blizzi blickt für Euch in die große, weite Welt Von glücksbringenden Rutenhieben bis bluttriefenden Ritualen

Regensburg – Ostern bei uns: Osterhase, bunte Eier, Osterbrot. Doch die Welt tickt anders. Blizzi hat für Euch die lustigsten und ungewöhnlichsten Bräuche zusammengetragen – und verrät Euch, wie „Ostern“ in den verschiedenen Ländern genannt wird.

Von Mario Hahn

 

Zypern: Πάσχα

Jede Hausfrau auf Zypern hütet ihr eigenes Rezeptgeheimnis für die Flaounes – Teigtaschen, mit Käse und Rosinen gefüllt, die bei keinem Osterfest fehlen dürfen. Gebacken in Lehm-Backöfen, dürfen sie erst nach der Ostermesse am Samstagabend verspeist werden.

 

Bulgarien: Великден

In dem Balkanland werden die Ostereier am Gründonnerstag gefärbt, wobei mit einem roten Ei begonnen wird. Ihnen werden heilende und magische Kräfte zugeschrieben. Nach der Messe am Ostersonntag beginnt eine wilde Schlacht, bei der Kirchenwände und Familienmitglieder mit Ostereiern beworfen werden. Wessen Ei dabei unbeschädigt bleibt, der soll im folgenden Jahr das erfolgreichste Familienmitglied sein.

 

Finnland: Pääsiäistä

Am Palmsonntag setzt es eine Tracht Prügel: Weil im Norden keine Palmwedel zur Hand sind, versetzen sich die Finnen mit Birkenruten leichte Hiebe auf den Rücken. Das soll an den Einzug Jesus‘ in Jerusalem erinnern und Glück bringen. Von Karfreitag bis Ostersonntag folgt die traditionelle Trauerzeit, die am Ostersonntag lautstark von kleinen Osterhexen beendet wird.

 

Polen: Wielkanoc

Am Ostermontag ist in Polen keine Frau vor einer kalten Wasserdusche sicher – dann ist es Zeit für „Smigus Dyngus“, einen jahrhundertealten Osterbrauch. Schon im Mittelalter drangen Männer frühmorgens in die Häuser der schönsten Frauen ein und begossen die Auserwählte mit Wasser.

 

Griechenland: Πάσχα

Ostern ist hier das wichtigste Fest des Jahres. Stundenlange Zeremonien und die feierliche Prozession am Ostersamstag erfordern viel Stehvermögen! Die Fastenzeit in den Wochen vor Ostern wird Samstagnacht mit der Ostersuppe beendet. Am Ostersonntag wird dann mit Lammbraten und Rotwein fürstlich gefeiert. Nur die Bewohner der Insel Chios können die Feierstimmung nicht so recht genießen – hier bewerfen sich zwei verfeindete Dörfer zu Ostern mit Feuerwerkskörpern…

 

Australien: Easter

In Australien hat der Osterhase keinen guten Ruf. Dort hat sich Meister Lampe nach seiner Einwanderung aus Europa zu einer Plage entwickelt, die einheimische Tierarten bedroht. Kurzerhand wurde er durch ein anderes Tier ersetzt: Zu australischem Ostern ist nunmehr der Bilby aus Schokolade zu haben. Bilbys sind Beuteltiere und haben haarlose und längere Ohren als Kaninchen und eine spitze Nase.

 

Philippinen: Pasko ng Pagkabuhay

Auf den Philippinen wird jedes Jahr am Karfreitag in dem Dorf San Pedro Cutud die Kreuzigung Jesu nachgestellt. Dabei tragen junge Männer morgens erst ein Holzkreuz auf einen Hügel und lassen sich anschließend mit fünf Zentimeter langen Nägeln an Händen und Füßen darauf festnageln. Die Kreuze werden für mindestens fünf Minuten aufgerichtet. Die Männer betrachten dies als Sühne. Die Kirche kritisiert das Ritual.

 

Österreich: Ostern

Von Gründonnerstag bis Karsamstag ziehen Jungs als „Ratschenbuam“ lärmend mit Ratschen durch die Straßen, um die Kirchenglocken zu ersetzen. Besonderes Glück hat derjenige, der ein gelegtes Ei ergattert: Es wehrt Unheil ab und wird noch heute als Feuerschutz in Dachböden gelegt.

 

Niederlande: Pasen

Hier purzeln Rekorde. Zunächst sieht man die wohl längsten Schlangen überhaupt – und zwar vor Möbelhäusern, denn Möbelkaufen am Ostermontag ist seit 30 Jahren Brauch. Zudem gab‘s im Ort Espelo das größte Osterfeuer der Welt. 2012 wurde es ins Guinessbuch der Rekorde aufgenommen. Schließlich feiern beim „Paaspop“-Festival zu Ostern über 50.000 Besucher.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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