Paradies für seltene Pflanzen und Tiere Üppige Flora und Fauna: Naturschutzgebiete in Stadt und Landkreis Regensburg

Regensburg – „Urlaub dahoam“ ist beliebt wie nie. Kein Wunder, punktet unsere Region doch mit einzigartiger Natur. Deshalb gilt: Gebt darauf acht!

Von Mario Hahn

Es gibt sie noch, auch in unserer Region: Gegenden, die sich ganz ohne menschlichen Einfluss entwickeln. Solch unberührte Naturräume bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten eine neue Heimat. Deshalb werden sie geschützt. „Naturschutzgebiete sind unerlässlich für den Erhalt der heimischen Biodiversität und wichtige Rückzugsgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten“, bestätigt Biologe Wolfgang Nerb von der Regierung der Oberpfalz.
Ergo: In Naturschutzgebieten hat die Natur Vorrang. Das heißt allerdings nicht, dass ein Betreten per se verboten ist. Im Gegenteil: Naturschutzgebiete für z. B. Spaziergänge – ausschließlich auf ausgewiesenen Wegen! – zugänglich zu machen, ist vom Gesetz sogar ausdrücklich erlaubt (§ 23 Absatz 2 Satz 2 BNatSchG).
Viele Gebiete laden durch ein Wegekonzept, Lehrpfade und Infotafeln bewusst zum Erkunden der Lebensräume ein. Natürlich nur, soweit es der konkrete, vorgesehene Schutzzweck des Gebiets zulässt. Definiert werden die Schutzziele in den Schutzgebietsverordnungen der einzelnen Gebiete. Die naturverträgliche Nutzung dieser Gebiete ist also grundsätzlich erwünscht, setzt jedoch einige Regeln voraus, um beispielsweise störungsempfindlichen Arten Rückzugsräume anzubieten.

Richtiges Verhalten in Naturschutzgebieten!
■ Wege nicht verlassen und vorhandene Wegekonzepte beachten.
■ Keine Pflanzen ausreißen oder ausgraben.
■ Keine Abfälle liegen lassen – bitte alles wieder mitnehmen!
■ Nicht lagern, kein Feuer machen und auch nicht grillen, Lärm vermeiden.
■ Hunde anleinen.

 

Unterhalb von Pentling befindet sich ein Schutzfelsen, auch „Hoppefelsen“ genannt. Die Gedenktafel wurde zur Erinnerung an David Heinrich Hoppe angebracht, der am 14. Mai 1790 die „Regensburgische Botanische Gesellschaft“ gründete. Der „Hoppefelsen“ gehört zu den hundert ausgezeichneten Geotopen (erdgeschichtlichen Gebilden) in Bayern.
Foto: Susanne Kammerer

Naturschutzgebiete in der Region Regensburg

In Stadt und Landkreis Regensburg gibt es Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von circa 1.000 Hektar. Das größte Naturschutzgebiet in der Stadt ist das 1939 eingerichtete Naturschutzgebiet „Am Keilstein“ mit circa 47 Hektar. Im Landkreis nimmt das Naturschutzgebiet „Pfatterer Au“ mit circa 344 Hektar den ersten Rang ein. Anbei einige Beispiele.

Am Keilstein: Das Naturschutzgebiet Keilstein ist das älteste im Stadtgebiet. Die vielfältigen Strukturen des Gebietes, die von Buchenmischwäldern bis Trockenrasen und Felsbiotopen reichen, sorgen hier für eine besonders hohe Artenvielfalt. Am südexponierten Hang finden sich Florenelemente, deren Wanderung aus den Steppengebieten Osteuropas entlang der Donau erfolgte.
Brandlberg: Das Schutzgebiet ist eines der wichtigsten im Stadtgebiet von Regensburg. Mit seinen Magerrasen und Heckenstrukturen bietet das Gebiet eine vielfältige Landschaft für viele Tiere und Pflanzen. Seltene Arten wie der Ausdauernde Lein werden im Rahmen des Artenhilfsprogramms durch gezielte Maßnahmen, wie zum Beispiel Mahd, bewahrt.
Max-Schultze-Steig: Das Schutzgebiet gehört zu dem FFH-Gebiet bzw. Schutzgebietsverbund „Trockenhänge bei Regensburg“. Neben seiner landschaftlichen Schönheit und dem Blütenreichtum hat es erhebliche Bedeutung als Rückzugsgebiet wärmeliebender Pflanzengesellschaften, darunter Orchideen, und wärmeliebender Tierarten wie der Schlingnatter.
Südöstliche Juraausläufer: Zusammen mit den Naturschutzgebieten „Brandlberg“ und „Am Keilstein“ stellt es einen Verbund für trockenheitsliebende Tier- und Pflanzenarten wie den Schachbrettfalter dar. Das prägende Bild der Halbtrockenrasen und wärmeliebenden Saumgesellschaften wird durch Schafe als natürliche Landschaftspfleger erhalten.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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