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Kultur & Freizeit

Regensburg am Tag des offenen Denkmals Geschichten aus dem Schlachthofviertel

Regensburg am Tag des offenen Denkmals

Regensburg – Am gestrigen Sonntag zeigte sich die Stadt Regensburg wieder einmal von ihrer besten Seite. Den bundesweiten Tag des offenen Denkmals® nutzten zahlreiche mit Regenschirm und Jacken ausgestattete Interessenten, um einen Blick in geschützte Baudenkmäler zu werfen.

Von Claudia Böhm

Schlachthof und Hafen: Wirtschaftsmodernisierung seit 1900

Einen Rundgang im alten Schlachthofviertel versprach das Programm des Denkmaltags. Um 14.30 Uhr hatten sich zum letzten von insgesamt drei Termin  knapp 60 Menschen am Parkhaus in der Von-Donle-Straße 5 versammelt, um mit Gästeführer Hansjörg Hauser von kulttouren e.V. einen eineinhalbstündigen Streifzug durch ein Stadtviertel voller Umbrüche zu absolvieren.

Im Stadtosten Regensburgs, zwischen dem historischen Altstadtensemble und dem Westhafen befindet sich das Areal des ehemaligen Schlachthofes. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der städtische Schlachthof im Rahmen der gründerzeitlichen Stadtentwicklung an den damals östlichen Stadtrand verlegt. Seit 1995 ist er teilweise, seit 2007 endgültig stillgelegt.

Herausragende Deckenkonstruktion überspannt alte Viehmarkthalle

Heute befindet sich auf der Fläche von rund 6,9 ha das Marina Quartier. Neben modernen Wohnkomplexen wurde aber auch die Zollingerhalle, das Hauptgebäude des Alten Schlachthofs, die nach dem Architekten Friedrich Zollinger benannt wurde, erhalten. Es zeichnet sich durch seine architektonisch wertvolle Deckenkonstruktion in Zollinger-Lamellenbauweise aus und wird heute als Tagungs- und Kongresszentrum genutzt (www.marinaforum.de).

Die drei fingerartig abgehenden Gebäude, ehemalige Viehmarkthallen und Stallungen, werden heute ebenfalls anderweitig, z.T. als Büroräume, genutzt. In eines der neu sanierten Gebäude, das eine Steuerkanzlei modern minimalistisch eingerichtet hat, geleitete Gästeführer Hauser die Besucher – allem regennassen Schuhwerk zum Trotz. Eindrucksvoll zeigte er anhand einer alten Originalaufnahme die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes als Stallung. Die Schweine und Rinder, die zur Schlachtbank geführt werden sollten, durften zuvor noch eine Nacht in den Hallen verweilen.

Vom obersten Parkdeck im Parkhaus Marina Quartier wurde dann das ganze Ausmaß der städtebaulichen Entwicklung sichtbar. Hauser verstand es geschickt, den Wert historischer Überbleibsel, wie das Stadtlagerhaus am Luitpoldhafen und ein original 50er-Jahre-Bau an der Donaulände, zu verdeutlichen. Eine gelungene Mischung aus Geschichte und Gegenwart, Architektur mit Nutzwert, ein Hauch Morbidität und ein Gästeführer, der – im wahrsten Sinne des Wortes – bewegte.

Weiterer Termin

Wer den Rundgang am Sonntag verpasst hat: Die Regensburg Tourismus GmbH bietet die Führung für Individualgäste ‘Vom Schlachthof zum Marina Quartier’ am 20. September um 18.30 Uhr noch einmal an. Weitere Infos und Kosten unter www.regensburg.de.

 

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