Wie kann Radfahren im Landkreis besser werden? Große Bürgerbeteiligung / 130 Kilometer neue Radwege vorgesehen

Regensburg – Das neue Radmobilitätskonzept des Landkreises Regensburg geht in die Schlussetappe. Das beauftragte Planungsbüro stellte bei der zweiten großen Plenumssitzung den aktuellen Projektstand vor.

Von Claudia Böhm

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Wie lässt sich der Alltagsradverkehr verbessern? Das ist die zentrale Frage, der das Frankfurter Planungsbüro RV-K im Auftrag des Landratsamtes nachgeht. Nicht der Radsportler, auch nicht Touristen stehen bei dem Radkonzept, das die Bauingenieure, Geografen und Raumplaner derzeit ausarbeiten, im Fokus. Stattdessen soll die Radverkehrsinfrastruktur so gestaltet werden, dass sich tägliche Wege – etwa zum Einkaufen oder zur Arbeit – schnell und sicher mit dem Fahrrad erledigen lassen und zwar ganzjährig.

 

Bis Juni 2019 hatten Bürger/innen die Möglichkeit, bei einer Onlinebeteiligung (>> Ergebnisse) ihre Vorschläge und Wünsche einzubringen. 1.130 Menschen haben mitgemacht – ihre Meldungen fließen jetzt in das Gesamtkonzept mit ein.

160 Maßnahmen für ein besseres Radwegnetz

887 Kilometer Radwege sieht das Zielnetz des Planungsbüros insgesamt vor. Dazu nötig wären 160 Einzelmaßnahmen, wie etwa

  • knapp 130 Kilometer neue Radwege zu bauen,
  • 4,2 Kilometer bestehende Wege zu verbreitern und
  • 40 Kilometer Oberflächen zu asphaltieren.
  • Aber auch das Ausbessern von Oberflächen,
  • Markierungsarbeiten oder eine
  • punktuelle Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht

empfehlen die Experten den etwa 70 Vertretern von Politik, Behörden, Radverbänden sowie Verkehrsbetrieben, die bei der Plenumssitzung im Landratsamt anwesend waren. Für die Landkreis-Bürgermeister hieß es dann, sich in Workshops mit den Maßnahmen, die ihre Region betreffen, auseinanderzusetzen.

Spannungsfeld zwischen Planern und Naturschützern

Für manche, wie etwa den Sinzinger Bürgermeister Patrick Grossmann, keine ganz einfache Aufgabe. So thematisierte er das Konfliktpotenzial zwischen den Belangen des Naturschutzes und denen des Radverkehrs. Die anwesenden Vertreter des Bund Naturschutz begrüßten zwar viele der vorgeschlagenen Maßnahmen, sprachen sich aber deutlich gegen „Radautobahnen“ aus, wo der Naherholungsfaktor im Vordergrund stehen solle, wie etwa im Labertal. Auch Alternativen zur Asphaltierung wurden genannt.

Radverkehrskonzept im März

Ende März soll das Radverkehrskonzept für den Landkreis fertig sein. Dies wird dann die konzeptionelle Grundlage für die folgende Umsetzung der konkreten Projekte durch die jeweils zuständigen Baulastträger sein. Die Entscheidung, welche Maßnahmen umgesetzt bzw. ob und welche Wege asphaltiert werden, wird letztlich bei ihnen liegen.

Claudia Böhm

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