„Aufgeben war nie eine Option“ Joachim Wolbergs ist OB-Kandidat für den Verein BRÜCKE in Regensburg

Regensburg – Joachim Wolbergs, geboren 1971 in Regensburg, war von 1996 bis 2014 Stadtrat in Regensburg, Fraktionsvorsitzender der SPD von 2002 bis 2008, von 2008 bis 2014 Bürgermeister und Sozialreferent und ab 2014 Oberbürgermeister in Regensburg. Derzeit ist er von seinem Amt vorläufig suspendiert und stellt sich seit Oktober 2019 am Landgericht Regensburg in einem zweiten Verfahren Korruptionsvorwürfen gegen ihn.

Blizz: Sie führen quasi zwei Leben im Augenblick?

Joachim Wolbergs: Ja, ich kämpfe jeden Tag vor Gericht darum, meine Unschuld zu beweisen, von der ich felsenfest überzeugt bin. Auf der anderen Seite kämpfe ich darum, von den Regensburgerinnen und Regensburgern wieder zum Oberbürgermeister dieser schönen Stadt gewählt zu werden. Das ist oft anstrengend, aber aufgeben war für mich nie eine Option.

Sie sind vorläufig suspendiert, was bedeutet das?

Als Oberbürgermeister bin ich Wahlbeamter und unterliege dem Beamtenrecht. Die Folge in meinem Fall war, dass es vor dem Hintergrund völlig unberechtigter Vorwürfe dazu gekommen ist, dass die Landesanwaltschaft mich vorläufig suspendiert hat. Gegen diesen ungeheuerlichen Vorgang wehre ich mich nun seit langer Zeit.

Was hat sich in Ihrem Leben in den letzten Jahren verändert?

Alles. Ich musste lernen, dass es auch in einem Rechtsstaat möglich ist, von staatlichen Behörden völlig willkürlich behandelt zu werden, und man so im Leben alles verliert, ohne dass sich dafür jemand verantworten muss. Ich habe aber auch gelernt zu kämpfen und das muss ich jetzt seit fast vier Jahren tun, weil die Ermittlungsbehörden nicht in der Lage waren, in diesem Zeitraum das Thema zu einem Ende zu bringen.

Was treibt Sie bei der erneuten Kandidatur an?

Die Regensburgerinnen und Regensburger haben mich 2014 mit überwältigender Mehrheit gewählt. Das war ein großer Vertrauensbeweis, dem ich durch harte Arbeit und ständigen Dialog und als Oberbürgermeister zum Anfassen gerecht geworden bin. Ich bin zu Unrecht davon abgehalten worden, meine Arbeit auch in Zukunft zu tun, und das will ich jetzt nachholen, wenn ich wiedergewählt werde. Diese Stadt darf nicht mehr nur verwaltet, sie muss wieder politisch geführt werden.

Sie tun das mit der neuen Wählerinitiative „Brücke“, warum?

Ich habe die SPD verlassen, weil ich neben vielen anderen Führungspersönlichkeiten in der SPD verstehen musste, dass dort über Solidarität nur geredet wird und Illoyalität gegenüber der eigenen Führung die Regel ist. Und ich habe gelernt, dass es viel besser ist, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger das Leben in ihrer Stadt selber in die Hand nehmen. Wir haben mit der „Brücke“ jetzt einen Verein mit rund 400 Mitgliedern und eine Stadtratsliste, die sich durch ganz ausgezeichnete Persönlichkeiten aus allen Lebensbereichen zusammensetzt. Ich weiß, dass die Regensburgerinnen und Regensburger dieses Angebot sehr schätzen.

Ihr Ziel am 15. März 2020?

Ich möchte gerne wieder Oberbürgermeister dieser Stadt werden, weil ich noch viele Ideen habe und weil ich weiß, dass mir noch sehr viele Menschen vertrauen. Und ich möchte, dass die Brücke die stärkste Fraktion im Regensburger Stadtrat wird, weil so sichergestellt ist, dass Bürger- und nicht Parteiinteressen diese Stadt prägen.


Kommunalwahl 2020

Am Sonntag, den 15.3.2020, wird gewählt. Im Blizz wollen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, bestmöglich und unparteiisch informieren und vorbereiten. Deshalb bieten wir den Kandidaten/innen für das Oberbürgermeisteramt in Regensburg die Möglichkeit, sich und ihre Ideen hier vorzustellen.


 

Claudia Böhm

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