Das soziale Gewissen der Stadt CSA-Ehrenvorsitzender Hans Renter verlässt nach 30 Jahren den Stadtrat

Aus Überzeugung und mit vollem Engagement setzte er sich für die sozialen Belange seiner Mitmenschen ein. Nach 30 Jahren ist Hans Renter (CSU) nun aus dem Regensburger Stadtrat ausgeschieden. Besonders für Benachteiligte und Menschen mit Handicap ein herber Verlust, denn ihnen gab der Politiker eine kraftvolle Stimme.

Als im Herbst 2019 über die 50 Plätze umfassende Liste für die Kommunalwahl im März 2020 entschieden wurde, war Hans Renter einer von acht CSU-Stadträten, die nicht mehr darauf vertreten waren. Nach drei Jahrzehnten war damit Schluss für das „soziale Gewissen der Regensburger CSU“. Als solches sieht nicht nur die Kreisvorsitzende der CSA, Stadträtin Dagmar Schmidl, ihren Vorgänger, so sehen ihn auch seine Weggefährten, Freunde und die Regensburger Bürger/innen. In einem Dankschreiben geht die Christlich-Soziale Arbeitnehmerschaft (CSA) Regensburg auf die vielen Verdienste ihres Ehrenvorsitzenden ein.

Wirkungsvolle Sozialpolitik

So kennen die Regensburger/innen Hans Renter: immer ein offenes Ohr für die großen, aber auch kleinen Sorgen der Menschen. Foto: CSU/Schmidl

Entscheidend hat Hans Renter in seiner langjährigen Tätigkeit als Stadtrat zur Herstellung und Verbesserung der Barrierefreiheit in Regensburg beigetragen und sich für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderung eingesetzt. So hat er zahlreiche Anträge initiiert, deren Umsetzung dazu beigetragen haben, die Lebensqualität für diesen Personenkreis zu verbessern. So ist es sein Werk, dass nunmehr ein verminderter Tarif im Theater und in Bädern für Menschen mit GdB ab bereits 50 % gilt. An vielen Stellen konnte Hans Renter den Abbau von Barrieren im Stadtgebiet vorantreiben, etwa eine Absenkung zahlreicher Bordsteinkanten an Bürgersteigen und Bushaltestellen. Auf seine Initiative hin wurden Blindenampeln installiert und akustische Fahrplanansagen an Bushaltestellen angebracht. Kontinuierlich habe er sich der Förderung einer behinderten- und altersgerechten Stadt angenommen – sei es durch die Forderung von Außenaufzügen an Bauten der städtischen Wohnungsgesellschaft, taktiler Modelle für das Erleben des Weltkulturerbes oder das Aufstellen von Ruhebänken an Spazierwegen und Bushaltestellen. Auch den barrierefreien Ausbau des Friedhofs Oberisling hatte Renter mitinitiiert und sich als Arbeitnehmervertreter für den Erhalt der Polizeiinspektion Regensburg-Nord eingesetzt.

„Auch wenn er nun zum 30. April 2020 nach genau 30 Jahren aus dem Stadtrat ausgeschieden ist, so ist es doch für alle ein Trost, dass er als Bezirksrat noch bis Herbst 2023 wirkt,“ heißt es von der CSA. Bereits 2003 wurde Hans Renter zum Bezirksrat gewählt und ist seit dieser Zeit Mitglied im Sozialhilfeausschuss des Bezirks Oberpfalz, den er seit 2009 zudem als Behindertenbeauftragter und Inklusionsreferent des Bezirks der Oberpfalz vertritt.
Welchen Stellenwert die Belange von Menschen mit Behinderung im neu konstituierten Stadtrat einnehmen werden, wird sich zeigen.


Zur Person

Hans Renter, in Kelheim geboren und in Regensburg aufgewachsen, der mit Frau und Sohn zunächst einige Jahre in Burgweinting lebte, bevor sie ins Eigenheim nach Weichs zogen, hat die Berufe des Gürtlers sowie des Feinmechanikers erlernt. Seit 1976 war Hans Renter an der Universität Regensburg beschäftigt. Er gehörte dem Senat der Universität an und war stellvertretender Personalratsvorsitzender. Über 16 Jahre lang vertrat er die gesamten Hochschulen Bayerns als Hauptvertrauensmann der Schwerbehinderten beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in München.

 

Claudia Böhm

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