„Die Stadt braucht einen Neustart“ Horst Meierhofer ist Oberbürgermeister-Kandidat für die FDP in Regensburg

Regensburg – Grundschule in Stadt­amhof, Abitur am Albertus-Magnus-Gymnasium, Banklehre bei der Sparkasse Regensburg und BWL-Studium an der hiesigen Universität: Horst Meierhofer ist Regensburger durch und durch. Von 2005 bis 2013 gehörte er dem Deutschen Bundestag an. Er leitet den Bundesfachausschuss Umwelt der FDP und ist seit 2008 Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion. Der zweifache Vater tritt am 15. März als OB-Kandidat für die FDP an.

Blizz: Warum treten Sie als OB-Kandidat an?
Horst Meierhofer: Ich gehöre dem Stadtrat seit 2002 an, war acht Jahre Mitglied des Bundestags und arbeite jetzt seit fünfeinhalb Jahre als Geschäftsführer eines Verbands der Energie- und Wasserwirtschaft. Ich habe eine Ausbildung bei der Sparkasse Regensburg gemacht und danach in Regensburg und Murray, USA, einen Diplom-Kaufmann und einen MBA erworben. Ich bin also gut für das Amt gerüstet. Und ich habe große Lust, dies auch zu beweisen. Regensburg braucht einen Neustart.

Sie sind gebürtiger Regensburger?
Ja, seit nunmehr 47 Jahren wohne ich in Winzer. Ich bin verheiratet und Vater zweier Kinder. Der Sohn geht zu den Domspatzen, die Tochter, so wie ich als Kind auch, in die Gerhardingerschule nach Stadtamhof.

Jetzt zur Kommunalpolitik. Welche Schwerpunkte werden Sie setzen?
Ich befürchte, dass wir die nächsten Jahre wieder mehr auf das Erwirtschaften als auf das Ausgeben achten müssen. Ich möchte das Thema Wirtschaft zur Chefsache machen, damit Regensburg weiter ein Top-Standort bleibt. Ohne Steuereinnahmen haben wir auch keinen Spielraum für Investitionen in Bildung, Soziales, Umwelt und ÖPNV. Uns ging es die letzten Jahre so gut, dass man das schnell vergisst.
Mein zweites Lieblingsthema ist es, das Schwarz-Weiß beim Thema Verkehr zu beenden. Ich freue mich, wenn Menschen aus dem ganzen ostbayerischen Bereich zu uns kommen, um einzukaufen, zu feiern oder Kulturveranstaltungen zu besuchen. Die kommen nicht alle mit der Bahn oder dem Bus. Das wird auch künftig nicht klappen. Also brauchen wir altstadtnah Parkmöglichkeiten – übrigens auch für Regensburger und das direkte Umland. Und gleichzeitig brauchen wir einen besseren ÖPNV und mehr Radverkehr. Diesen Ausgleich möchte ich, nicht das gegenseitige Verteufeln!

Sie waren die letzten Jahre in der „Bunten Koalition“. Würden Sie die fortführen wollen?
Vorher war ich 12 Jahre in der Opposition. Natürlich macht es mehr Spaß, mitzuregieren. Unsere Bilanz kann sich aus meiner Sicht auch sehen lassen: Im Bereich bezahlbarer Wohnraum ist viel passiert, ebenso im Bereich Schulneubauten und Sanierungen. Investitionen waren auf Rekordniveau, gleichzeitig wurden die Schulden abgebaut. Ganz schlecht war das alles nicht!
Dennoch: Nein, ich möchte als OB keine Koalitionsregierung. Mein Modell wäre es, von der alten Regierung–Opposition–Nummer wegzukommen und je nach Thema Mehrheiten zu suchen. Das ist anstrengender, aber wer sagt denn, dass die Regierung immer nur gute und die Opposition immer nur schlechte Ideen hat?

Die FDP hat doch keine Chance, den OB zu stellen?
Das hat man vor drei Jahren in Landshut auch gesagt. Dort wurde ein gebürtiger Österreicher, der außerhalb von Landshut lebt und der nicht mal dem Stadtrat angehörte, als FDPler zum OB gewählt. Dort gab es zwar örtliche Besonderheiten. Aber die gibt es bei uns doch noch viel mehr: Schauen Sie sich an, wie das Vertrauen in die Politik gestört ist. Das werden CSU und SPD wohl kaum reparieren können… Deshalb war die Chance aus meiner Sicht nie größer.

Also was ist Ihr Tipp für den Wahlausgang?
Ich tippe darauf, dass die CSU in die Stichwahl kommt. Das Gleiche möchte ich auch.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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