Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Ratgeber

Handelsketten führen einheitliche Kennzeichnung ein. Auch Regensburger Märkte machen mit. Mehr Klarheit beim Fleischkauf durch Haltungsform-Label

„Wir merken deutlich, dass die Kunden sich für die Herkunft der Lebensmittel interessieren“, sagt Edeka-Leiter Stephan Ott

Regensburg – Das vierstufige Label „Haltungsform“ soll eine Orientierungshilfe für die Haltung von Schweinen, Rindern und Geflügel sein. Während die Regierung erst 2020 mit einem „Tierwohl“-Label starten will, reagiert der Handel schon jetzt auf den Wunsch der Konsumenten nach mehr Transparenz. Auch Filialen wie Edeka Ott in Regensburg machen mit.

Von Claudia Böhm

Seit Anfang April kennzeichnen die großen Supermarktketten, unter welchen Bedingungen die für das abgepackte Fleisch geschlachteten Tiere gehalten wurden. Unternehmen wie Lidl, Aldi und Rewe hatten zuvor bereits eigene Systeme. Es fehlte aber eine einheitliche Linie, was Verbrauchern die Orientierung erschwerte. Die neue Haltungskennzeichnung ist kein Tierwohllabel. Sie ordnet lediglich das bereits bestehende Fleischangebot – vom gesetzlichen Mindeststandard bis zum Bio-Standard – in vier Stufen ein.
Noch ist nicht klar, wer die richtige Zuordnung kontrolliert. Käufer von Wurstwaren blieben weiter im Ungewissen, kritisiert die Umweltorganisation Greenpeace. Die Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt die sogenannte Fleisch-Ampel, übt aber auch Kritik. Wichtig sei nicht nur das Etikett, wichtig sei auch, dass das Supermarktpersonal gut geschult sei und weitere Fragen zum Fleisch beantworten könne.
Stephan Ott, selbstständiger Kaufmann der Edeka Filiale in der Boelckestraße 2 in Regensburg begrüßt alles, was seinen Kunden die Kaufentscheidung erleichtert. Bei ihm sei das fertig verpackte Fleisch aber eher eine Sortimentsabrundung. „Wenn es so ein System auch für die Bedienungstheke gäbe, wäre das toll.

Auf dem abgepackten Fleisch in der Selbstbedienungstheke der Supermärkte finden Kunden seit Anfang April einheitliche Labels, die die Haltungsform der Tiere kennzeichnen

Der Staat hinkt hinterher

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hält die handelseigenen Herkunftssiegel für unzureichend. Seit vier Jahren ist ein staatliches Tierwohlkennzeichen für Schweine in Planung. Auch hier ist die Teilnahme freiwillig. Die Grünen fordern zusätzlich eine Anhebung der gesetzlichen Mindeststandards.

Wer die Wahl hat …

Welchen Einfluss Verbraucher ausüben können, zeigt sich am Beispiel Legehennen. Hier kann schon seit Längerem zwischen Eiern aus Bodenhaltung, Freilandhaltung, Käfighaltung oder ökologischer Erzeugung gewählt werden. Eier aus Käfighaltung sind dabei immer unbeliebter geworden. In Deutschland gab es 2017 erstmals mehr Haltungsplätze für Hennen im Bereich der ökologischen Erzeugung als in der Käfighaltung. Dieser Trend setzt sich 2018 fort.
Vielleicht können Käufer von SB-Fleisch den Produzenten jetzt auch endlich zeigen, wie wichtig ihnen artgerechte Tierhaltung ist, und die Stallhaltung positiv beeinflussen.

DIE VIER LABEL IM ÜBERBLICK

Die vierstufige Haltungskennzeichnung von SB-Frischfleisch und ihre Bedeutung:

„Stallhaltung“ spiegelt den gesetzlichen Mindeststandard bzw. die branchenübliche Haltung bei Rindern und Puten.

StallhaltungPlus“ entspricht den Anforderungen der Initiative Tierwohl (zehn Prozent mehr Platz und Beschäftigungsmaterial; Rinder dürfen nicht angebunden sein).

„Außenklima“ bedeutet, dass die Tiere Kontakt mit Frischluft hatten, beispielsweise in einem dem Stall angeschlossenem, überdachten Außenbereich oder durch eine nach außen offene Stallseite.

„Premium“ steht für noch mehr Platz im Stall und einen tatsächlichen Auslauf der Tiere im Freigelände. Auch Bio-Fleisch fällt in diese Kategorie.

Abbildungen: www.haltungsform.de

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt!

Schreibe eine Antwort

Datenschutz
X