1. Bayerische Demenzwoche von 13. bis 22. September / Viele Veranstaltungen auch in Regensburg „Demenz ist eine große Herausforderung für uns alle“

Aktualisiert vor 2 Jahren von Mario Hahn

Ziel der 1. Bayerischen Demenzwoche ist es, die Bevölkerung für das Thema Demenz zu sensibilisieren sowie auf die vielen Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige hinzuweisen. Schirmherrin ist Staatsministerin Melanie Huml.

Regensburg/München – Derzeit sind über 240.000 Menschen im Freistaat von Demenz betroffen. Und: Demenz kann jeden treffen! Aus diesem Grund hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die 1. Bayerische Demenzwoche ins Leben gerufen. Das Ziel: Die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren.

Von Mario Hahn

Die Bayerische Demenzwoche feiert in diesem Jahr Premiere. Hierbei finden von 13. bis 22. September in allen bayerischen Regierungsbezirken vielfältige Aktionen statt. Den Auftakt (ab 17 Uhr) in der Region Regensburg macht das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) mit der Filmvorführung „Vergiss mein nicht“ von David Sieveking und mit anschließender Podiumsdiskussion. Veranstaltungsort ist der große Hörsaal (Haupteingang, 1. OG), der Eintritt ist frei.

Den Auftakt macht das Universitätsklinikum

„Es freut mich, dass sich das Universitätsklinikum Regensburg mit einem vielseitigen und interessanten Programm so engagiert in die 1. Bayerische Demenzwoche einbringt“, betont die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml.
Während der 1. Bayerischen Demenzwoche folgen weitere Veranstaltungen. Mehr erfahren Sie darüber in der Informationsbox auf dieser Seite (siehe weiter unten).

„Mein Ziel ist es, die Demenz stärker in die Öffentlichkeit zu rücken und den Bewusstseinswandel im Umgang mit dieser Krankheit voranzubringen. Mit der Demenzwoche wollen wir auf die vielfältigen Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen hinweisen.“
(Melanie Huml, Staatsministerin)

Demenz noch stärker in Fokus der Öffentlichkeit

Schirmherrin der 1. Bayerischen Demenzwoche ist Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml. Ihr Ziel sei es, das Thema Demenz noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und den Bewusstseinswandel im Umgang mit dieser Krankheit und den Betroffenen sowie deren Pflegepersonen weiter voranzubringen. „Mit der Bayerischen Demenzwoche wollen wir unter anderem auf die vielfältigen Betreuungs- und Unterstützungsangebote im Freistaat für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen hinweisen“, erklärt Melanie Huml.
Langfristig sei geplant, so die Gesundheits- und Pflegeministerin weiter, „die Bayerische Demenzwoche als regelmäßige Plattform für die bayerischen Akteure und als einen wesentlichen Baustein der Bayerischen Demenzstrategie zu etablieren.“
In Bayern leben derzeit über 240.000 Menschen mit Demenz. Aufgrund der demografischen Entwicklung kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Demenzkranken im Freistaat bis zum Jahr 2030 auf 300.000 ansteigt.

300.000 Demenzkranke im Jahr 2030 in Bayern

Huml: „Die zunehmende Zahl von Demenzkranken ist eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft. Um ihr gerecht zu werden, hat die Bayerische Staatsregierung bereits 2013 die ressortübergreifende Bayerische Demenzstrategie beschlossen. Ein wichtiges Leitziel ist dabei, die Selbstbestimmung und Würde der Betroffenen in allen Phasen der Erkrankung zu bewahren.“

Die Demenzwoche ist neben den bereits vorhandenen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen (Bayerischer Demenzpreis, Bayerischer Fachtag Demenz sowie Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“) ein weiterer bedeutsamer Baustein im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Bayerischen Demenzstrategie – insbesondere des Handlungsfeldes „Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit“.
Mehr Infos unter www.demenzwoche.bayern.de.

 

Veranstaltungen während der Demenzwoche in der Region Regensburg

■ Auftakt am Universitätsklinikum Regensburg zur Bayerischen Demenzwoche
Am 13. September um 17 Uhr, Franz-Josef-Strauß-Allee 11 in Regensburg

■ Lebensspuren – Eindrücke, die für immer bleiben
Am 16. September um 9.30 Uhr, Weiße-Lamm-Gasse 1 in Regensburg

■ Demenz! – Was nun?
Am 17. September um 17 Uhr, Universitätsstraße 84 in Regensburg

■ Führung im Alten- und Pflegeheim St. Katharinenspital
Am 18. September um 10 Uhr, Am Brückenfuß 1 in Regensburg

■ Demenz – Eine alte Krankheit neu entdeckt
Am 18. September um 14.30 Uhr, Altmühlstraße 3 in Regensburg

■ „Vergesslichkeit im Alter – Fragestunde für Interessierte, Angehörige und Betroffene“
Am 19. September um 16.30 Uhr, Prüfeninger Straße 86 in Regensburg

■ Aromatherapie für Menschen mit und ohne Demenz
Am 20. September um 14 Uhr, Josef-Wieland-Straße 1 in Obertraubling

■ Leben mit Demenz Angehörigenschulung
Am 21. September um 9 Uhr, Am Singrün 1 in Regensburg

 

Willkommene Abwechslung

Im „Café Malta“ der Malteser sind Demenzkranke gut aufgehoben. Auch Angehörigen wird ein Moment der Ruhe zuteil.

Regensburg – Seit 2015 bieten die Malteser das „Café Malta“ an. Das Demenzcafé am Singrün 1 in Regensburg bietet Betroffenen viel Abwechslung.
Im „Café Malta“ sind die demenziell Erkrankten gut aufgehoben und die Angehörigen können drei Stunden lang ruhigen Gewissens Besorgungen machen oder sich eine Auszeit gönnen. Die Malteser bieten individuelle Angebote an, um bei den Gästen gezielt vorhandene Fähigkeiten und Talente anzuregen. Dazu gehören Singen, Basteln, Sitztanz und Ausflüge.
Donnerstags wird das „Café Malta“ zu einer Art Kochclub und die Besucher bereiten gemeinsam ein Mittagessen zu. Oft traditionelle, manchmal auch exotische Gerichte. So probierten einige Senioren zum ersten Mal in ihrem Leben eine Avocado.

Das „Café Malta“ der Malteser unternimmt auch Ausflüge. Zum Beispiel zur Beerenmeile.
Foto: Barbara Breu

In der ersten bayerischen Demenzwoche veranstalten die Malteser einen Tag der Offenen Tür im „Café Malta“ und laden auf ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee ein. Dabei können sich Angehörige und demenziell Erkrankte einen Überblick über das Gruppenangebot machen. Termine sind am 17. September zwischen 13 und 16 Uhr und am 19. September zwischen 11 und 14 Uhr.
Mehr Termine bei den Maltesern am Singrün 1: Am 14. und 21. September, jeweils von 9 bis 12.30 Uhr, steigt die Angehörigenschulung „Leben mit Demenz“. Hierbei bekommen Angehörige durch eine zweiteilige Schulung ein Basiswissen zum Krankheitsbild und wertvolle Tipps zum Umgang mit demenziell Erkrankten. Eine Anmeldung zur Angehörigenschulung ist erforderlich.
„Information rund um die Demenz“ gibt es am 21. September von 13 bis 16 Uhr. Dabei beraten die Pflegemitarbeiter/innen der Malteser zu Krankheitsbild, Entlastungsmöglichkeiten und Leistungen der Pflegekasse.
Mehr Infos unter www.malteser-regensburg.de bzw. Tel.: 0941/5851555.

 

„Demenz – Eine alte Krankheit neu entdeckt“: Vortrag im Landratsamt

Regensburg – Anlässlich der erstmalig vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ausgerufenen „Bayerischen Demenzwoche“ organisiert das Sachgebiet Senioren und Inklusion am 18. September ab 14.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Landratsamts Regensburg (Altmühlstr. 3) einen Fachnachmittag zum Thema „Demenz – Eine alte Krankheit neu entdeckt“.

Foto: Landratsamt Regensburg

Anton Stiglmeier (Demenzexperte am Universitätsklinikum Regensburg) wird einen Einblick in die Geschichte und die spezifischen Formen der Demenzerkrankung geben, auf die wir heutzutage eingehen können, um die Lebensqualität für Betroffene zu steigern. Anschließend werden für die Region Regensburg Entlastungs- und Unterstützungsangebote für Familien, die zu Hause Angehörige mit Demenz betreuen, vorgestellt. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.
Um Anmeldung wird gebeten. Kontakt: Sachgebiet Senioren und Inklusion, Susanna Hochholzer, Tel: 0941/4009-709 oder E-Mail: susanna.hochholzer@lra-regensburg.de.

 

16. September: Fachtag mit der Alzheimer-Gesellschaft

Regensburg – Die Alzheimer-Gesellschaft Oberpfalz e. V. Selbsthilfe Demenz veranstaltet anlässlich des Welt-Alzheimertags (jährlich am 21. September) und der Woche der Demenz zusammen mit dem Seniorenamt der Stadt Regensburg einen Fachtag mit dem Motto „Lebensspuren – Eindrücke, die für immer bleiben“. Am Montag, den 16.9., geben drei hochkarätige Referenten einen facettenreichen Einblick über die Bedeutung biographischer Prägungen.
Zum Thema „Die vergessene Generation – Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen“ wird Journalistin und Spiegel-Bestseller-Autorin Sabine Bode ihre umfangreichen Rechercheergebnisse zu unverarbeiteten Kriegstraumata präsentieren. Ihr Hauptaugenmerk liegt vor allem darauf, wie die traumatischen Erlebnisse der Kriegs- und Flüchtlingskinder am Ende des Zweiten Weltkriegs erst im Alter ihre ganze Tragweite entfalten und noch über mehrere Generationen hinaus weiterwirken können.
Prof. Dr. Förstl von der TU München wird zum Thema „Biographische Prägungen (nach 1945) und deren Auswirkungen im Alter“ sprechen. Im Vortrag geht es um die Frage nach qualitativen biographischen Prägungen, wie beispielsweise dem Verlust der Heimat. Außerdem informiert er über quantitative Forschungsergebnisse zu sozialen und medizinischen (Risiko-)Faktoren für biographische Prägungen.
Frau Prof. Dr. Hoffmann, Chefärztin am Krankenhaus der Barherzigen Brüder Regensburg, beschäftigt sich in ihrem Vortrag „Kunst und Kultur als Türöffner zu Menschen mit Demenz“ mit den positiven Einflüssen kultureller Angebote auf Demenzpatienten. Dabei geht es auch um ganz konkrete praktische Tipps und einen Überblick über eine Vielzahl von Angeboten aus Kunst und Kultur mit und für Menschen mit Demenz.
Die Alzheimer Gesellschaft Oberpfalz e. V. Selbsthilfe Demenz hat es sich seit 1996 zur Aufgabe gemacht, durch Öffentlichkeitsarbeit, Information, Aufklärung, Beratung sowie durch konkrete Hilfs- und Betreuungsangebote die Situation von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen zu verbessern.
Der Fachtag findet am 16.9. von 9:30 Uhr bis 16:45 Uhr im Salzstadel/Brück-Saal, Weiße Lamm-Gasse 1, 93047 Regensburg statt.
Mehr Infos unter www.oberpfalzheimer.de

 

Blizzgescheit mit Blizzi: Was ist Demenz?

Was genau ist „Demenz“?
Sie ist eine Kombination des zunehmenden Abbaus kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten. Der Begriff bedeutet ‚unvernünftig‘ bzw. ‚ohne Denkkraft‘.
Welche Auswirkungen hat eine Demenzerkrankung?
Als Hauptsymptom gilt die Gedächtnisstörung. Auch Persönlichkeitsveränderungen und Gemütsschwankungen können auftreten. Die Abnahme kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten kann zu sozialen und beruflichen Beeinträchtigungen führen.
Wodurch wird die Krankheit ausgelöst?
Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter. Auch Depressionen werden als Risikofaktor angesehen. Weitere Risikofaktoren sind Bluthochdruck (Hypertonie), Fettleibigkeit (Adipositas) und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).
Wie kann man vorbeugen?
Durch Einschränkung der Risikofaktoren, also Sport treiben, auf intaktes soziales Umfeld und Körpergewicht achten. Dazu noch Nikotinabstinenz und täglicher Obst- und Gemüseverzehr.
Wer kann eine Demenz feststellen?
Bei zunehmender Vergesslichkeit oder nachlassender Denkleistung einen Facharzt für Neurologie aufsuchen. Auch der Hausarzt kann eine erste Diagnose stellen und andere Ursachen ausschließen.
Wie wird die Krankheit behandelt?
Für die meisten Demenzerkrankungen gibt es noch keine Heilung. Die Behandlung soll die Lebensqualität der Kranken und ihrer Angehörigen verbessern. Medikamente führen zur Verbesserung des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit und können ein Fortschreiten verzögern Den eigentlichen Krankheitsprozess können sie aber nicht verzögern oder stoppen.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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