25 Mal P.A.R.T.Y. – Schocktherapie für Jugendliche am Universitätsklinikum Regensburg

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Schocktherapie im Schockraum

P.A.R.T.Y. im Universitätsklinikum soll Jugendliche vor Unfällen schützen

Regensburg – P.A.R.T.Y. im Universitätsklinikum? Warum nicht, schließlich geht es um ein Präventionsprogramm: Wer verhindern will, dass Jugendliche besoffen und bekifft auf der Straße rumdüsen, muss ihnen die Folgen zeigen. Unterwegs mit Schülern, die den blutigen Alltag einer Unfallklinik kennenlernen.

Von Mario Hahn

Markus liegt nach einem Unfall mit Verletzungen an Bein und Arm auf einer Liege im Schockraum des Uniklinikums Regensburg. Schwester Susanne untersucht den Jugendlichen. Heute ist sie die einzige Medizinerin vor Ort. Läge ein echter Schwerverletzter hier, wären bis zu zehn Mediziner anwesend. Doch Markus ist putzmunter, er war nur neugierig und hat sich als „Opfer“ zu Demonstrationszwecken auf die Liege begeben. Denn im Universitätsklinikum Regensburg (UKR) ist heute P.A.R.T.Y. angesagt.
P.A.R.T.Y. – der Name steht für „Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth“ (Prävention von durch Alkohol und risikoreiches Verhalten verursachte Verletzungen (Trauma) bei Jugendlichen) – ist ein Präventionsprogramm, das Jugendlichen die Folgen unbedachten Handelns unmissverständlich vor Augen führen soll. Das Projekt stammt aus Amerika und war dort so erfolgreich, dass es auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie auch in Deutschland an den Start ging. In Bayern wurde es im Jahr 2014 erstmals durch das UKR durchgeführt.
Am vergangenen Mittwoch feierte P.A.R.T.Y. Jubiläum: Zum 25. Mal besuchten Jugendliche das UKR, um hautnah zu erleben, welche Konsequenzen Unfälle durch Alkoholexzesse und Drogeneinfluss – aber auch Überschätzung und Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr – haben können.
Nach einem bewegenden Bericht der Polizei zu Anfang durchliefen die 16- bis 18-jährigen Oberpfälzer Schüler/innen verschiedene Stationen, um den Weg nachempfinden zu können, den sonst nur den Schwerverletzten vorbehalten bleibt: von Rettungswagen über Schockraum und Intensiv- und Allgemeinstation bis letztlich zur Physiotherapie. Dabei schlüpften sie selbst in die Rolle von Arzt und Patient. Außerdem ließen echte Patienten die Jugendlichen an ihrem Schicksal teilhaben.
Die Schüler/innen verfolgten mit großem Interesse die verschiedenen Ausführungen und stellten immer wieder interessierte Fragen. Der Tag in der Uniklinik war für alle ein gewonnener Tag. „Ich bin sehr nachdenklich geworden.“ Diesen Satz hörte man des Öfteren – was auch Sinn und Zweck von P.A.R.T.Y. ist.

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