30 Jahre medbo-Schlaflabor in Regensburg

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Meilenstein für Medizin in Regensburg

30 Jahre medbo-Schlaflabor: Erfolg überrennt die Schlafmedizin am Anfang / Mittlerweile eine anerkannte Disziplin

Regensburg – Am Anfang begann die gute Idee fast wie ein Alptraum: von Patienten überrannt und von Kollegen als Krankheitserfinder beschimpft. Das medbo Schlaflabor hat sich erstaunlich schnell zu einer beliebten Anlaufstelle für Betroffene von Schlafstörungen entwickelt. Seinen guten Ruf konnte es in den vergangenen 30 Jahren beständig stärken und durch Innovationen weiter verbessern.

Das Bezirksklinikum war 1988 das erste Versorgungskrankenhaus, das ein Schlaflabor einrichtete. Durchaus ein Pionier, denn damals gab es nur zehn Krankenhäuser mit dieser Spezialabteilung. „Das war für Regensburg eine weit vorausschauende Entscheidung. Die Bedeutung des Schlafs rückte erst in den vergangenen Jahren in den Vordergrund. Das Bezirksklinikum konnte schon früh seine Kompetenz zeigen und mehr noch: Das Schlaflabor öffnete sich aufgrund derneuen Krankheitsbilder einer anderen Öffentlichkeit: „Stichwort Entstigmatisierung“, resümiert Bezirkstagspräsident Franz Löffler zum Jubiläum.

Dr. Peter Geisler, Oberarzt im medbo-Schlaflabor
Foto: medbo

An die erste Patientin im Schlaflabor kann sich Oberarzt Dr. Peter Geisler noch gut erinnern: Eine 48-Jährige durfte als Erste unter genauester Beobachtung schlafen und bekam nach der erfolgreichen Ableitung aller Daten am 31.1.1988 schnell die Diagnose: Narkolepsie (im Volksmund Schlafkrankheit). Der noch junge Arzt Geisler hatte schon in München in einem Schlaflabor gearbeitet und wechselte für die Möglichkeit, ein Schlaflabor nach eigenen Vorstellungen zu planen und aufzubauen, nach Regensburg. Dort sollten Schlafstörungen, die mit psychischen Krankheitsbildern verbunden sind, erkannt und behandelt werden. Schlafstörungen bei Depressionen, Narkolepsie oder Insomnie (Schlaflosigkeit) sollten die Schwerpunkte der Behandlung bilden.
Kamen anfangs viele Patienten, die unter Schlafapnoe litten, so kommen mittlerweile die „richtigen“ Patienten und das medbo Schlaflabor hat sich durch die Qualifizierung seiner Mitarbeiter breit aufgestellt: So ist Prof. Dr. Thomas Wetter Spezialist für das Restless Legs Syndrom, Dr. Geisler für Narkolepsie, Privatdozentin Dr. Tatjana Crönlein für Insomnie und Privatdozent Dr. Roland Popp für Vigilanzstörung (z. B. Sekundenschlaf beim Autofahren). Durch die Spezialisten sind alle Bereiche der psychischen und neurologischen Schlafmedizin abgedeckt und das medbo Schlaflabor gilt als eine Art Referenzzentrum. Obwohl nach dem langen Erstgespräch gerade mal die Hälfte der Patienten ins Schlaflabor muss, sind die Betten sieben Tage in der Woche belegt und es gibt Wartezeiten.
Die Schlafmedizin ist eine noch relativ junge Disziplin, die als Zusatzweiterbildung zertifiziert wurde. Bis es soweit kam, fand ein harter Kampf mit den Gegnern der vermeintlichen Modekrankheit statt. Heute präsentiert sich das ganze Gebiet sehr dynamisch. In der neuen ICD11 der Weltgesundheitsorganisation soll die Schlafmedizin mit einem eigenen Kapitel aufgewertet werden.

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