Anstieg beim Wohnungsbau im Landkreis Regensburg Mehr als 1.200 neue Wohnungen wurden 2020 genehmigt, der Bedarf ist dennoch nicht gedeckt. Besonders Asylbewerber tun sich auf dem allgemeinem Immobilienmarkt schwer.

Regensburg Land – Durch Zuwanderung wird immer mehr Wohnraum benötigt. Also muss gebaut werden. Besonders fleißig ist man im Landkreis. Dort sind bis Ende September 1.217 neue Wohnungen entstanden. In der Boom-Region Regensburg ist die Nachfrage nach Miet- und Eigenimmobilien seit Jahren hoch.

Im Landkreis Regensburg entsteht zusätzlicher Wohnraum. Im dritten Quartal 2020 wurden laut Landratsamt 520 neue Wohnungen genehmigt. Das ist ein spürbarer Anstieg um fast acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Juli bis September 2019: 482; Juli bis September 2018: 271 genehmigte Wohnungen).
In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 erhielten somit 1.217 Wohnungen grünes Licht. Im gleichen Zeitraum der beiden Vorjahre waren es 1.255 (2019) und 970 (2018). Wie das Landratsamt mitteilt, ist der leichte Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum unter „natürliche Schwankung“ zu verbuchen. Genehmigungsverfahren, die sich zum Teil im Frühjahr wegen ausgefallener Gemeinderatssitzungen, etwas verzögert haben, haben dann im Sommer wieder aufgeholt.
Unter den genehmigten Wohnungen im dritten Quartal 2020 waren unter anderem 195 Einfamilienhäuser, 203 Wohnungen in Zwei- und Mehrfamilienhäusern, 32 Einzelwohnungen in bereits bestehenden Gebäuden und 87 Wohnungen mit gemischter und gewerblicher Nutzung. Von den 520 Wohneinheiten durchliefen 400 das Genehmigungsverfahren im Landratsamt; 120 unterlagen dem sogenannte Freistellungsverfahren, bedurften also aufgrund der gegebenen Bebauungsplan-Konformität keiner Genehmigung.
In der Boom-Region Regensburg ist die Nachfrage nach Miet- und Eigenimmobilien seit Jahren unvermindert hoch. Dabei wirkt sich der Siedlungsdruck aus der Stadt immer stärker auf den Landkreis aus. Experten beobachten, dass sich der Trend zum Leben auf dem Land – auch wegen zunehmender Möglichkeiten durch die Digitalisierung – weiter beschleunigt. Landrätin Tanja Schweiger bedankt sich daher bei allen, die mit ihren Bau-Projekten zur Entspannung beitragen. „Wir wollen, dass alle, die im Landkreis Regensburg bleiben oder hierher ziehen möchten, auch ein bezahlbares Zuhause finden.“ Die Landkreisbehörde unterstütze daher Bauwillige nach besten Kräften mit möglichst schnellen und unbürokratischen Genehmigungen.

Wohnungen und Häuser für Asylbewerber gesucht
Die Regierung der Oberpfalz und das Landratsamt sind auf der Suche nach Häusern und Wohnungen für Asylbewerber. Anerkannte und Bleibeberechtigte tun sich nach wie vor schwer, auf dem allgemeinen Immobilienmarkt eigenen Wohnraum zu finden. Die vorhandenen Unterkünfte sind aktuell gut ausgelastet.
Die Gebäude für die Regierung der Oberpfalz sollten als Gemeinschaftsunterkunft für mindestens 30 Personen geeignet sein. Sie sollten unter anderem über Zentralheizung verfügen und mit einer SAT-Anlage ausgestattet sein. Die Regierung bietet Mietverträge mit Festlaufzeit sowie eine Bezahlung nach Mietspiegel. Die Bewirtschaftung der Objekte wird durch die Regierung selbst übernommen. Weitere Informationen über Anforderungen an Wohnungen und Gebäude können unter www.regierung.oberpfalz.bayern.de abgerufen werden.
Wer dem Landratsamt einzelne Wohnungen als dezentrale Unterkunft oder zur Direktvermietung an Anerkannte und Bleibeberechtigte zur Verfügung stellen möchte, kann sich an das Ausländeramt im Landratsamt wenden. Informationen rund um Mietangebote für Asylbewerber sind auch unter www.landkreis-regensburg.de/buergerservice/auslaender-asyl-integration/mietangebote-asyl/ zu finden. Im Landkreis Regensburg lebten zum Stichtag 1. Oktober 2020 insgesamt 607 Asylbewerber in den Gemeinschaftsunterkünften, dezentralen Einrichtungen oder Privatwohnungen.

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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