Ausstellungsschiff MS Wissenschaft kommt nach Regensburg T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn, Plastik aus Pflanzen – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

Regensburg – Vom 10. bis 13. Oktober macht das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft auf seiner Tour durch 19 Städte in Regensburg Station. An Bord des umgebauten Frachtschiffs ist diesmal eine Mitmach-Ausstellung zum Thema Bioökonomie zu sehen. Die Ausstellung wird für Besucherinnen und Besucher ab zwölf Jahren empfohlen. Der Eintritt ist frei.

T-Shirts aus Holz, Strümpfe aus Chicorée und Proteine aus Insekten: Im Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie zeigt das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft, dass eine nachhaltige Wirtschaft auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe möglich ist. Aus Pilzen lassen sich Waschmittel, Medikamente und Kosmetika herstellen. Aus Pflanzen wie Bambus und Mais werden neue Werkstoffe entwickelt, die Plastik und andere erdölbasierte Produkte ersetzen.

ABENTEUER BIOÖKONOMIE
Mit Joe und Josie auf Reise durch die Bioökonomie
Quelle: Heiner Witte/Wissenschaft im Dialog

Auf dem Ausstellungsschiff lassen sich viele Facetten der Bioökonomie an rund 30 interaktiven Exponaten entdecken. Auch ethische und politische Aspekte werden beleuchtet: Wie nachhaltig sind Biokraftstoffe? Welche Chancen und Risiken gehen mit neuen Methoden der Pflanzenzüchtung einher? Und wie könnte sich die Weltbevölkerung in Zukunft ernähren? Mit Exponaten der TH Nürnberg, der TU München – Campus Straubing, des Freisinger Fraunhofer IVV und der Fraunhofer Gesellschaft in München sind auch vier Aussteller aus der Region an Bord. Das Exponat aus Nürnberg befasst sich mit der Frage, wie wir die Nutzung und Verarbeitung von Holz nachhaltiger und effektiver machen können. Das Exponat aus Straubing zeigt, wie aus nachwachsenden Rohstoffen biologisch abbaubarer Kunststoff erzeugt werden kann. Das Freisinger Projekt von „NewFoodSystems“ forscht an Indoor Farming und an Proteinen aus Pflanzen, Algen und Insekten als nachhaltige Alternative zu tierischem Eiweiß. Das „Bio Economy Adventure“-Spiel der Fraunhofer Gesellschaft veranschaulicht, woran Forschende arbeiten, um fossile Produkte zu ersetzen und eine biobasierte Wirtschaft zu entwickeln.

PLASTIK AUS PFLANZEN
Pflanzenstärke statt erdölbasiertem Kunststoff: Im 3-D-Drucker entstehen kleine, blaue Schiffe aus Zuckerrüben.
Quelle: Heiner Witte/Wissenschaft im Dialog

Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft tourt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch Deutschland. Wissenschaft im Dialog (WiD) realisiert die Ausstellung mit Unterstützung der hinter WiD stehenden Wissenschaftsorganisationen. Die Exponate direkt aus der Forschung werden zur Verfügung gestellt von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und DFG-geförderten Projekten, Hochschulen sowie weiteren Partnern. An Bord gelten Abstands- und Hygieneregeln sowie Maskenpflicht.

Öffnungszeiten:
10.10.: 13.00–19.00 Uhr
11.10.-13.10.: 10–13.30 und 14.30–19 Uhr

Anlegestelle:
Anleger „Willi“, Werftstraße, Höhe Inselstraße

Alle Stationen der Tour auf einen Blick: ms-wissenschaft.de/tour
 
Informationen:
ms-wissenschaft.de und wissenschaftsjahr.de

Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie
Knapper werdende Ressourcen und Nutzflächen bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung sind ebenso große und globale Herausforderungen wie der Klimawandel und der Rückgang der Artenvielfalt. Die Frage ist: Wie können wir nachhaltiger leben, Ressourcen schonen und gleichzeitig unseren Lebensstandard sichern? Eine Antwort könnte sein, wir stellen uns um: weg von einer auf fossilen Ressourcen basierenden Wirtschaftsform hin zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise – der Bioökonomie. Die Wissenschaft treibt diese Innovationen voran und sorgt dafür, dass Mikroorganismen, Proteine, Algen und weitere „kleine Helden“ der Bioökonomie große Wirkung entfalten. Das Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie macht diese ersten Schritte hin zu einer biobasierten Wirtschaftsweise greifbar. Gleichzeitig lädt es Bürgerinnen und Bürger dazu ein, diesen Wandel im Dialog mit Wissenschaft und Forschung im Rahmen zahlreicher Diskussions- und Mitmachformate aktiv mitzugestalten. wissenschaftsjahr.de

Wissenschaft im Dialog – die Organisation für Wissenschaftskommunikation in Deutschland
Wissenschaft im Dialog (WiD) ist die Organisation für Wissenschaftskommunikation in Deutschland. WiD bringt Wissenschaft und Öffentlichkeit ins Gespräch, fördert das Bewusstsein für die gesellschaftliche Bedeutung der Wissenschaft und stärkt das Verständnis ihrer Prozesse und Erkenntnisse. Dafür organisiert WiD deutschlandweit Diskussionen, Schulprojekte, Ausstellungen, Wettbewerbe und betreibt Online-Portale rund um Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation. WiD entwickelt beständig neue Kommunikationsformate, die den Dialog mit der Gesellschaft stärken, kontroverse Themen in den Fokus rücken und neue Zielgruppen erreichen. Die gemeinnützige Organisation wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Stifterverbands von den großen deutschen Wissenschaftsorganisationen gegründet. Als Partner kamen Stiftungen hinzu. Maßgeblich unterstützt wird WiD vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. wissenschaft-im-dialog.de

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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