Authentisch, wie das wahre Leben eben

Fotoausstellung in der Stadtbücherei: „Menschen in Kumpfmühl – Momentaufnahmen“ von Stefan Winkelhöfer

Regensburg – Kumpfmühl ist nicht nur geschichtsträchtig, der älteste Stadtteil von Regensburg verfügt auch über einen besonderen Charme. Darauf weist der Geschichts- und Kulturverein Regensburg-Kumpfmühl (GKVR) im Jubiläumsjahr hin. In der Stadtbücherei am Haidplatz ist nun eine sehenswerte Fotoausstellung zu sehen; hierbei stehen die Stadtteilbewohner im Fokus.

Von Mario Hahn

Schon die Menschen in der Vorzeit wussten die geografisch günstige Lage an den nördlichen Ausläufern der bayerischen Hochebene zu schätzen. So deckten archäologische Grabungen auf, dass um etwa 5.000 vor Christus Kelten am nördlichsten Punkt der Donau siedelten. Dann kamen die Römer. Unterhalb der heutigen Wolfgangskirche errichteten die Legionäre um 79 nach Christus ein Kastell zur Verteidigung der Nordgrenze des antiken Weltreiches. Urkundlich erwähnt wurde Kumpfmühl zum ersten Mal im Jahr 1009. Den nächsten Meilenstein markierte dann das Jahr 1818; damals wurde Kumpfmühl ein Stadtteil von Regensburg – und war damit über ein Jahrhundert früher dran als viele heutige Stadtteile, die erst seit 1924 zur Domstadt gehören. Heuer also jährt sich die Eingemeindung. Dies nahm der Geschichts- und Kulturverein Regensburg-Kumpfmühl (GKVR) um den ersten Vorsitzenden Hubert H. Wartner zum Anlass, mit diversen Veranstaltungen auf das Jubiläumsjahr zu blicken.

Am Dienstag bei der Ausstellungseröffnung in der Stadtbücherei (v. li.): Fotograf Stefan Winkelhöfer, Bibliotheksleiterin Karin Martin und erster Vorsitzender des GKVR, Hubert H. Wartner Foto: GKVR

Bereits den ganzen August über konnten Interessierte im Naturkundemuseum die Aus-stellung „Regensburg beginnt in Kumpfmühl“ bestaunen. Bilder aus der Sammlung Karl Bauers zeigten architektonische Juwele, die zwar dem Bombenhagel aus dem 2. Weltkrieg trotzten, gegen städtebauliche Planer dann aber keine Chance hatten. Die Fotoausstellung, die nach einer Idee des GKVR 2009 initiiert und gestaltet und jetzt zum dritten Mal gezeigt wurde, war ein „absoluter Besuchermagnet“, betonte Hubert H. Wartner.

Foto: Winkelhöfer

Dasselbe wird man wohl auch über die sich nahtlos anfügende Ausstellung „Stefan Winkelhöfer: Kumpfmühl“ in der Stadtbücherei am Haidplatz sagen. Anlässlich des Jubiläums „Kumpfmühl – 200 Jahre Stadtteil von Regensburg“ werden dort bis zum 6. Oktober Werke des Bernhardswalder Kulturfotografen Stefan Winkelhöfer gezeigt. Dessen Aufnahmen sind Momentaufnahmen des ältesten Stadtteils der Welterbestadt. Winkelhöfer hat Situationen und Menschen in ihrem heimischen Stadtteil eingefangen, wie sie täglich anzutreffen sind, ungeschönt und authentisch. In der heute so schnelllebigen Zeit zeigen die Bilder auch neun Jahre später ein Stück Beständigkeit und Entschleunigung.

Die Kumpfmühl-Ausstellung kann zu den gewohnten Öffnungszeiten (Dienstag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr) besucht werden.

 

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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