„Nicht nur reden, sofort handeln“ Benedikt Suttner ist OB-Kandidat für die ÖDP in Regensburg

Regensburg – Benedikt Suttner stammt aus dem Klosterdorf Windberg in Niederbayern. Seit Mai 2014 führt der Grundschullehrer die ÖDP-Fraktion als Fraktionsvorsitzender. Im Stadtrat vertritt er seine Partei im Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Wohnungsfragen, im Grundstücksausschuss, im Bau- und Vergabeausschuss, im Kulturausschuss und im Ausschuss für Bildung, Sport und Freizeit. Benedikt Suttner ist verheiratet und hat drei Söhne.

Blizz: 2014 waren Sie der jüngste OB-Kandidat. Jetzt treten Sie erneut für die ÖDP an. Warum?
Benedikt Suttner: Die Ökologisch-Demokratische Partei hat in Regensburg schon viel erreicht. Mit 90 Anträgen im Stadtrat konnten wir die Lebensbedingungen in Regensburg verbessern, denn vieles wurde umgesetzt. Das beste Volksbegehren in Bayern, „Rettet die Bienen!“, ist von uns. Den Radentscheid Regensburg haben wir mit angestoßen und das erfolgreiche Bürgerbegehren gegen ein RKK am Ernst-Reuter-Platz unterstützten wir auch. Auf unserer Stadtratsliste kandidieren Menschen, die sich in Verbänden und Initiativen engagieren. Das finde ich toll. Die Chance, in eine Stichwahl zu kommen, ist groß wie nie. Diese Chance möchte ich nutzen.

Der Klimawandel beschäftigt uns täglich. Das spielt der ÖDP doch in die Karten!
Als Lehrer und Papa bin ich mit der jungen Generation immer in Kontakt. Ich überlege oft: In welcher Welt werden unsere Kinder später leben? Haben wir bis dahin alles kaputt gemacht? Die ÖDP sagt: Nicht nur reden, sofort handeln. Wir unterstützen „Fridays for Future“. Das, was sie fordern, ist machbar!
Der Klimaschutz und die Energiewende sind auch bei anderen Parteien Thema.

Wieso dennoch ÖDP?
Was die Koalition in den letzten sechs Jahren erreicht hat, ist für den Umweltschutz ein Armutszeugnis. Eine autofreie Altstadt bleibt bis heute ein Traum. Wertvolle Flächen wurden versiegelt, darunter viele Biotope. Die Solarenergie wird zu wenig als Chance begriffen. Und statt eine echte Verkehrswende durchzusetzen, stimmten die Grünen für den Bau der Sallerner Regenbrücke.

Welche Ansätze verfolgt Ihre Partei?
Wir wollen eine nachhaltige Stadtentwicklung statt Wachstum. Neue Kleingewerbe in Wohn- und Mischgebieten sind für kurze Wege sinnvoll. Von weiteren Logistikhallen halten wir nichts. Den wertvollen Boden brauchen wir dringend für sozialen Wohnungsbau, neue Grün- und Erholungsflächen und attraktive Rad- und Bus­trassen, statt für Parkplätze.

Sind Sie nur ökologisch ausgerichtet?
Nein, die Themen hängen meist zusammen, wie z. B. in der Wohnungspolitik. Mit uns werden die Stadtteile aufgewertet. Wir wollen „Häuser des Engagements“. Darin schaffen wir Lebensmittelpunkte der Menschen, Räume für Kultur, Begegnung und Austausch. So können wir unsere Stadtgesellschaft stärken, Nähe, Respekt und Vertrauen wachsen lassen.

Das Vertrauen in die Kommunalpolitik wurde durch die Korruptionsprozesse stark belastet. Was ist zu tun?
Im Oberbürgermeisteramt ist man ständig in Kontakt mit Firmen und vielen Menschen. Damit es gerecht zugeht, muss ein OB unabhängig sein. Die ÖDP nimmt keine Spenden von Firmen und Wirtschaftsverbänden an, schon immer!

Wie stellen Sie sich die Zukunft der Stadtratsarbeit mit Ihnen als Oberbürgermeister vor?
Wenn ein fester Koalitionsvertrag das Handeln bestimmt, gehen viele gute Ideen verloren. Als Oberbürgermeister möchte ich mit dem Stadtrat die besten Lösungen finden und sie über Parteigrenzen hinweg umsetzen. Ich will außerdem alle Bürger/innen stärker einbinden, z. B. durch die Einführung eines Bürgerhaushaltes. Unsere Demokratie zu stärken ist heute wichtiger denn je!


Kommunalwahl 2020

Am Sonntag, den 15.3.2020, wird gewählt. Im Blizz wollen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, bestmöglich und unparteiisch informieren und vorbereiten. Deshalb bieten wir den Kandidaten/innen für das Oberbürgermeisteramt in Regensburg die Möglichkeit, sich und ihre Ideen hier vorzustellen.

Claudia Böhm

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