Campingplatz statt Campus

Teilen Sie diesen Artikel

Das Wintersemester hat begonnen. Hunderte Studierende suchen eine Bleibe

Regensburg – Bezahlbarer Wohnraum ist in jeder deutschen Großstadt Mangelware. Besonders schlimm ist die Situation in Uni-Städten. Dort suchen Studenten, meist zu Semesterbeginn, verzweifelnd nach einem Zimmer oder Wohnung. So auch in Regensburg. Viele Studienanfänger haben immer noch keine Bleibe gefunden. Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Uni Regensburg schlägt nun Alarm und bittet die Bevölkerung um Mithilfe: „Jede Schlafmöglichkeit ist willkommen!“

Von Mario Hahn

Die Schulzeit ist vorbei. Eine neue Seite im Buch des Lebens wird aufgeschlagen. Viele füllen diese mit einem Studium. Die Vorfreude ist grenzenlos. Doch der emotionale Höhepunkt findet jäh ein Ende. Und zwar bei so profanen Dingen wie einer Schlafmöglichkeit. Doch das ist die Realität im Deutschland von heute. Überall mangelt es an bezahlbarem Wohnraum.

Besonders zu spüren bekommen diesen Missstand Studienanfänger; auch in der ansonsten so wohlhabenden Domstadt. Fakt ist nämlich: Hunderte junge Menschen haben aktuell keine Bleibe, stehen ohne Wohnung oder WG-Zimmer da. Und das, obwohl am Montag an unseren Universitäten die Vorlesungszeit begonnen hat und die Studienanfänger sich auf ihre eigentliche Herausforderung konzentrieren sollten: auf das Studium.

Doch die Realität ist oft anders. Deshalb schaltet sich nun der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) der Uni Regensburg ein und ruft alle Bürger/innen dazu auf, passende Schlafmöglichkeiten als Übergangslösung zu melden, damit keiner auf der Straße oder im Hörsaal schlafen muss.

Schlafplätze können unter asta-wohnungsboerse.uni-regensburg.de eingetragen werden, als Titel soll „Schlafplatz“ angegeben werden. Bei Fragen kann an die Mailadresse schlafplatzboerse@gmail.com geschrieben werden. „Jede Schlafmöglichkeit ist willkommen, ganz egal, ob kleines Zimmer oder Wohnzimmercouch. Es gibt noch einen riesigen Bedarf von neuen Studierenden, die sonst auf dem Campus zelten müssen“, erklärt Luis Geiger, studentischer Sprecher. Im Onlineformular kann auch angegeben werden, wie lange der Schlafplatz zur Verfügung steht. Meistens reichen bereits ein bis zwei Wochen, bis die Studierenden ein dauerhaftes Zimmer zur Miete finden.

Die Schlafplatzbörse wird an-geboten, da wegen Umbaumaßnahmen im Gessler-Wohnheim das Studentenwerk kein Matratzenlager anbieten kann. Im letzten Jahr gab es eine rege Beteiligung und etwa 200 Personen konnten so ein vorläufiges Dach über dem Kopf finden. „Wir appellieren auch in diesem Jahr wieder an die Solidarität der Regensburger/innen. Der Wohnungsmarkt in der Stadt ist nach wie vor äußerst angespannt und günstiger Wohnraum kaum zu finden. Deshalb brauchen wir dringend Angebote für kurzfristige Schlafplätze“, ergänzt Saina Abbaszadeh, Referentin für Soziales und Inklusion.

Ein Gedanke zu “Campingplatz statt Campus

  1. So groß kann die Wohnungsnot nicht sein. Ich habe seit einer Woche eine Anzeige auf die vorgeschlagenen Seite geschaltet und bekam weder Anruf noch E-Mail.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.