Coronavirus: Bisherige Auswirkungen in Regensburg Schulschließungen, Geisterspiele und abgesagte Veranstaltungen: COVID-19 hat die Welterbestadt erreicht

Noch vor wenigen Wochen war das Coronavirus gefühlt ganz weit weg. Aber wir leben in einer globalisierten Welt, da war es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Fall auch hier auftritt. Inzwischen meldete die Stadt Regensburg einen, der Landkreis zwölf Personen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden (Stand: 13.03./13 Uhr). Personen, die in Risikogebieten waren, stehen unter häuslicher Quarantäne. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, werden nun verschiedene Maßnahmen ergriffen, die sich auch auf unser tägliches Leben auswirken.

Von Claudia Böhm

Am Mittwochabend bezeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Corona-Krise zum ersten Mal als Pandemie. Die USA verhängen eine Einreisesperre für Europäer, in Italien müssen Cafés und Büros schließen. Unternehmen und Finanzmärkte sind beunruhigt, während die Zahl der Infizierten wie auch der Opfer weltweit steigt. In Bayern ist am Donnerstag der erste Corona-Patient verstorben.

Kliniken sind vorbereitet

Die Krankenhäuser vor Ort reagieren umsichtig und haben vorgesorgt. So hat das Universitätsklinikum vor der Notaufnahme eine Beratungsstelle eingerichtet, in der Erstkontakte zu Verdachtsfällen stattfinden und Proben entnommen werden. Getestet werden nur Personen, …

  • die direkten Kontakt mit einem bestätigten COVID-19-Fall hatten, auch wenn sie selbst keine Krankheitssymptome entwickelt haben.
  • die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben und typische Krankheitssymptome (Husten, Schnupfen, Fieber) aufweisen.

Priv.-Doz. Dr. Sylvia Pemmerl, ärztliche Leitung der Hygieneabteilung des Caritas-Krankenhauses St. Josef, erklärt: „Wir sind vorbereitet für einen möglichen ‚Ansturm‘ und haben vorsorglich Schutzmaterial bevorratet.“

Dr. Andreas Kestler, Geschäftsführer des Krankenhauses Barmherzige Brüder: „Unser Krankenhaus ist gut vorbereitet. Wir haben durch die jährlichen Influenza-Epidemien gewissermaßen Übung mit einem größeren Anfall infektiöser und teils schwer erkrankter Patienten.“

>> Ausführliche Stellungnahmen der Regensburger Krankenhäuser

Der Rat an alle ist, Hygienerichtlinien zu beachten: www.infektionsschutz.de/hygienetipps. Bei begründetem Verdacht kann man sich telefonisch mit dem Hausarzt in Verbindung setzen, beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 (rund um die Uhr erreichbar) oder beim Bayerischen Gesundheitsministerium unter Tel. 09131/6808-5101. anrufen.

Einfache Alltagstipps kommen auch vom Regensburger Ärztenetz:
  • Abstand: Bei sämtlichen Atemwegsinfekten hilft „Abstand halten“. Egal ob im Bus, an der Kasse oder im Restaurant. Da Senioren meist schwerer erkranken, sollten sie Menschenansammlungen meiden. Aber halten Sie keinen Abstand vom Leben, bitte!
  • Häufig Händewaschen – richtig: Gerade auch die Fingerspitzen mit den Fingernägeln. Medizinprofis haben übrigens aus hygienischen Gründen keine langen Fingernägel.
  • Höflich wie die Asiaten: In asiatischen Ländern schüttelt man sich nicht die Hände, sondern verbeugt sich. Bei Erkältungen werden Atemmasken getragen. Und wenn Sie eine Erkältung haben, tragen Sie diese bitte nicht zu den Großeltern – lieber anrufen.

Aktuelle Auswirkungen

Die Auswirkungen der Pandemie zeigen sich auch hier:

Da in Bayern bis zum Ende der Osterferien alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen ausfallen, sind auch Sportveranstaltungen betroffen.

  • Geisterspiele stehen dem SSV Jahn Regensburg bevor. Das Heimspiel gegen Holstein Kiel am Samstag wird ohne Zuschauer ausgetragen.
  • Das vorzeitige Saisonende in der Eishockey Oberliga betrifft auch die EVR Eisbären.

Politiker in Bayern stehen angesichts der Wahl am Sonntag ebenfalls unter Druck. So fand diese Woche ein regelrechter Schlagabtausch zwischen der städtischen CSU und SPD statt, bei dem die Sorge um den Coronavirus als Wahlkampfmittel missbraucht wurde. Auch der Besuch von CDU-Spitzenpolitiker Friedrich Merz musste abgesagt werden.

  • Die Kommunalwahlen sind nicht gefährdet. Wähler/innen können aber beispielsweise eigene Stifte zur Wahl mitbringen und werden gebeten, Hygienemaßnahmen einzuhalten. Eine öffentliche Informationsveranstaltung am Sonntag, 15.03., im marinaforum entfällt allerdings.

In den Supermärkten der Region war es teilweise zu vorübergehenden Engpässen gekommen. Die Grundversorgung funktioniert aber weiterhin problemlos. Und zumindest eine erfreuliche Auswirkung zeigt sich: Die gegenseitige Hilfsbereitschaft hält an.

Claudia Böhm

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