Covid-19: Manche Kliniken sind am Limit In Ostbayern sind Hunderte Intensivbetten belegt, die Situation entspannt sich aber langsam

Aktualisiert vor 1 Monat von Nadja Pohr

Regensburg – Der erste Lockdown sollte unter anderem eine Überlastung der Krankenhäuser verhindern. Die Infektionszahlen sind jetzt aber bei weitem höher als noch im Frühjahr 2020. Wie ist also nun die Lage in unseren Krankenhäusern?

Von Nadja Pohr

Derzeit stehen in Bayern 3.388 Intensivbetten, 2.948 sind belegt, davon 804 mit Covid-19-Patienten. Mehr als die Hälfte werden beatmet. In Ostbayern ist die Lage in den Krankenhäusern deutlich ausgeglichener, dennoch angespannt. In der Oberpfalz und Niederbayern gibt es von 646 Intensivbetten derzeit 88 freie. Kritisch sieht es in den Landkreisen Tirschenreuth, Neumarkt, Schwandorf, Cham und Landshut aus. Dort sind alle Betten auf den Intensivstationen durch Covid-19-Kranke oder Patienten mit anderen schwerwiegenden Krankheiten belegt.

„Ganz allgemein lässt sich sagen, dass wir in dieser zweiten Welle deutlich mehr Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, behandelt haben“, so Dr. Sylvia Pemmerl, Pandemiebeauftragte am Krankenhaus St. Josef in Regensburg. Insgesamt haben Landkreis und Stadt Regensburg 208 Intensivbetten, von denen aktuell 175 belegt sind (Stand: 14.01.21).

Im St. Josef werden 23 Betroffene mit Covid-19 behandelt. Sechs liegen beatmet auf der Intensivstation. Auch die Intensivstationen der Uniklinik sind ausgelastet, aktuell werden dort 27 Corona-Patienten behandelt und mehrheitlich beatmet. Die Kapazitäten könnten im Bedarfsfall erhöht werden, jedoch nur, soweit das Personal reicht. Auch im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ist die Lage angespannt, wie der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Niels Zorger, berichtet: „Aktuell hoffen wir, dass die politisch getroffenen Maßnahmen dafür sorgen, dass es zu keinem weiteren Anstieg der Covid-19-Patienten auf der Intensivstation kommt.“

In der Kreisklinik Wörth sind von sechs Intensivbetten zwei belegt. Die Klinik Donaustauf hat eine Kapazität von zehn Betten und behandelt momentan fünf Patienten auf ihrer Intensivstation. Insgesamt stehen im Landkreis 14 Betten zur Verfügung, von denen sieben aktuell belegt sind.

Intensivbetten
Anzahl gemeldeter intensivmedizinisch behandelter COVID-19-Fälle in Bayern. (Stand: 14.01.21)
Foto: DIVI-Intensivregister

In den letzten Tagen macht sich laut Pemmerl und Zorger ein leichter Rückgang bemerkbar. Auch in ganz Bayern nimmt die Zahl der belegten Intensivbetten durch Corona-Patienten ab, wie das Diagramm der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zeigt. In der Hinsicht hat der zweite Lockdown sicher dazu beigetragen.

Lockdown-Verschärfungen zeichnen sich ab

Nadja Pohr

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