Dahoam in Neutraubling Der schnelle Aufstieg von einer Flüchtlingssiedlung zum wichtigsten Wirtschaftsstandort im Landkreis

Regensburg – Neutraubling ist ein Prototyp dessen, was man mit viel Fleiß und großer Weitsicht erreichen kann. Kurz nach dem 2. Weltkrieg gegründet, entwickelte sich der Ort am südöstlichen Stadtrand von Regensburg zum wichtigsten Wirtschaftsstandort im Landkreis. Auf rund 14.500 Einwohner kommen circa 15.000 Arbeitsplätze. Mit Abstand größter Arbeitgeber ist die Krones AG. Heute genießen die Bürger/innen alle Vorteile einer jungen und modernen Stadt.

Von Mario Hahn

Das Neutraublinger Rathaus. Foto: Stadt Neutraubling

Neutraublings Anfänge liegen in der Nazi-Zeit. Auf dem Gelände der heutigen Stadt errichtete die deutsche Luftwaffe von 1936 -1938 den Militärflugplatz Obertraubling. Zwei Jahre später kamen die Messerschmitt-Werke. Diese bauten hier unter anderem den (später motorisierten) Lastensegler Me 321 Gigant bzw. das große Transportflugzeug Me 323 Gigant sowie die Me 262, das erste in Serie gebaute Düsenflugzeug der Welt. Für die Produktion sorgten hauptsächlich sowjetische Kriegsgefangene, für die auf dem Werksgelände Arbeitslager errichtet worden waren. Zum Kriegsende wurden die Produktionsstätten durch Luftangriffe beinahe gänzlich zerstört.

Nach 1945 zogen Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Gebieten Osteuropas in die nun leerstehenden Bauten. Sie begannen mit einfachsten Mitteln und dem Material aus der Kriegszeit zu produzieren. Dank ihres Know-how und ihrer Zielstrebigkeit entstand rasch eine blühende Industriegemeinde. Am 1. April 1951 wurde Neutraubling als vierte Vertriebenengemeinde Bayerns gegründet, am 13. Juni 1986 offiziell zur Stadt erhoben.
Nach und nach zogen auch Firmen von teils weit überregionaler Bedeutung nach Neutraubling. Mit ihnen kamen in den 1960- und 1970ern viele Gastarbeiter aus Süd- und Südosteuropa und besonders der Türkei, seit den 1990ern auch Spätaussiedler aus Osteuropa.

Wirtschaft, Verkehr, Bauen

Das Mittelzentrum Neutraubling ist über die Autobahnen A3 und A93 äußerst günstig an den Fernverkehr angeschlossen. Weitere wichtige Routen sind die Bundesstraßen B8 und B15, die unmittelbar an Neutraubling vorbeiführen und durch die Staatsstraße 2145 miteinander verbunden sind. Über den Donauhafen am Rhein-Main-Donau-Kanal verfügt Neutraubling sogar über eine Schiffsverbindung zur Nordsee oder zum Schwarzen Meer. Einzelne Firmen können über einen stadt-eigenen Gleisanschluss sogar das Schienennetz nutzen.

Bedeutende Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Metallverarbeitung, Verpackungsindustrie, Einzelhandel, Spedition und Logistik sowie Automobilzulieferer machen die Stadt zum wichtigsten Wirtschaftsstandort im Landkreis. Über 1.000 gemeldete Gewerbebetriebe, von der Ein-Mann-Firma bis hin zum Global Player, stellen etwa 15.000 Arbeitsplätze parat. Gemessen an der Einwohnerzahl von rund 14.500 ist das eine erfolgreiche Bilanz.

Leben in Neutraubling

Landschaftliche Vielfalt am Wasser
Landschaftliche Vielfalt am Wasser. Foto: Stadt Neutraubling

Die Einwohner genießen alle Vorteile einer jungen Stadt, in der die ganze Bandbreite an moderner Infrastruktur für ein angenehmes Leben vorhanden ist. Vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, hervorragende ärztliche Versorgung und eine Schullandschaft mit Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium, Sozialpädagogischem Förderzentrum und städtischer Sing- und Musikschule lassen keine Wünsche offen.

Praktisch vor der Haustür – etwa einen Kilometer Luftlinie in Richtung Osten – liegt der „Guggi“, der Guggenberger See. Als Naherholungsgebiet ist er für Bürger aus Neutraubling und aus dem ganzen Landkreis vor allem im Sommer ein beliebtes Ziel.


Grußwort von Bürgermeister Heinz Kiechle

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir haben zusammen in Neutraubling in den letzten Jahren vieles erreicht und viele neue Vorhaben sind auf den Weg gebracht. Ich muss nun altersbedingt vom rollenden Wagen absteigen. Nach 36 Jahren in Gemeinde- und Stadtrat, davon 14 Jahre als Bürgermeister, nach 24 Jahren im Kreistag, endet meine politische Tätigkeit.

Eine persönliche Bereicherung waren viele herzliche Begegnungen mit unseren älteren Mitbürgern. Einen Blick in große Kinderaugen in Kindergärten oder Schulen empfand ich immer als Muntermacher. Ich wusste: Dafür lohnt sich jede Anstrengung! Die Anliegen der Jugend waren mir, der ich selbst früher lange in der Jugendarbeit tätig war, immer wichtig.
Um die Zukunft unserer Heimatstadt ist mir nicht bange angesichts der vielen Menschen, die sich in und außerhalb von Vereinen auf allen Gebieten mit Herzblut einbringen. Ein Dank meinen Mitarbeiter/Innen in der Verwaltung und in den Einrichtungen der Stadt. So manche sind mir Freunde geworden. Wir haben uns gegenseitig angespornt, das Beste zu geben.
Für jedwede Unterstützung und ihr Vertrauen danke ich allen Menschen in Neutraubling. Ich hoffe, ich konnte ein wenig davon zurückgeben.

Alles Gute für Sie alle!

Kirche St. Michael

Claudia Böhm

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