Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Regensburg & Landkreis

Darf die Stadt eine Tiefgarage bauen?

Grafik zur vermuteten Lage des jüdischen Friedhofs aus dem Mittelalter Foto: Stadt Regensburg/Bilddokumentation

Fürst-Anselm-Allee: Suche nach Südende des jüdischen Friedhofs ohne eindeutiges Ergebnis

Regensburg – Auch wenn das RKK per Bürgerentscheid abgelehnt wurde, steht dennoch eine Neugestaltung des Bahnhofsareals in Regensburg an. Im Zuge der Verkehrsberuhigung soll deshalb auch eine Tiefgarage entstehen. Aus diesem Grund untersuchten Archäologen die Flächen vor dem Bahnhof, um den alten jüdischen Friedhof genau zu lokalisieren. Denn ein Gräberfeld in diesem Bereich wäre das Aus für das Bauvorhaben.

Von Matthias Dettenhofer

Regensburg verfügte bis ins Jahr 1519 über eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden des Reiches. So war auch der mittelalterliche Friedhof eine zentrale letzte Ruhestätte für Juden aus ganz Altbayern. „Über 4.000 Grabsteine sollen im Bereich des heutigen Hauptbahnhofes gestanden haben, bis die Juden eben 1519 vertrieben und ihre Grabstätten geplündert und geschändet wurden“, erklärt Dr. Lutz Dallmeier, stellvertretender Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Dr. Lutz Dallmeier von der Unteren Denkmalschutzbehörde (li.) und Kulturreferent Klemens Unger erörtern den Befund der archäologischen Untersuchungen

Da nun die Stadt eine Tiefgarage im Bereich des Bahnhofs bauen möchte, wurden Grabungen durchgeführt, um das südliche Ende des in Vergessenheit geratenen Friedhofs zu finden. Einen Treffer konnten die Archäologen indes nicht verzeichnen. „Es liegt somit für diesen Bereich kein K.-O.-Kriterium für eine Tiefgarage vor, aber auch kein eindeutiger Befund, der beweist, dass sich kein Friedhof hier befunden hat“, fasste Kulturreferent Unger die Erkenntnisse zusammen. Er betonte Zudem, dass die Untersuchungen nicht aus wissenschaftlichen Gründen geführt wurden, da die Totenruhe auf einem jüdischgen Friedhof keinesfalls gestört werden dürfe. Bevor eine abschließende Entscheidung falle, müsse deshalb noch einmal in Ruhe eine abschließende Prüfung aller Befunde vorgenommen werden.

 

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt!

Schreibe eine Antwort

Datenschutz
X