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Regensburg & Landkreis

Das Großprojekt Stadtbahn kommt in Fahrt Stadt und Stadtwerk stellen Doppelspitze vor, die in den nächsten 15 Jahren die Verkehrswende einleiten soll

FOTO: rdnzl/Fotolia.com

Regensburg – Vor gut einem Jahr wurde im Stadtrat beschlossen, in Regensburg wieder den schienengebundenen Öffentlichen Personennahverkehr einzuführen, nachdem es bereits von 1903 bis 1964 eine Straßenbahn gab. Inzwischen wurden Strukturen geschaffen, durch die das Projekt Stadtbahn weiter an Fahrt aufnehmen soll.

Von Claudia Böhm

Wollen die Zukunft der Mobilität in Regensburg mitgestalten: Frank Steinwede, Projektleiter Stadtbahn bei das Stadtwerk.Mobilität, Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Manfred Koller, Geschäftsführer von das Stadtwerk Regensburg GmbH, Thomas Feig, Leiter des Amtes für Stadtbahnneubau (v.li.)

Wie die Tram durch München und die Bim durch Wien so soll irgendwann auch eine Stadtbahn durch die Straßen Regensburgs rollen. Nach dem Stadtratsbeschluss am 28.6.2018 wurde die Stadt aktiv und erste Weichen für das Projekt gestellt. So gibt es inzwischen nicht nur Räumlichkeiten mit entsprechender Ausstattung, sondern auch ein Stadtbahnneubauamt, das seit 1. Juli von Thomas Feig geleitet wird. „Ich freue mich, dass mit Thomas Feig ein sehr erfahrener und auch bekannter Kollege für Regensburg zurückgewonnen werden konnte“, so Christine Schimpfermann, Planungs- und Baureferentin der Stadt. An Feigs Seite steht mit Frank Steinwede auch ein Projektleiter von das Stadtwerk.Mobilität, der das Großprojekt ab sofort vorantreiben soll.

„Ich freue mich, dass dieses wichtige Verkehrsprojekt mit so erfahrenen Köpfen an den Start geht und nun voller Elan angegangen wird“, erklärt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Auch Manfred Koller, Geschäftsführer von das Stadtwerk Regensburg GmbH, ist begeistert: „Mit der Stadtbahn schaffen wir das künftige Rückgrat des ÖPNV in Regensburg. Sie wird die Mobilität innerhalb der Stadt maßgeblich bestimmen.“

2034 könnte die Stadtbahn einsatzbereit sein

Fünfzehn Jahre halten die Beteiligten für einen realisitischen Planungszeitraum für das Projekt, das die beträchtliche Summe von einer halben Milliarde Euro kosten könnte. Es sei wichtig, alle Fördermöglichkeiten durch Bund und Land auszuschöpfen, ist man sich einig. So könne der ÖPNV der Stadt und in noch fernerer Zukunft möglicherweise auch des Landkreises schneller, attraktiver und leistungsfähiger werden.

Bis es soweit ist, dass zwei Linien im 5-Minuten-Takt die 35 geplanten Haltestellen zwischen Klinikum und Wutzlhofen bzw. der Nordgaustraße und Burgweinting bedienen, sind allerdings noch viele Planungsschritte nötig. Zunächst soll an einem Dachmarkenkonzept gearbeitet werden, ein Logo entworfen und ein Internetauftritt eingerichtet werden. Ein „sanfter Einstieg“ in ein Thema, das in den nächsten Jahren für noch viel Zündstoff in der Stadt sorgen dürfte. Konkrete Schritte, wie den Ankauf eines Grundstücks für den Betriebshof für die Fahrzeuge, die Festlegung der Trassenführung und nicht zuletzt der Bau von Gleisbetten, werden für viele Stadtbewohner und Pendler nicht ohne Beeinträchtigung vonstatten gehen.

Stadtbahn soll viele Busse ersetzen

Die angedachte Trassenführung der zwei Stadtbahnlinien als „Y-Netz“. Foto: OpenStreetMap/Blizz

Spätestens wenn klar wird, dass die Stadtbahn eine Vielzahl von Bussen ersetzen soll (statt 120 Stadtbusse wird es nur noch 70 geben) und schließlich auch der „motorisierte Individualverkehr“, wie von den Planern ausgedrückt, streckenweise anders geführt werden muss – sprich: Fahrbahnen für PKWs zugunsten von Schienen entfallen werden – dürfte sich das Ausmaß des Großprojekts und dessen Auswirkungen auf die Infrastruktur erahnen lassen.

Nichtsdestotrotz: Regensburg wächst. Der ÖPNV ist längst an seine Grenzen gestoßen. Die Schadstoffbelastung durch Staus in der Stadt steigt. Deshalb besser jetzt eine Verkehrswende einläuten, die mit einigen Unwägbarkeiten verbunden sein mag, aber einen Weg in die Zukunft weist, als sehenden Auges den Verkehrskollaps zu erwarten. Die Stadtbahn wird elektrisch, umweltfeundlich und gegenüber dem Busverkehr einen Zeitgewinn bringen. In Verbindung mit dem Vorhaben der Stadt, den Radverkehrsanteil bis 2030 von 19 auf 25 Prozent zu steigern (Seite 11), klingt das im Moment doch nach einem annehmbaren Vorhaben für die Mobilität der Zukunft.


Eckdaten zum Projekt Stadtbahn

  • Start am 28. Juni 2018, Stadtratsbeschluss
  • Kernnetz in Y-Form mit 14,5 Kilometern Strecke bei zwei Linien und 35 Haltestellen
  • Reisegeschwindigkeit 24 km/h auf weitgehend eigenen Trassen, abschnittsweise oberleitungsfrei
  • Fahrzeug mit vollelektrischem Antrieb und hoher Beförderungskapazität (250 bis 280 Personen)
  • Technik Zweirichtungswagen, z.B. Niederflurwagen (barrierefrei), zwei Führerstände, Türen beidseitig (keine Wendeschleifen erforderlich); Länge 37 m (Möglichkeit der Zugbildung); Breite 2,65 m

Mehr Infos www.regensburg.de

Die Stadtbahn-Planer haben sich bereits im europäischen Ausland nach aktuellen Fahrzeugmodellen und Möglichkeiten umgesehen. Hier die Bahn inm französischen Bordeux.

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