Das Konzept für den neuen Jahn Turm überzeugt einfach

“Projektgruppe Turm” stellt neues “Jahn Turm”-Konzept für die Continental Arena vor

Am vergangenen Freitag stellte die „Projektgruppe Turm“ ihr Konzept zur Errichtung eines Duplikats des Jahn Turms aus dem altehrwürdigen Jahnstadion auf dem Gelände der Continental Arena vor. Die Ideen stießen auf die breite Zustimmung der vielen Jahnfans, die zu dem Termin erschienen waren.

Mit Spannung war sie von den Jahnfans erwartet worden: die Vorstellung des Konzeptes für die Errichtung eines Neubaus des Jahn Turms an der Continental Arena. Identifikation, Markenzeichen, Zeitzeuge und Treffpunkt – auf diese vier Oberbegriffe bezogen sich die Redner dabei immer wieder. Die Schlagwörter bilden sowohl Begründung als auch Leitidee für die Ideen der zehnköpfigen Projektgruppe Turm.

Schon vom Parkplatz an der Arena ist der Jahn Turm weithin sichtbar

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2015 wird die Continental Arena von den Fußballfans in der Region sehr gut angenommen – nicht zuletzt aufgrund ihrer Architektur und den Erfolgen, die die Jahnelf bereits in ihrer neuen Spielstätte feiern konnte. Die Identifikation mit der neuen Heimat leidet bei vielen Fans aber teilweise noch etwas darunter, dass ihr Nostalgiebedürfnis durch den Umzug natürlich nur noch bedingt befriedigt werden kann. Der angedachte Neubau des Jahn Turms könnte hier ein Stück weit Abhilfe schaffen. Immerhin ist der Turm nicht nur ein Identifikationsmerkmal für die Jahnfans, die ihn in Liedern besingen und auch einen Fanclub nach ihm benannt haben, er ist auch ein Markenzeichen für die Sportstadt Regensburg. Denn unter dem Turm im Jahnstadion haben sich seit seiner Errichtung im Jahr 1949 viele bedeutsame Ereignisse zugetragen – unter anderem Partien bei den Olympischen Sommerspielen im Jahr 1972.

 Infotainment-Konzept erzählt Jahn-Historie

Die detailgetreue Rekonstruktion des „Original-Turms“ soll seinen Platz auf der

Der Jahn Turm geizt nicht mit Details des Originals aus dem Stadion an der Prüfeninger Straße

Südost-Seite der Continental Arena und damit in der Nähe der Hans Jakob Tribüne finden. Neben einer großen Symbolkraft soll er am Spieltag, aber eben auch darüber hinaus, zudem ganz praktische Nutzen entfalten. Als Zeitzeuge liefert er Einblick in die bewegte Jahn Historie. Dafür haben Dr. Wolfgang Neiser vom Historischen Museum und Jahn Archivar PD Dr. Wolfgang Otto ein Infotainment-Konzept ausgearbeitet. Auf zwölf (symbolisch für die Jahnelf und die Fans als „zwölften Mann“) Stelen werden in chronologischer Reihenfolge Themenkomplexe wie „Die Ära Hans Jakob“ vorgestellt. Die aufgeführten Inhalte können auf jeden Fall über Links zu einer entsprechenden Website noch vertieft werden. Auch weitere digitale Angebote, zum Beispiel im Rahmen von „Augmented Reality“, wurden zumindest bereits angedacht. Selbstverständlich folgt das Konzept dabei auch dem Inklusionsgedanken, der etwa durch Blindenschrift und eine entsprechende Höhe der Stelen Eingang in die Planungen fand.

Jahn Turm als Treffpunkt für Fans des SSV Jahn

Ist alles fertiggestellt, soll sich der Turm perfekt in das Gelände einschmiegen

Nicht zuletzt soll der Jahn Turm aber auch als Treffpunkt dienen – am Spieltag, aber auch unter der Woche. Mit Treppenstufen, die denen des Stehplatzbereiches unterhalb des Turms nachempfunden sind und Sitzbänken, die an die Holzbänke auf der Haupttribüne erinnern, lädt er dabei zum Verweilen an der neuen Heimat des SSV Jahn ein. In unmittelbarer Nähe zu den Außenschankstellen, die am Spieltag bereits vor Stadionöffnung zugängig sind, kann hier an einem geeigneten Ort das Spiel vor- und nachbereitet werden. Eine Möglichkeit, die die Fußballfans der Region bis dato an der Continental Arena vermissen.

Der Jahn Turm soll für die Fans des SSV Jahn Regensburg ein Treffpunkt vor dem Stadion sein

In bisher 15 Terminen hatte die heterogen zusammengestellte Projektgruppe Turm, die unter der Leitung von Sebastian Graf (Betriebsleiter der Continental Arena, Regensburger Badebetriebe GmbH) stand, in den vergangenen Monaten an dem Konzept gearbeitet. Mit dem Termin beim Jahnwirt wurde nun auch die breite Basis der Jahnfans einbezogen. Und deren Rückmeldung fiel durchweg positiv aus. „Am besten gleich bauen“, rief einer am Ende der Ausführungen und der gesamte Saal applaudierte euphorisch auf die Frage nach Zustimmung für das Konzept.

Mit Blick auf die Hans-Jakob-Tribüne

Der Jahn Turm steht beinahe parallel zur Hans-Jakob-Tribüne

In den kommenden Wochen soll nun auch die Einarbeitung verschiedener Anregungen aus Fankreisen geprüft werden. Anschließend wird die Projektgruppe Turm ihre Ideen den Entscheidungsträgern der Stadt Regensburg vorstellen, die das Bauvorhaben genehmigen müssen. Zum Zeithorizont, den Kosten und zur Finanzierung des Projektes können vor diesen Hintergründen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Aussagen getroffen werden.

Die „Projektgruppe Turm“:

– Johannes Baumeister (ehemaliger Geschäftsführer und Vorstand Finanzen des SSV Jahn)
– Philip Braun (Fanbeauftragter des SSV Jahn)
– Stephan Fabi (Architekt, vorbereitende Planung)
– Johannes Fuchs (Gewählter Vertreter der organisierten Fanszene, ehem. Fanbeauftrager des SSV Jahn)
– Sebastian Graf (Betriebsleiter Continental Arena Regensburg, Regensburger Badebetriebe GmbH)
– Stefan Hahnl (Gewählter Vertreter der organisierten Fanszene)
– Andreas Motter (Leiter Organisation & Infrastruktur des SSV Jahn)
– Dr. Wolfgang Neiser (Historisches Museum der Stadt Regensburg)
– Dr. Wolfgang Otto (Archivar des SSV Jahn)
– Johannes Zettel (Architekt, Konzeption/Entwurf und Visualisierung)

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

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