„Das Leid der Kinder hat uns unendlich bewegt“ Regensburger Unternehmer reisen mit Hilfsorganisation in nordirakisches Krisengebiet

Regensburg – 2014 beging der „Islamische Staat“ im Nordirak einen brutalen Völkermord an der religiösen Minderheit der Jesiden, doch die internationale Aufmerksamkeit hielt nur kurz. Die Organisation Our Bridge engagiert sich seitdem für den Schutz, die Unterbringung und die Bildung von Waisen und Kindern mit Behinderungen im Krisengebiet. Unterstützung erhält sie dabei auch von den Regensburger Unternehmern Klaus und André Bolz. Gemeinsam waren sie vor Ort und sind nun engagierter denn je.

Von Claudia Böhm

Auch nach dem Sieg über die Dschihadisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) bleibt der Irak politisch, konfessionell und territorial tief gespalten. Die Reste des IS sind als Terrorgruppe weiterhin gefährlich. In den zurückeroberten Gebieten ist von Wiederaufbau wenig zu sehen. Auch in anderen Landesteilen verfällt die Infrastruktur infolge jahrzehntelanger Unterfinanzierung und Missmanagements. Dazu kommt, dass die Infektionszahlen im Irak weiterhin stark ansteigen. An allen Wochentagen gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Hygieneregelungen werden nicht überall eingehalten. Es besteht aktuell eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes.
Währenddessen leben in Khanke, einem der größten Flüchtlingslager im Nordirak, 40.000 Menschen in schier endlosen Zeltreihen. Den Krieg und den grausamen Völkermord an den Jesiden im Jahr 2014 haben sie zwar überlebt, aber eine Aussicht auf ein neues Leben, um diese Schrecken hinter sich zu lassen, hatten sie lange nicht.
Gerade für die vielen Kinder ist diese Situation besonders schlimm. Für sie gründete Paruar Bako, ein Oldenburger mit irakischen Wurzeln, den Verein Our Bridge. Ein Waisenhaus und eine Schule wurden inzwischen gebaut. Über 4.000 Kinder und ihre Familien konnten unterstützt werden. Aktuell sind 380 Kinder in Betreuung.

Paruar Bako (li.), Initiator von Our Bridge e. V., will zusammen mit Klaus Bolz (re.) den Kindern von Khanke eine Zukunft geben
Foto: Our Bridge e.V.

,,Wir haben im Fernsehen eine Dokumentation über das Flüchtlingslager Khanke gesehen. Das Leid der Kinder hat uns unendlich bewegt.‘‘ erzählen Klaus und André Bolz, Gründer der TELIS FINANZ AG aus Regensburg. Beeindruckt davon, wie viel Our Bridge mit überschaubaren Mitteln verändert hatte, war für die Unternehmer schnell klar: Auch sie möchten sich engagieren. Gemeinsam unterstützen sie den Verein deshalb mit großzügigen Spenden.
Doch es bleibt nicht nur bei der finanziellen Unterstützung: Im vergangenen November flogen Klaus und André Bolz in den Irak, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Noch immer tief bewegt von dieser Reise schildert Klaus Bolz seine Eindrücke: „Wir haben im Vorfeld viele Filme und Fotos gesehen, wussten um die Situation im Flüchtlingslager Bescheid. Trotzdem hat es uns beide schwer getroffen, das vor Ort zu erleben. Das Gelände von Our Bridge bot dazu den denkbar größten Kontrast: Feste Gebäude, sanitäre Anlagen, eine stabile Stromversorgung – vor allem aber ganz viel Leben und Freude!“
Zurück in Deutschland rühren sie in ihrem Bekanntenkreis die Werbetrommel für Our Bridge und sammeln Spendengelder. Denn jeder Cent hilft, den Kindern von Khanke eine Zukunft zu ermöglichen.
Wollen auch Sie helfen? Möglichkeiten zur Unterstützung und weitere Infos gibt es unter www.ourbridge.de.

 

Klaus und André Bolz

Mit dem ganzheitlichen Beratungsansatz des TELIS Systems® entwickelten Klaus und André Bolz die TELIS FINANZ AG, ansässig in Regensburg, zum größten eigenständigen Finanzdienstleister in Deutschland – mit rund 1.500 Mitarbeitern und jährlich mehr als 130 Millionen Euro Umsatz

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

X