Der Blizz war mit Waldbrandbeobachtern im Flugzeug unterwegs

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Mein Flug mit den Waldbrandbeobachtern

Steht der Wald in Flammen? Wenn ja, wissen es die ehrenamtlichen Helfer zuerst und lotsen die Feuerwehren

Regensburg/Schmidgaden – Weggeworfene Kippen, heiße Auspuffrohre, glühende Grillkohle und offenes Feuer oder, wenn es dumm läuft schon einmal eine Glasscherbe. Die Gefahr einen Waldbrand zu entfachen ist gerade in den Sommermonaten immer vorhanden. Damit ein Feuer rechtzeitig entdeckt wird, gibt es Waldbrandbeobachter. Mit ihnen habe ich mich in die Lüfte geschwungen und einen Konrtrollflug über die Mitte der Oberpfalz gemacht.

Von Matthias Dettenhofer

Flugplatz Schmidgaden – Wolfsbach – Hausen – Illschwang – Kleinfalz – Irlbach – Weiherhammer – Oberviechtach – Rötz – Bruck i.d.OPf. – Klardorf – Neukirchen – Flugplatz Schmidgaden. „Das ist unsere Flugroute“, erklärt mir Dieter Naber, Pilot und Flugbereitschaftsleiter für die Oberpfalz. Er wird mich und Waldbrnadbeobachter Hubert Blödt über die Gipfel der Wälder in der mittleren Oberpfalz bringen, um mögliche Brandherde aus der Luft zu orten und an die Feuerwehren weiterzuleiten. Es folgt ein Systemcheck, ein kurzer Funkkontakt mit dem Tower in Schmidgaden und der Start mit der einmotorigen Piper PA 28.
„Heute ist die Sicht überragend. 60 bis 80 Kilometer, locker“, so Naber. Seit 1976 dreht er seine Runden über die oberpfälzer Waldgebiete und teilt Piloten und Waldbrandbeobachter ein. Alles ehrenamtlich. „Die Regierung der Oberpfalz erteilt den Auftrag, dass wir fliegen müssen. Der Treibstoff wird bezahlt, aber wir erhalten keine Aufwandsentschädigung.“ Trotzdem liebt Naber es zu fliegen.
Ruppig ist es in der kleinen Kabine. Einen nervösen Magen darf man nicht besitzen denke ich mir. Ich versuche mir Notizen zu machen, muss es jedoch schnell wieder aufgeben, weil es ersten unleserlich ist und zweitens, weil mir sonst am ende noch schlecht wird.

Mögliche Brandherde lassen sich aus der Luft am besten erkennen und die Feuerwehren können so auch am besten zu den Bränden gelotst werden

Ich frage Hubert Plödt, ob man von hier, aus 600 Metern Höhe, tatsächlich ein Feuer entdecken kann? „Ja, gerade bei dieser Sicht, sieht man mögliche Rauchsäulen und Rauchfahnen sofort.“ Und der Kreisbrandinspektor des Landkreises Amberg-Sulzbach ist vom Fach, er muss es wissen. Naber ergänzt, dass man zwar schon genauer hinschauen müsse, um durch Mähdrescher aufgewirbelten Staub von Rauchschwaden zu unterscheiden.
Mittlerweile habe ich mich an die Schaukelei gewohnt und ich genieße den Flug über den Monte Kaolino, die oberpfälzer Seen und die riesigen Waldflächen.
Ich frage, wie oft die Piloten aufsteigen, um zu kontrollieren. „Das kommt darauf an. Heute haben wir Gefahrenstufe vier. Das bedeutet wir fliegen heute zwei Mal. Bei Stufe fünf wird täglich geflogen.“ Angeordnet werden die Flüge von Regierung der Oberpfalz in Absprache mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Sollten die Flieger dann tatsächlich ein Feuer entdecken, so sind sie direkt mit der integrierten Leitstelle verbunden und leiten die Feuerwehren dann zum Brandherd, bzw. zeigen Möglichkeiten auf, wo Löschwasser gefunden werden kann. Trotzdem sind sowohl Dieter Naber, als auch Hubert Blödt froh, wenn sie nach gut einer Stunde wieder in Schmidgaden landen und es nichts zu berichten gibt. So wie es bei meinem Flug auch war, ich konnte mich an der schönen Landschaft erfreuen und habe allergrößten Respekt vor dem Einsatz der Ehrenamtler.

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