Der Respekt vor der Polizei geht verloren Von Beleidigung bis versuchtem Mord: Die Angriffe auf Oberpfälzer Beamte steigen an

Aktualisiert vor 1 Woche von Mario Hahn

Regensburg – Randale, Gewalt, Hass: Einsätze für die Polizei werden immer gefährlicher. Die Fälle der Angriffe auf Polizisten steigen von Jahr zu Jahr an. Der Respekt gegenüber den bayerischen Beamten geht mehr und mehr verloren.

Von Nadja Pohr

Trotz Corona und der damit einhergehenden Beschränkungen wurden im letzten Jahr mehr Polizisten Opfer von Gewalt als bisher. Insgesamt 643 Fälle gab es in der Oberpfalz. Darunter fallen Delikte wie Beleidigung oder Bedrohung, aber auch gefährliche Körperverletzung, tätlicher Angriff, versuchter Mord und versuchter Totschlag.
Und die Angriffe auf die Einsatzkräfte häufen sich weiter. In Stuttgart, Hamburg, München und auch Regensburg gab es am Wochenende heftige Ausschreitungen.
Am letzten Samstag versammelten sich gegen 2.15 Uhr mehr als 250 Menschen auf dem Neupfarrplatz. Als die Polizei eingriff, warfen die teils stark Alkoholisierten Flaschen auf die Beamten und beleidigten diese. Einige der Anwesenden solidarisierten sich mit einzelnen Randalierern. Bei der Festnahme eines Flaschenwerfers verletzte sich eine Beamtin, weil er massiven Widerstand leistete.
„Die Vorfälle am Wochenende stellen die absolute Ausnahme dar“, erklärt Polizeihauptkommissar Josef Weindl. Dennoch steigen die Zahlen der Angriffe auch in Regensburg an. 2020 waren es 211 Fälle in der Stadt (zuvor 173) und 54 Fälle im Landkreis (zuvor 50).
Das Täterbild lässt sich laut Weindl klar definieren. Es handelt sich überwiegend um einzelne männliche Personen über 21 Jahre. Und es sind vor allem Drogen oder Alkohol, die Täter mutig werden lassen. „Von den vorliegenden 643 Fällen wurden 536 Tatverdächtige ermittelt, hiervon standen 348 unter dem Einfluss berauschender Mittel“, bestätigt der Hauptkommissar.
Passive Verweigerung, schlagen, treten, bespucken oder beißen gehört jedoch noch zu den „harmlosen“ Angriffen. Insgesamt wurden über 200 Polizisten mindestens leicht verletzt.
Die Einsatzkräfte müssen die Gewalttaten natürlich nicht über sich ergehen lassen, sondern dürfen sich wehren. „Die Polizei darf sich bei Angriffen mit einfacher körperlicher Gewalt sowie mit Fesselungen, Reizstoffsprühgerät, Einsatzstock oder Dienstwaffe verteidigen“, so Weindl „Zudem stehen den Beamten auch Notwehr und Nothilfe als Verteidigung zur Seite.“
Polizeipräsident Norbert Zink macht seine Position zu diesem Thema deutlich: „Wir werden alles tun, damit unsere Beamtinnen und Beamten noch besser vor Anfeindungen und Angriffen geschützt werden! Gewalt gegen die Oberpfälzer Polizei wird in keinster Weise geduldet.“

Mario Hahn

Ich bin Redakteur beim Blizz, Ihrer Wochenendzeitung für Regensburg und Umgebung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.